Start Stadtteile Jülich Prima Klima fürs Museum

Prima Klima fürs Museum

33.000 Euro Förderung für das Projekt LAND:LAB in der Landschaftsgalerie Jülich

0
0
TEILEN
Blick in das tonnengewölbte 2. OG mit laufendem Magazinrückbau. Foto: Museum Zitadelle
- Anzeige -

Gute Nachrichten für die Landschaftsgalerie im Kulturhaus am Hexenturm: Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) stellt 33.000 Euro für die Pilotphase des Projekts LAND:LAB zur Verfügung. Damit rückt ein wichtiger Schritt zur langfristigen Entwicklung der Jülicher Gemäldesammlung näher.

Ziel des Projekts ist es, die Landschaftsgalerie perspektivisch zu einem öffentlich zugänglichen Schaudepot weiterzuentwickeln. Ein solches Konzept verbindet Sammlung, Forschung, Bewahrung und Vermittlung: Kunstwerke sollen nicht nur gelagert, sondern auch im Rahmen von Führungen, Veranstaltungen und Bildungsangeboten aktiv in die Museumsarbeit einbezogen werden.

- Anzeige -

Im Mittelpunkt der jetzt geförderten Pilotphase steht zunächst die Verbesserung der klimatischen Bedingungen im Gebäude. Das Kulturhaus wurde Anfang der 1990er Jahre errichtet und verfügt nicht über eine klassische Museums-Klimatisierung. Deshalb setzt das Projekt bewusst auf pragmatische und möglichst passive Maßnahmen, die im laufenden Betrieb erprobt werden. Dazu gehören unter anderem Fensterfolierungen zum Schutz vor Sonneneinstrahlung, zusätzliche Messtechnik zur kontinuierlichen Klimaüberwachung sowie punktuelle Eingriffe bei extremen Temperaturspitzen.

Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist die Zusammenarbeit mit der FH Aachen. Ein Student aus dem Bereich Smart Building Engineering hat bereits Simulationen zum Raumklima erstellt. Erste Ergebnisse zeigen, welche Maßnahmen tatsächlich wirksam sind – und welche weniger. So erwiesen sich etwa Lehmwände zur Klimapufferung im konkreten Gebäude als weniger effektiv als erhofft, während die Folierung der großen Fensterflächen deutliche Verbesserungen erwarten lässt.

Zugleich konnten die Simulationen eine wichtige Frage klären: Veranstaltungen und Gruppenbesuche sind für das Raumklima nicht problematisch, solange die natürlichen Trägheiten des Gebäudes berücksichtigt werden. Damit bestätigt sich die Idee, die Galerie künftig stärker als lebendigen Vermittlungsort zu nutzen.

Ein zentrales Element der Förderung ist der Einbau einer professionellen Zugdepotanlage. In dieser speziellen Lagerform werden Gemälde auf verschiebbaren Gittern aufbewahrt und können bei Führungen oder Forschungsanfragen schnell zugänglich gemacht werden. Der LVR übernimmt mit seiner Förderung den Großteil der Kosten für diese Anlage – rund 33.000 der insgesamt etwa 36.000 Euro.

Die Pilotphase des Projekts LAND:LAB soll über mehrere Jahre laufen. Sie dient dazu, Erfahrungen mit den klimatischen Bedingungen, der Nutzung als Schaudepot und neuen Vermittlungsformaten zu sammeln. Die Ergebnisse sollen anschließend Grundlage für weitere Förderanträge und die langfristige Entwicklung des Kulturhauses als Standort der Landschaftsgalerie sein.

Mit dem Projekt verbindet sich auch ein inhaltlicher Anspruch: Die Sammlung zur Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts – mit ihrem Bezug zur Düsseldorfer Schule – wird künftig stärker mit aktuellen Fragen von Kulturlandschaft, Klimawandel und gesellschaftlicher Transformation verknüpft.

Für die Landschaftsgalerie bedeutet die Förderung einen wichtigen Schritt: Sie schafft die Grundlage dafür, einen großen Teil der rund 750 Gemälde der Sammlung künftig sichtbarer und zugänglicher zu machen – nicht nur für Forschung und Fachpublikum, sondern auch für die Besucherinnen und Besucher in Jülich.


§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here