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Wenn das Bauchgefühl gestört ist

Die Jülicher Gesundheitsstunde widmete sich dem Reizdarm und anderen Magen-Darm-Erkrankungen.

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Dr. Klaus Friedhoff (links) und Uwe Domogalski informierten in der Jülicher Gesundheitsstunde über das komplexe System unserer Körpermitte. Foto: C. Lammertz / ZieL.media
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​Wenn das „Bauchgefühl“ chronisch gestört ist, leidet die Lebensqualität massiv. Dass dieses Thema viele Menschen bewegt, zeigte sich bei der jüngsten Ausgabe der Jülicher Gesundheitsstunde. Der Gruppenraum der Physiotherapie im Krankenhaus Jülich war bis auf den letzten Platz besetzt, als über das Reizdarmsyndrom und weitere Erkrankungen des Verdauungstrakts informiert wurde.

In dem Patientenforum, zu dem das Krankenhaus Jülich und die AOK eingeladen hatten, beleuchteten zwei Experten das komplexe System unserer Körpermitte. Den Auftakt machte Uwe Domogalski, Leitender Oberarzt der Gastroenterologie und Inneren Medizin. ​„Der Darm ist weit mehr als nur ein Verdauungsorgan“, sagte Domogalski. Darm und Gehirn seien in ständigem „Funkkontakt“. Beim Reizdarm ist diese Leitung überempfindlich. Reize, die ein gesunder Mensch gar nicht bemerkt, meldet der Darm eines Betroffenen als Schmerz an das Gehirn. Stress wirkt hier wie ein Verstärker. Domogalski betonte jedoch, dass eine Reizdarm-Diagnose erst nach dem Ausschluss organischer Ursachen wie Entzündungen oder Karzinomen erfolgen dürfe. Denn für die Symptome des Reizdarms – chronische Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, wechselhafter Stuhl – könnten auch andere Erkrankungen verantwortlich sein, zum Beispiel auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Daher sei die umfassende Diagnose so wichtig.

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Und was hilft beim Reizdarm? Neben Stressabbau und Medikamenten könne die „Low FODMAP“-Ernährung helfen, bei der blähende und schwer resorbierbare Lebensmittel (unter anderem Weizen, Hülsenfrüchte, Laktose) konsequent gemieden werden.

​Dass nicht bei jeder Beschwerde sofort das Skalpell zum Einsatz kommt, stellte Dr. Klaus Friedhoff, Sektionsleiter der Allgemein- und Viszeralchirurgie, klar. Die Chirurgie greife meist erst bei strukturellen Veränderungen wie Gallensteinen, Reflux oder Divertikulitis ein. Besonders bei Darmkrebs betonte er die hohen Heilungschancen durch Früherkennung. Beeindruckt zeigten sich die Zuhörer nicht nur von den modernen Möglichkeiten der minimalinvasiven und daher besonders schonenden Chirurgie, sondern auch von außergewöhnlichen Verfahren wie dem Nachbilden einer operativ entfernten Speiseröhre durch das „Hochziehen“ des Magens.

​In der lebhaften Abschlussdiskussion ging es auch um „Rote Flaggen“: Warnsignale wie ungewollter Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl, bei denen sofortiges Handeln erforderlich ist. Das Fazit des Abends: Neben medizinischem Fachwissen nahmen die Besucher vor allem konkrete Strategien für ihren Alltag mit nach Hause.


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