Die Arbeitsmarktsituation von Frauen im Agenturbezirk Aachen-Düren zeigt sich aktuell stabil und in Teilen dynamischer als bei Männern, heißt es in einer Mitteilung aus aktuellem Anlass. Gleichzeitig machten die aktuellen Zahlen deutlich, dass strukturelle Unterschiede am Arbeitsmarkt weiterhin bestehen.
Unter dem Strich hält die Agentur fest, dass die Beschäftigungszahlen bei Frauen stäkrer wachsen als bei Männern. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Frauen ist im Agenturbezirk Aachen-Düren im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Bei Männern fiel der Zuwachs mit 0,9 Prozent deutlich geringer aus.
„Frauen profitieren derzeit von einer vergleichsweise stabilen Beschäftigungslage, insbesondere in dienstleistungsnahen, sozialen und administrativen Berufen“, stellt Ulrich Käser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, fest. Diese Bereiche sind weniger konjunktur- und witterungsanfällig und bieten damit auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten vergleichsweise sichere Beschäftigungsperspektiven.
Trotz der positiven Beschäftigungsentwicklung bleibt die Teilzeit ein zentrales Thema am Arbeitsmarkt. Nur etwa jede dritte sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frau arbeitet in Vollzeit. Umgekehrt bedeutet das: Mehr als 70 Prozent der beschäftigten Frauen sind in Teilzeit tätig. Ein genauerer Blick zeigt, dass eine Teilzeitbeschäftigung vielfach nicht dem eigentlichen Wunsch entspricht. Rund zwei Drittel der arbeitslosen Frauen im Agenturbezirk Aachen-Düren möchten in Vollzeit arbeiten. Besonders herausfordernd ist die Situation für Alleinerziehende: Beinahe jede sechste arbeitslose Frau ist alleinerziehend. Fehlende oder unpassende Betreuungsangebote erschweren hier häufig den Zugang zu vollzeitnaher Beschäftigung.
Der Arbeitsmarkt stellt zunehmend höhere Anforderungen an Tätigkeiten, so die Agentur. Gleichzeitig zeige sich, dass rund 60 Prozent der arbeitslosen Frauen im Agenturbezirk Aachen-Düren aktuell eine Beschäftigung auf Helferniveau suchen. „Hier liegt ein großes Potenzial“, betont Käser. „Qualifizierung eröffnet Frauen zusätzliche berufliche Optionen und erleichtert den Zugang zu stabilen, besser planbaren Beschäftigungsverhältnissen.“ Vor dem Hintergrund steigender Anforderungsniveaus gewinnt berufliche Qualifikation weiter an Bedeutung, nicht als Defizitausgleich, sondern als Chance auf mehr Sicherheit, Entwicklung und Teilhabe am Arbeitsmarkt.
Anlässlich des Internationalen Frauentags lenkt die Arbeitsagentur den Blick nicht nur auf die positiven Entwicklungen, sondern auch auf bestehende strukturelle Herausforderungen. Neben gezielten Qualifizierungsangeboten seien vor allem verlässliche Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle und familienfreundliche Strukturen entscheidend, um Frauen langfristig gleichberechtigte Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Andrea Hilger, berät und unterstützt Unternehmen, Beschäftigte und Organisationen im Agenturbezirk Aachen-Düren in übergeordneten Fragen der Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt. Als Expertin für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für familienbewusste Personalpolitik setzt sie praxisnahe Impulse und begleitet regionale Akteure lösungsorientiert. Darüber hinaus ist sie in relevanten Netzwerken aktiv und gestaltet gemeinsam mit Partnern der Region Veranstaltungen und Workshops für Stellensuchende, Beschäftigte und Unternehmen. Erreichbar ist Andrea Hilger per Email an Aachen-Dueren.BCA@arbeitsagentur.de.



















