Das Krankenhaus Jülich hat im Rahmen einer Gesundheitsveranstaltung über moderne Verfahren der Hüft-Endoprothetik informiert. Im Mittelpunkt stand die sogenannte AMIS-Methode (Anterior Minimally Invasive Surgery), ein minimalinvasives Operationsverfahren zum Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks.
Wie Chefarzt Dr. Michael Lörken erläuterte, werde eine Operation bei Hüftarthrose grundsätzlich erst empfohlen, wenn konservative Therapien wie Physiotherapie, Gewichtsreduktion, Schmerzmedikation oder entzündungshemmende Injektionen keine ausreichende Linderung mehr bringen. Arthrose sei nicht heilbar, Beschwerden ließen sich jedoch häufig über längere Zeit ohne operativen Eingriff kontrollieren.
Die AMIS-Technik unterscheidet sich von klassischen Zugängen dadurch, dass der Zugang zum Hüftgelenk von vorn erfolgt. Muskeln und Sehnen werden dabei nicht durchtrennt, sondern zur Seite geschoben. Nach Angaben des Krankenhauses kann dies zu geringerem Blutverlust, reduzierten Schmerzen und einer schnelleren Rehabilitation führen.
Bundesweit ist das Verfahren bislang nicht flächendeckend etabliert, da es spezielle Schulungen und Erfahrung erfordert. Laut vorliegenden Daten zeigen sich rund 95 Prozent der Patientinnen und Patienten mit ihrem künstlichen Hüftgelenk zufrieden. Viele erreichen nach der Operation wieder eine deutlich verbesserte Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag.



















