Start Hintergrund „Mahnung und Auftrag zugleich“

„Mahnung und Auftrag zugleich“

Rede von Gereon Langen vom Rotary Club Herzogstadt Jülich anlässlich der Verlegung der ersten Stolpersteine in Jülich.

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Gereon Lang bei der Ansprache zur Verlegung der ersten Stolpersteine in Jülich. Foto: Dorothée Schenk
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Meine sehr verehrten Damen und Herren,
mein Name ist Gereon Langen und ich bin Mitglied des Rotary Clubs Jülich.
Ich begrüße Sie alle sehr herzlich zu der 1. Stolpersteinverlegung in Jülich und wir freuen uns sehr, dass sich so viele Menschen heute hier versammelt haben.
Gestatten Sie mir bitte einen kurzen Teil der Begrüßung in Englisch zu machen, da wir heute auch die Familie Voss unteruns haben, die aus Israel bzw den USA angereist ist…

Please let me do the first welcome in English, because I would like to particulary welcome the members of the Voss respectively Potter family
You have undertaken the journey all the way from Israel and US to be here for today’s event. We deeply appreciate and value that you, as descendants of the victims for whom we are laying the memorial stones today, have made the personal journey to be here. I would also like to thank you for your active support during the research process during the last year. And my sincere thanks as well for your assistance in the planning and organisation of today’s memorial stone laying.

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Ebenso begrüße ich sehr herzlich die Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf: Rabbi Kaplan, Kantor Malinsky, Sarah Yael Basic. Auch Ihnen herzlichen Dank für Ihr Kommen und für Ihre die Mitgestaltung des heutigen Tages. Wir freuen uns auch sehr Herrn Gunter Demnig begrüßen zu dürfen, den Initiator des Projektes STOLPERSTEINE, das mittlerweile über 30 Jahre alt ist, und wie immer bei der ersten Verlegung in einer Gemeinde wird Herr Demnig die Gedenksteine heute persönlich verlegen
Begrüßen und uns Bedanken möchten wir uns auch bei Bürgermeister Axel Fuchs und bei den Vertretern des Stadtrates. Sie alle haben mit dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates im letzten Jahr, die Voraussetzungen für diese Verlegung heute geschaffen, aber auch für kommende Verlegungen, denn unser Ziel ist es für alle Opfer des Nationalsozialismus in Jülich in den nächsten Jahren einen Gedenkstein zu verlegen.

Die Verlegung wäre heute aber auch nicht möglich geworden, ohne die Recherche-Arbeiten der Schüler/innen des Gymn HO, mit ihren Lehrern Herrn Emunds / Herrn Heyming, sowie durch die großzügige Unterstützung von Frau Richter, der Leiterin des Stadtarchivs Jülich – seien auch Sie herzlich begrüßt. Sie alle haben sich sehr früh bereiterklärt, dieses Pilotprojekt der ersten Verlegung in Jülich mitzutragen und haben viel Zeit und Geduld in die Recherchearbeiten investiert. Wir danken Frau Richter besonders für Ihre fachliche Beratung als Historikerin bei diesen Arbeiten. Schließlich freue ich mich auch die Vertreter/innen der weiterführenden Schulen aus Jülich und des Heilig-Geist-Gymnasiums aus Würselen zu begrüßen. Sie alle sind inzwischen in die nächste Phase des Projektes eingestiegen und arbeiten mit ihren Schülern/innen bereits an den Recherchen und Plänen für die kommenden Verlegungen in Jülich. Auch dafür schon jetzt unseren herzlichen Dank.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Sie sollten inzwischen alle einen Handzettel bekommen haben, der Ihnen den Ablauf der 3 Verlegungen zeigt hier auf der Kölnstraße und dann gehen wir gemeinsam in die untere Marktstraße für die 3. Verlegung. Hinter dem Ablaufplan finden Sie die Texte der Gebete und Lieder, die für diese Veranstaltung ausgewählt wurden. Neben den Originaltexten in Hebräisch, finden Sie dort eine Lautschrift-Übersetzung und Sie sind eingeladen die Lieder mitzusingen. Zusätzlich finden Sie dort auch eine deutsche Übersetzung. Auf den letzten Seiten des Hand-Outs finden Sie einige Hintergrund Informationen zu den Texten und Gebeten.

Warum fördert der Rotary Club diese Form des Gedenkens?
Die Stolpersteine sehen wir als Mahnung und Auftrag zugleich. Als Mahnung auch heute die Systematik der Stigmatisierung zu erkennen und als Auftrag dieser Ausgrenzung entgegenzutreten. Wir haben in dem Projekt bewusst junge Menschen mit eingebunden, damit auch der nächsten Generation die Mechanismen dieser Stigmatisierung wieder bewusst werden und damit sie frühzeitg erkannt werden, dort wo sie im Alltag auftauchen.

Wir möchten aber auch die Erinnerung dorthin bringen, wo das Leben der NS Opfer stattgefunden hat. Die Stolpersteine bringen das Gedenken zurück in unsere Straßen, in die Mitte der Stadt, vor die Häuser, in denen Menschen gelebt haben – als Nachbarn, als Bekannte, als Freunde, mitten unter uns – und wir möchten jedem einzelnen Opfer seinen Namen und ein Stück weit seine Würde zurückgeben. Die Steine erinnern uns daran, dass hinter jeder Verfolgung ein Mensch stand: mit seinem Namen, seinem Leben, seiner persönlichen Geschichte – nicht nur eine anonyme Nummer oder Statistik.

Zum Artikel Steine mitten im Leben


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