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True-Crime-Konzertabend

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Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn Roman Knižka und OPUS 45 in Jülich spielen. Kein Wunder, dass auch einige der politischen Programme zwischen Vorabend des zweiten Weltkriegs und Wirtschaftswunderzeit in Jülich Premiere feiern durften.

Zum ersten Mal keine deutschlandweite, aber dafür immerhin eine NRW-Premiere wird die nächste Veranstaltung des Ensembles in der Herzogstadt. Diesmal in Richtung True Crime, die heute in aller Munde zu sein und auf jeder Plattform stattzufinden scheint. Doch das, dem eigenen Selbstverständnis folgend, eindringlich, reflektiert und musikalisch verdichtet. Sie wagen dabei den Brückenschlag zum – von ihnen bereits sehr erprobten – Themenfeld der Politik. Denn, so heißt es in der Pressemeldung der Stadt: „Wahre Verbrechen sind mehr als Kriminalfälle. Sie markieren Bruchstellen der Geschichte – dort, wo Macht auf Widerstand trifft und Wahrheit lebensgefährlich wird.“

Das passt auch zu den ausgewählten Fällen. Vier Opfer an der Zahl sind es, deren Ermordung im letzten oder diesen Jahrhundert stattgefunden hat – so ist den Veranstaltungsinformationen zu entnehmen. Es sind Namen, die geläufig sind – und solche, die es vielleicht sein sollten. Denn sie erzählen von politischer Gewalt, ideologischer Radikalisierung und dem hohen Preis von Zivilcourage.

„Es war Mord!“ befasst sich, in historisch chronologischer Reihenfolge aufgeführt, unter anderem mit Matthias Erzberger. Als Reichsfinanzminister und Friedensunterhändler der Weimarer Republik wurde er 1921 Opfer eines rechtsradikalen Attentats. Eine direkte musikalische Verbindung findet sich in der Lebensgeschichte von Hans Litten. Der Rechtsanwalt, der Adolf Hitler 1931 als Zeugen vor Gericht brachte – auch, um Terror als Taktik der Demokratiezerstörung der NSDAP-Führung aufzuzeigen. Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er verschleppt und misshandelt und fand schließlich Halt und innere Würde in der Musik Johann Sebastian Bachs. Als bis heute diskutierter Fall steht der Petra Kellys auf dem Programm, einer wichtigen Politikerin zwischen Mitbegründung der Grünen und Symbolfigur der Friedensbewegung. Ihr Tod 1992 zeigt und umrahmt, so die Programminformation, auch die Spannungen und Brüche einer Epoche. Schließlich die Ermordung von Anna Politkowskaja, die als Investigativjournalistin über die Tschetschenienkriege berichtete und systematische Menschenrechtsverletzungen öffentlich machte. Sie starb 2006 in Moskau.

Die Dramaturgie stammt auch bei diesem Programm von Kathrin Liebhäuser. Sie, Rezitator Roman Knižka und das Ensemble OPUS 45 wurden zusammen mit dem Hans-Frankenthal-Preis des Stiftung Auschwitz-Kommitees ausgezeichnet. Allein das ist schon ein Grund, dass sie einen Tag nach der NRW-Premiere noch eine Schulveranstaltung in Jülich aufführen – dann allerdings ihr Programm „Ich wandre durch Theresienstadt… oder Wann wohl das Leid ein Ende hat“. Finanziert wird diese Veranstaltung von der Hans Lamers-Stiftung.

Der Konzertabend findet am 1. Juni um 18 Uhr in der Schlosskapelle statt und wird etwa 90 Minuten dauern. Karten sind zu 20 Euro direkt in der Stadtbücherei erhältlich und können telefonisch unter 02461/936363 oder per Mail an stadtbuecherei@juelich.de reserviert werden.

Details

Datum:
Mo.. 1. Juni
Zeit:
18:00 - 19:30
Kategorien:
, ,
Veranstaltung-Tags:

Veranstaltungsort

Schlosskapelle Zitadelle
In der Zitadelle
Jülich, NRW 52428 Deutschland

Veranstalter

Stadtbücherei Jülich
Telefon:
02461-936363
E-Mail:
stadtbuecherei@juelich.de
Website:
https://buecherei.juelich.de

Weitere Angaben

© Foto
Dorothée Schenk
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*Hinweis zum Urheberrecht des abgebildeten Bildmaterials der jeweiligen Veranstaltung:
Ist der Urheber/Rechteinhaber des Bildmaterials einer Veranstaltung nicht explizit benannt, gilt der Veranstalter/Übersender der Presseinformation als Urheber dieser Abbildungen und wird bei Verstößen zum Urheberrecht als Verursacher benannt.