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Ohne Plan B geht es nicht

Die Blockade der Straße von Hormus hat offengelegt, wie verwundbar globale Lieferketten sind. Auch Unternehmen und Konsumenten aus der Region sind betroffen. Engere Kooperationen könnten helfen.

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IHK. Foto-Archiv: Jörg Hempel
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Die Industrie- und Handelskammer Aachen hat bei der letzten Sitzung ihres Verkehrsausschusses die Sperrung der wichtigen Handelsroute zum Anlass genommen, um zusammen mit Unternehmen der Transport- und Logistikbranche, Logistikketten und deren Bedeutung für die heimische Wertschöpfung und Versorgungssicherheit in den Fokus zu rücken.

Eine aktuelle Sonderauswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer im Bezug auf den Krieg im Nahen Osten unterstreicht dessen Auswirkungen auf die Wirtschaft: 85 Prozent der rund 4500 weltweit befragten deutschen Unternehmen im Ausland spüren bereits die Folgen des Konflikts. Mehr als die Hälfte meldet massive Störungen ihrer Lieferketten. Passend zum bundesweiten „Tag der Logistik“ traf sich der Verkehrsausschuss der IHK Aachen mit Experten aus der Wissenschaft und diskutierte mit den Unternehmern über zentrale Lösungsansätze wie die Stärkung kritischer Infrastruktur, neue Chancen durch Kreislaufwirtschaft und den Aufbau regionaler Wasserstoffkapazitäten als Alternative zu importabhängigen Kraftstoffen. Die Botschaft der Logistikprofis ist unmissverständlich: „Ohne Plan B und C sind Unternehmen heute nicht mehr überlebensfähig“, unterstreicht Holger Ortwig, Executive Director Sales der Hammer GmbH.

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In der Praxis bedeutet dies: Alternativrouten und Ausweichterminals müssen fest in die Planung integriert werden, Abhängigkeiten von einzelnen Routen, Häfen oder Zulieferern müssen reduziert werden, Kapazitäten müssen auf mehrere Partner verteilt werden und durch Tourenoptimierung und Telematik Leerfahrten und Dieselverbrauch konsequent reduziert werden. Engere Kooperationen in der Region und neue Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft erhöhen die Versorgungssicherheit und Wertschöpfung vor Ort.

Ingo Malsbenden von der Moeller Internationale Spedition und Logistik GmbH aus Düren, Gerhard Gudergan vom FIR an der RWTH Aachen und Marko Schuba von der FH Aachen sind sich einig: Resiliente Logistik erfordert das Zusammenspiel von diversifizierten Lieferquellen, robusten IT-Systemen, regionalen Partnerschaften und innovativen Technologien. Grüner Wasserstoff und alternative Kraftstoffe sollten mittelfristig eine tragfähige Alternative bilden und die Importabhängigkeit beim Diesel verringern. Mit Blick auf das aktuelle Reformpaket der Bundesregierung fasst Philipp Piecha, Teamleiter Standort und Infrastruktur bei der IHK Aachen, den Tenor der Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen: „Die befristete Senkung der Energiesteuer kann kurzfristig Druck von Betrieben und Pendlern nehmen – entscheidend ist aber, dass die Entlastung auch tatsächlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt und durch mehr Transparenz sowie wirksame kartellrechtliche Kontrolle abgesichert wird. Dauerhaft bezahlbare Mobilität erreichen wir nicht mit immer neuen Tankrabatten, sondern mit verlässlichen Rahmenbedingungen wie einer widerstandsfähigen Infrastruktur und weniger staatlich bedingten Standortkosten.“


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