„Demenz? Das bekommen doch nur sehr alte Menschen.“ Diese Annahme hält sich hartnäckig. Tatsächlich sind die meisten Menschen mit Demenz über 65 Jahre alt, doch Demenzerkrankungen können auch in jüngeren Jahren auftreten.
Darüber hinaus sind durch Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkelkinder, Nachbarn sowie Kolleginnen und Kollegen Menschen eingebunden, die wiederum ganz unterschiedlichen Generationen angehören. Demenz kennt keine Altersgrenze.
Überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen, können wir auch mit dem Thema Demenz in Berührung kommen. Dabei sieht man den Betroffenen ihre Erkrankung meistens nicht an. Einige sind jung, andere schon älter, manche sprechen klar, wirken selbstständig und fröhlich, andere wiederum einsam.
Einige sind berufstätig, andere schon lange im Ruhestand. Manche Betroffene kümmern sich um minderjährige Kinder oder die eigenen Eltern, andere sind alleinstehend. Während sich die Demenz bei einigen langsam entwickelt, kommen andere schon bald nicht mehr ohne Unterstützung zurecht. Die Lebensrealitäten sind vielfältig.
Doch wie gehen wir als Gesellschaft damit um? Sind wir bereit, Stigmata abzubauen, verstehen zu wollen und Verständnis zu fördern?
Eine Demenzerkrankung bedeutet nicht automatisch das Ende von Lebensfreude, Begegnungen oder gesellschaftlicher Teilhabe. Es liegt an uns allen, ein Umfeld zu gestalten, das respektvoll, offen und geduldig ist, in dem Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gerne leben wollen.
Es ist nie zu früh, sich mit Demenzerkrankungen auseinanderzusetzen. Ein gesunder Lebensstil, soziale Teilhabe, geistige Aktivität und gute medizinische Vorsorge können das Risiko einer Demenzerkrankung positiv beeinflussen. Dabei stärkt Prävention nicht nur die eigene Gesundheit, sondern schafft auch Bewusstsein für das Thema.
Der Welt-Alzheimertag 2026 lädt unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ dazu ein, Demenz nicht als Phänomen zu betrachten, das „irgendwann einmal“ andere betrifft, sondern als eine gemeinsame Aufgabe, die schon heute unser Zusammenleben prägt, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.
In Jülich leben derzeit geschätzt rund 960 an einer Demenz Erkrankte. Von diesen werden geschätzt 660 Erkrankte in ihrem häuslichen Umfeld versorgt. Ausgehend davon, dass mindestens eine angehörige Person die Versorgung übernimmt, erhöht sich die Zahl der von Demenz (un)mittelbar Betroffenen im familiären Umfeld auf mindestens 1300.
Bezieht man das weitere familiäre Umfeld mit ein, erhöht sich diese Schätzung schnell auf über 2000 Betroffene in Jülich, schätzt Dr. Klaus Maria Perrar, Alzheimer Gesellschaft Kreis Düren e.V. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die Aufklärungsarbeit über den Welt-Alzheimertag hinaus ist.
Die Stadt Jülich lädt ein zu zwei Veranstaltungen anlässlich des Welt-Alzheimertags:
DO 10|09
Vortrag „Demenz-Prävention – was kann ich tun?“ mit Dr. Klaus Maria Perrar, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Kreis Düren e.V. | AWO-Zentrum | Marie-Juchacz-Weg 2 | 18-19.30 Uhr | Eintritt frei
DO 17|09
Vortrag „Liebe in schweren Zeiten – wenn aus Lebenspartnern Pflegepartner werden“ mit Dorothee Döring, Autorin, Kommunikations- und Konfliktberaterin AWO-Zentrum | Marie-Juchacz-Weg 2 | 18-19.30 Uhr | Eintritt frei
Anmeldung und Information im Fachbereich für Sozialplanung, Demografie, Inklusion und Integration unter der Telefonnummer 02461 / 63-237 und per Email an Beatrix Lenzen, BLenzen@juelich.de, und unter www.juelich.de.

















