Dann ging das Licht aus. Als es wieder anging, stand er plötzlich auf der Bühne: Wendel Gama, der das Publikum mit seiner Stimme und Jacksons charakteristischen Tanzbewegungen in seinen Bann zog.
Zunächst stand er allein im Rampenlicht, denn Jennifer Batten betrat die Bühne erst im zweiten Set. Mit „They Don’t Care About Us“ wurde der Abend eröffnet. Die Songauswahl war dabei kein Zufall: Auch bei Michael Jacksons HIStory World Tour stand der Titel an zweiter Stelle der Setliste.
Zudem orientierte sich Wendel Gamas erstes Outfit an den Bühnenkostümen der HIStory Tour sowie am Pepsi-Werbespot aus dem Jahr 1987 mit Michael Jackson. So entstand eine Mischung aus beiden Looks. Es war das einzige Outfit des Abends, das Michael Jackson in dieser Form selbst nie getragen hatte.
Nach der Pause ging es mit „Smooth Criminal“ weiter. Dabei durfte auch der berühmte Anti-Gravity-Lean nicht fehlen, bei dem sich Jackson scheinbar über die Grenzen des menschlich Möglichen hinaus nach vorne neigte. Möglich wurde der Effekt durch eine spezielle Konstruktion, mit der sich seine Schuhe auf der Bühne verankern ließen.
Im Anschluss an den Song betrat dann endlich Jennifer Batten die Bühne. Michael Jacksons langjährige Live-Gitarristin verstärkte die Show mit ihrem unverwechselbaren Gitarrenspiel und brachte damit ein weiteres Stück der originalen Jackson-Ära nach Alsdorf.
Dann folgte „Beat It“ – der Song, der wohl für den größten Gänsehautmoment des Abends sorgte. Während des Gitarrensolos verließ Jennifer Batten ihren Platz und performte direkt neben Wendel Gama. Damit griff die Show eine Szene auf, die Batten bereits vor Jahrzehnten gemeinsam mit Michael Jackson auf der Bühne präsentiert hatte.
Gama stellte sich auf die Zehenspitzen und hielt sich an Jennifers Waden fest – eine Geste, die an Jacksons Auftritte während der HIStory World Tour erinnerte. Auch der vorgetäuschte Schlag nach dem Gitarrensolo durfte nicht fehlen, während Gama den Song weitersang. Gerade diese kleinen ikonischen Gesten verliehen der Darbietung einen besonderen Wiedererkennungswert und dürften vor allem langjährige Michael-Jackson-Fans begeistert haben.
Auch bei „Black or White“ und „Dirty Diana“ standen Gama und Batten erneut nebeneinander auf der Bühne. Ihre Auftritte knüpften an die musikalische und visuelle Ästhetik von Michael Jacksons Bad-, Dangerous- und HIStory-Tourneen an. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Show von der Verbindung aus authentischer Tribute-Performance und dem direkten Bezug zur Originalbesetzung lebte.
Danach neigte sich die Show langsam dem Ende entgegen. Mit „Bad“ und „Man in the Mirror“ steuerten die Künstler auf das Finale zu. Begleitet von einer Standing Ovation stimmten sie anschließend zusammen mit dem Publikum „We Are the World“ an. So endete die Hommage mit einem musikalischen Moment, der Künstler und Zuschauer noch einmal miteinander verband.
Für Gama ist es als langjähriger Fan etwas ganz Besonderes, heute gemeinsam mit Jennifer Batten auf der Bühne zu stehen. „Das ist echt der Wahnsinn. Ich performe seit 2023 mit Jennifer, aber ich werde mich nie daran gewöhnen können. Ich bin mit ihr aufgewachsen und habe sie schon bei der HIStory Tour gesehen.
Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind gesehen habe, wie sie bei ‚They Don’t Care About Us‘ auf die Bühne kam, sich Michael näherte und mit ihm performte. Das ist für mich einer der ikonischsten Momente der Show. Heute mit Jennifer unterwegs zu sein, ist etwas Unglaubliches – nicht nur für mich, sondern auch für die Band.“
Doch nicht nur das Publikum zeigt sich von Wendel Gama beeindruckt. Auch Jennifer Batten, die Michael Jackson auf seinen drei großen Solo-Welttourneen begleitete, erkennt sein Talent. Besonders beeindruckt ist sie von seiner Detailgenauigkeit und seiner körperlichen Fitness. „Er achtet auf jedes Detail und ist ein Athlet. Du musst ein Athlet sein, um Michaels Job gut zu machen“, betont Batten.
Auch wenn sich Michael Jacksons Bühnenpräsenz niemals zu hundert Prozent rekonstruieren lässt, war „One Night of MJ“ weit mehr als eine reine Cover-Show. Die detailgetreuen Choreografien, die an den Originalen orientierten Kostüme und die musikalische Umsetzung machten deutlich, wie intensiv sich die Produktion mit Jacksons Bühnenästhetik auseinandersetzt.
Die Live-Band verlieh den Songs zusätzliche Tiefe, während Jennifer Batten eine besondere Verbindung zu Jacksons Konzertgeschichte herstellte. Gerade das Zusammenspiel mit Wendel Gama ließ einzelne Momente seiner legendären Auftritte wieder aufleben. Für Fans, die Michael Jackson nie selbst live erleben konnten, bot der Abend damit zumindest einen Eindruck davon, was seine Konzerte so unverwechselbar machte.
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