„Wenn ein Kind krank wird, verändert sich für Eltern schlagartig alles. Umso wichtiger ist ein Ort, an dem medizinische Kompetenz, Erfahrung und menschliche Nähe zusammenkommen“, beschreibt Dr. med. Ulrich Pohlmann, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im St. Marien-Hospital, seine Sicht auf seine Fachklinik. Seit nunmehr 150 Jahren finden Familien im St. Marien-Hospital Düren-Birkesdorf genau das: eine Kinderklinik, die sich von den ersten Kinderzimmern innerhalb eines allgemeinen Krankenhauses zu einem modernen Kinderzentrum mit spezialisierter Medizin und Pflege weiterentwickelt hat.
Heute werden in Düren-Birkesdorf jährlich mehr als 3700 Kinder stationär behandelt, zusätzlich erhalten rund 18.000 junge Patientinnen und Patienten ambulante medizinische Hilfe, etwa in der Kindernotfallambulanz oder in spezialisierten Sprechstunden. Damit gehört die Dürener Pädiatrie zu der wichtigsten Anlaufstelle für Kinder- und Jugendmedizin zwischen Köln und Aachen.
„Die Kinderheilkunde hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert“, so Pohlmann, der seinen Beruf als Berufung ansieht. Kinder gelten längst nicht mehr als „kleine Erwachsene“, sondern als eigene Patientengruppe mit besonderen medizinischen und emotionalen Bedürfnissen. Entsprechend hat sich das Kinderzentrum am St. Marien-Hospital stetig weiterentwickelt und bündelt heute mehrere spezialisierte Bereiche unter einem Dach: ein Perinatalzentrum für Früh- und Risikogeburten, ein Diabeteszentrum für Kinder sowie eine Kinder-Pneumologie mit hochspezialisierter Diagnostik und Therapie bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen.
Die Versorgung endet dabei nicht bei der reinen Behandlung einer Erkrankung. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird eine umfassende Betreuung ermöglicht, die medizinische, psychosoziale und entwicklungsbezogene Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.
Ein besonderer Entwicklungsschritt erfolgte zuletzt im Jahre 2023. Die Kinderintensivstation wurde vollständig neu konzipiert und unmittelbar neben dem Kreißsaal angesiedelt. Die Station verfügt heute über acht Beatmungsplätze für Neugeborene und größere Kinder, 20 flexibel nutzbare Betten, zwei Notfallplätze sowie mehrere Isolationsräume. Moderne Medizintechnik und neue Raumkonzepte ermöglichen eine hochspezialisierte Versorgung auch bei schweren Erkrankungen oder komplizierten Frühgeburten.
Gleichzeitig steht heute stärker denn je die Familie im Mittelpunkt der Behandlung. Eltern können rund um die Uhr bei ihren Kindern bleiben, und die Intensivstation bietet familienfreundliche Rooming-in-Zimmer. „Familienorientierte Intensivpflege stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind und unterstützt nachweislich den Heilungsprozess“, erklärt Pohlmann. Die Familien schätzen neben der Medizin und Fachpflege sowohl die heute größeren Patientenzimmer und den Komfort als auch die modernen medizinischen Abläufe in der Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen im St. Marien-Hospital.
Der Blick zurück zeigt zugleich, wie stark sich die Kinderheilkunde in Birkesdorf entwickelt hat. Schon kurz nach der Gründung des St. Marien-Hospitals wurden auch Kinder stationär aufgenommen, zunächst jedoch ohne eigene Fachabteilung. Ein wichtiger Schritt folgte 1926 mit der Einrichtung der ersten pädiatrischen Belegabteilung, ein weiterer 1962 mit der Gründung einer eigenständigen Fachabteilung für Kinderheilkunde. Damit wurde es erstmals möglich, Frühgeborene und Kinder mit schweren Infektionskrankheiten vor Ort in Düren kinder- und jugendmedizinisch intensiv zu versorgen und erste moderne diagnostische Verfahren hielten Einzug.
Heute ist das St. Marien-Hospital das einzige umfassende Kinderzentrum zwischen Köln und Aachen, das spezialisierte pädiatrische Versorgung in dieser Breite anbietet und damit Verantwortung für die nächste Generation trägt, so das Krankenhaus. Für viele Familien aus dem Kreis Düren und darüber hinaus bedeute dies kurze Wege, schnelle Hilfe und medizinische Expertise auf hohem Niveau.



















