Ab Anfang März ist das Schneiden von Bäumen und Sträuchern aus Gründen des Vogelschutzes nicht mehr erlaubt. Der Grund? Für zahlreiche Singvögel beginnt jetzt die Paarungs- und damit demnächst auch die Brutzeit. Schön, wenn Herr Spatz und Frau Meise dann ein sauberes Häuschen für die Aufzucht des Nachwuchses finden.
Genau deshalb hat sich jetzt der Naturschutzverein Koslar NVK aufgemacht, ausstaffiert mit Handschuhen, langen Leitern und einem Akkuschrauber, um die zahlreichen Nistkästen rund um den Ort zu säubern, auf Schäden zu überprüfen und gegebenenfalls wieder absturzsicher zu befestigen.
Die hölzernen Nistkästen hängen teilweise seit vielen Jahren in den hohen Bäumen, einige von ihnen sind entsprechend altersschwach mittlerweile. Vorsitzende Anna Klocke hat deshalb jetzt für Nachschub gesorgt. Unbeteiligten mag sich an dieser Stelle die Frage aufdrängen, warum genau Vögel Nistkästen benötigen, wenn doch Bäume vorhanden sind. Biologin Anna Klocke erklärt das so: „Viele Vögel finden durch den Verlust der natürlichen Höhlen in Bäumen nicht mehr genug Nistplätze. Da in der Umgebung alte morsche Bäume fehlen, ist es sinnvoll Nistkästen zu bauen und in den Bäumen anzubringen.“ Erschwerend kommt hinzu, so die Naturschützer, dass die Dächer vieler Wohnhäuser schon fast hermetisch abgedichtet sind, so dass Vögel wie etwa Haussperlinge keinen Platz mehr zum Brüten finden.
Ähnlich geht es den vielen heimischen Höhlenbrütern. Auch Meisen, Kleiber, Stare und Spechte brauchen ein Dach über dem Schnabel und nehmen die Nistkästen als Alternative gerne an. Aber sauber sein sollte die Hütte auf jeden Fall. Im Nest vom letzten Jahr haben unter Umständen Krankheitserreger und Ungeziefer überwintert, weswegen die kleine Truppe vom NVK wohl auch im kommenden Jahr wieder zum Frühjahrsputz losziehen wird.





















