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Solarstrom vom See

Die Firma SolarAnts Floating möchte im ehemaligen Kiessee südlich der Bundesstraße 56 bei Bourheim eine schwimmende Photovoltaikanlage errichten. Das Vorhaben stellte Christian Kirschning im jüngsten Planungs-Umwelt-Bauausschuss vor.

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Christian Kirschning informierte via Videokonferenz den Ausschuss über die geplante Photovoltaik-Anlage. Foto: tee
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Es würde das größte Referenzobjekt für schwimmende Solarzellen in Nordrhein-Westfalen, kündigte Geschäftsführer Christian Kirschning im Planungsausschuss an. Als Beitrag zur Energiewende sieht er das Vorhaben. Im Braunkohle-Revier gäbe derzeit schon eine Reihe ungenutzter Kiesseen, die sich bestens eigneten und es würden weitere hinzukommen – kurz gesagt ist es ein Zukunftsmodell. In Bourheim könne Solar-Energie gewonnen werden, die ein Jahr lang 385 Vier-Personen-Haushalte versorgen könnte.

Dazu will das Unternehmen SolarAnts Floating ein Drittel des drei Hektar großen Kiessees bei Bourheim nutzen und das gerne für die kommenden 30 Jahre. So lange, erklärt der Fachmann dem Ausschuss, ist die angenommene Lebensdauer der Anlage. Für eine besonders stabile Variante mit gläserner Vorder- und Rückseite habe man sich entschieden, die den deutschen Normen entsprechend den Hageltest absolviert hätten, Wind- und Schnelllasten erprobt seien und hypothetisch einen Menschen tragen könne. Die Paneele selbst bestünden aus Kunststoff, der Trinkwasserzugelassen ist. Mit schädlichen Folgen sei nicht zu rechnen.

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Nichts genaues weiß man allerdings nicht, denn es gibt zwar große Anlagen in Asien, so der Fachmann, aber keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Daher hat das Unternehmen einen Förderantrag beim Land NRW gestellt, um parallel zur Solarstromgewinnung die Erforschung der Anlage zu voranzutreiben. Die Untersuchungen soll das Aachener Forschungsinstitut für Ökosystemanalyse und -bewertung Gaia vornehmen. Auf drei Jahre ist das Monitoring angelegt. Messungen sollen in verschiedenen Wassertiefen vorgenommen werden. Anschließend sollen die Ergebnisse für die Fachwelt und auch regional der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Zusage des Antrag steht aber noch aus.

Die schwimmende Photovoltaikanlage wird sich nicht frei auf dem Wasser bewegen, sondern am Ufer verankert sein. „Wir greifen so gut wie nicht ins Ufer ein“, betont Kirschning. Betonsteine würden ein Stück in den Erdboden versenkt werden, um ein verrutschen der Anlage zu verhindern. Die Seefläche zwischen den „Schwimmern“ bliebe frei, so dass keine geschlossene Fläche zu erwarten wäre. Ein Rückbau sei rückstandslos möglich, da die Anlage nicht bodenverbunden ist, antwortete der Vortragende auf Detailfragen aus dem Ausschuss.

Bestens vorbereitet ist das Unternehmen: Der See ist bereits gepachtet, die Einspeisegenehmigung ist da und der Einspeisepunkt nur ein paar 100 Meter vom See gelegen. „Das sind optimale Bedingungen“, sagt Christian Kirschning. Jetzt stünde noch die Genehmigung der zuständigen Behörden aus. Beauftragt sind die Landschaftsarchitekten BKR Aachen, deren Biologen jetzt in der Brutzeit die Konzentration von Vögeln untersuchen sollen. Als letzter Schritt soll eine Gesellschaftsgründung erfolgen, die mit allen Rechten und Pflichten im Besitz der Anlage ist. „Je früher die Genehmigung erfolgt, je früher können wir beginnen“, schloss Christian Kirschning. Das positive Votum der Ausschussmitglieder hat er jedenfalls erhalten.


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