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Zeitreise zu 80 Jahre NRW

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Plenarsitzung am 6. Juni 1950: Die Abgeordneten verabschieden die Landesverfassung in dritter Lesung im Düsseldorfer Ständehaus (© LAV NRW R, RWB_01902_001 Fotograf: Pressebilderdienst C. A. Stachelscheid)
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Lange Zeit schien die Geschichte der Gründungsphase Nordrhein‑Westfalens auserzählt. Nach gängigem Verständnis galt das Land, das dieses Jahr 80 Jahre alt wird, als typisches „Bindestrich‑Gebilde“ der Nachkriegszeit – ein Produkt administrativer Notwendigkeiten, ohne eigene Vorgeschichte oder gewachsene Identität. Entstanden sei es 1946 unter britischer Besatzung aus außen‑ und wirtschaftspolitischen Motiven – ein willkürliches Konglomerat aus den nördlichen Teilen der alten Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen, 1947 ergänzt um Lippe‑Detmold. Der Gründungsakt, die sogenannte „Operation Marriage“, wurde zum Sinnbild einer von den Briten bestimmten Verwaltungsmaßnahme, die Rheinländer und Westfalen vereinte, ohne sie zu befragen.

Neuere Forschungen stellen diese Sicht zunehmend infrage. Berücksichtigt man die Reformpläne der Weimarer Reichsreformdebatte und Initiativen der Ruhrindustrie nach dem Ersten Weltkrieg zur Schaffung einer Wirtschaftsprovinz „Rheinland‑Westfalen“, erscheint Nordrhein‑Westfalen nicht länger als bloßes Produkt britischer Administration. Vielmehr lässt sich seine Entstehung als späte Umsetzung älterer deutscher Ideen und Konzepte begreifen – als Realisierung eines Gedankens mit deutlich früheren Wurzeln.

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Der Vortrag wird parallel virtuell übertragen. Der Einwahllink wird rechtzeitig auf der Internetseite www.juelicher-geschichtsverein.de in der Rubrik „Aktuelles“ hinterlegt.

Mittwochsclub MI 25|02
Jülicher Geschichtsverein / Museum Zitadelle Jülich | Schlosskapelle, Zitadelle | 19.30 Uhr | Eintritt frei


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