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Verschickt, verdrängt, vergessen

In der Kneipe im Kulturbahnhof Jülich liest Die Buchautorin Regina Konstantinidis aus ihrem autobiografischen Werk „Verschickt – Verdrängt – Vergessen“, das sich mit einem lange tabuisierten Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte auseinandersetzt: den sogenannten Kinderverschickungen.

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Regina Konstantinidis liest aus ihrem Buch. Foto: Heike Fischer-Nagel
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Zwischen 1950 und 1990 wurden Kinder millionenfach in sogenannte Kinderkurheime zur Erholung verschickt, allein 1,8 Millionen aus und nach Nordrhein-Westfalen. Statt gesund, kamen viele Verschickungskinder traumatisiert zurück.

Moderiert wird die Veranstaltung von Bastian Tebarth, Leiter des vom Land NRW finanzierten Citizen-Science-Projekts „Kinderverschickungen NRW “. Gemeinsam werfen sie einen tiefgründigen Blick auf die systematische Gewalt, die viele Kinder in den Kurheimen der 1950er bis 1980er Jahre erleiden mussten – auch Kinder aus dem Großraum Aachen und Jülich.

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Im Frühjahr 2025 erlangte das Thema durch umfassende regionale Berichterstattung große Aufmerksamkeit. Anlass war unter anderem ein Vortrag in Stolberg von Detlef Lichtrauter, Vorsitzender des Vereins „Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW“. Die WDR Lokalzeit Aachen widmete dem Thema einen eindrücklichen Beitrag, der nicht nur die persönliche Geschichte von Konstantinidis beleuchtete, sondern auch die strukturellen Missstände der damaligen Heime aufzeigte.

Mit der Lesung in Jülich, dem Wohnort der Autorin, wird der regionale Bezug zu einem bundesweiten Aufarbeitungsthema besonders greifbar. Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch und Aufklärung – und lädt alle ein, die sich mit den Spuren der Vergangenheit auseinandersetzen wollen.
Kostenfreie Tickets sind unter ztix.de/hp/events/27999/info oder www.juelich.de/kulturbuero erhältlich.

LESUNG 03|09

Kulturbahnhof Jülich, Bahnhofstraße | Beginn: 19 Uhr | Der Eintritt ist frei.

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Stadt Jülich
Hightech auf historischem Boden - Jülich ist eine Stadt mit großer Vergangenheit. Mit über 2000 Jahren gehört sie zu den Orten mit der längsten Siedlungstradition in Deutschland. In der historischen Festungsstadt und modernen Forschungsstadt, die sich auch mit den Schlagworten „Stadt im Grünen“, „Einkaufsstadt“, Renaissancestadt“, „Herzogstadt“ und „kinder- und familienfreundliche“ Stadt kennzeichnen lässt, leben heute ca. 33.000 Menschen.

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