Start Stadtteile Jülich Ein Mehlwurm macht noch keinen Meisenknödel

Ein Mehlwurm macht noch keinen Meisenknödel

Vom Fettfutter für Vögel bis zum Igelhaus reichten die Projekte an diesem Vormittag. Bei der Jülicher Naju-Gruppe wird fleißig gearbeitet. Der HERZOG hat zugeschaut – und durfte ein bisschen helfen.

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Bevor die Holzkiste ein Igelhaus wird, gibt es einiges zu tun. Foto: Britta Sylvester
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Der Anblick der großen Tüten mit getrockneten Mehlwürmern, die Ann-Christin von Overheidt aus ihrem Korb hervorholt, sorgt zwar für ein paar „Iihs“ und leicht angewiderte Blicke, doch die Skepsis hält nur kurz. Schnell greifen vier, fünf Paar Kinderhände gemeinsam in die große Schüssel und vermengen Erdnussbutter, diverse Körner und eben Mehlwürmer zu einer mehr oder minder homogenen Masse. Am Ende soll fettreiches Winterfutter für heimische Vögel draus werden.

Immer wieder samstags treffen sich meist sechs bis acht Kinder mit Steffi Thielen und Ann-Christin von Overheidt. Unter dem Dach des Naturschutzbundes NABU leiten die zwei Frauen eine Naturschutzjugend-Gruppe in Jülich.

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An diesem Vormittag ist sogar ein bisschen mehr los als sonst. Elf Kinder zwischen fünf und etwa zehn Jahren sind dabei. „Wir haben noch ein paar Anmeldungen dazu bekommen“, freut sich Steffi Thielen über die positive Resonanz auf das noch recht neue Angebot.

Seit März dieses Jahres trifft sich die Jülicher Naju-Gruppe. Manchmal zieht das bunte Trüppchen los und erkundet die Umgebung etwa auf der Sophienhöhe.

Immer wieder aber widmen sich die Kinder und ihre Betreuerinnen einem kleinen Stückchen Grün vor der Franz-von-Sales-Kirche. „Wir haben schon ein Sandarium gebaut“, erzählt Thielen und präsentiert einen großen Sandhaufen im wild anmutenden Beet.

Währenddessen laufen Kinderbeine in Gummistiefeln fleißig hin und her, rupfen unerwünschtes Grün aus, tragen Laubhaufen zusammen und hämmern ein Stück Folie auf die Holzkiste, die einmal ein Igelhaus werden soll. Gemeinsam suchen schließlich alle einen passenden Platz dafür. Denn schließlich soll es der Igel im kommenden Winter schön warm haben.

Aus Körnern, Erdnussbutter und Mehlwürmern soll Winterfutter für Vögel werden. Foto: Britta Sylvester

„Tiere im Winter“ lautet das Thema des Tages. Zur Einstimmung haben die Jungs und Mädchen Tierbilder sortiert. Die entscheidende Frage dazu lautete: „Wo und wie überwintert welches Tier?“

Das Bild vom Dachs landete schnell auf dem roten Tuch, das braunes Erdreich symbolisierte. „Der Dachs hat einen Bau“, wussten die meisten. Länger diskutiert wurde die Frage, was denn Fische und Frösche sich für die kalte Jahreszeit haben einfallen lassen.

Dass viele Vögel im Winter lieber nach Süden reisen, hatten ebenfalls viele Kinder schon gehört. Und für die, die hierbleiben, wurde anschließend Hand angelegt und für Futter gesorgt. Dass sie dabei auch in die Mehlwürmer greifen mussten, war Svea und Hannah gleich egal, und auch Lilly griff nach anfänglicher Zurückhaltung dann doch in die Schüssel mit der bröseligen Masse.

„Ihr müsst kneten, sonst fällt es auseinander“, forderte Ann-Christin von Overheidt die Kinder auf. Auch wenn das Unterfangen nicht ganz einfach war, die Kinder ließen sich nicht so schnell entmutigen. Nach und nach entstanden immer mehr Futtergläser und Anhänger für Garten und Balkon.

Eine Lektion hätten sie im Verlauf des Jahres gelernt, schmunzelt Steffi Thielen: „Weniger reden, mehr machen.“ Getreu dieses inzwischen erprobten Mottos soll es auch im kommenden Jahr weitergehen.

Mit welchen Themen ist noch offen. Sicher scheint, dass dem kreativen Duo die Ideen so schnell nicht ausgehen werden. Und die tatkräftige Unterstützung durch viele Kinderhände auch nicht.

Wer mehr über das Angebot erfahren möchte, kann sich per Email an die Naju-Gruppe wenden: naju-juelich@nabu-dueren.de


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