Für dieses Jahr war bereits alles organisiert, der Parcours geplant, der Reitplatz frisch „gesandet“, der Zeitrahmen gesteckt – Ende Mai sollte der Startschuss für das traditionelle Jülicher Reitturnier fallen. Nun musste der Verein schweren Herzens die Absage verkünden. „Es hätte sonst sehr viel Geld gekostet“, stellt Pressewartin Natalie Brocks zwar sachlich, aber doch hörbar betroffen fest. Zum „Nennungsschluss“ hatten schlicht zu wenige Reiterinnen und Reiter gemeldet, auch Sponsoren zu finden erwiese sich als immer schwieriger.
Dass der Reitsport einen Wandel erfahre, sei auch in Jülich seit Jahren zu spüren, so der Verein. Ein günstiges Hobby, das wissen auch Jülichs Aktive, war der Reitsport nie. Die aktuell stark gestiegenen Spritpreise, die vor einigen Jahren in Kraft getretene, angehobene Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) und viele weitere erhöhte Kosten rund um die Pferdehaltung würden jedoch nun nicht nur Amateur-Turnierreiter zum Umdenken zwingen. Auch kommen Gebühren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sowie der einzelnen Landesverbände und weitere Vorgaben mit Folgekosten für die Anmeldung von Reiter und Pferd zum Turnierreiten hinzu. Und das führe letztlich dazu, dass viele Reitsportler entweder gar nicht mehr oder weniger zu den Turnieren fahren. Da haben auch die tolle Atmosphäre und die „perfekten Bedingungen“ beim letztjährigen Jubiläumsturnier leider nichts retten können, bedauert Brocks.
Vielen anderen Vereinen ginge es ähnlich, wissen die Verantwortlichen in Jülich und stellen bereits Überlegungen kann, wie der Turniersport eine Zukunft haben kann. Mit einem neu gewählten Vorstand sieht sich der Verein generell gut aufgestellt. Ein Turnier brauche allerdings immer viele helfende Hände, alleine können die neun Vorständler die viele Arbeit kaum bewältigen. Grundsätzlich wolle man sich mit anderen Vereinen austauschen, erläutert Natalie Brocks. Denn schließlich wäre es schön, „wenn man den Reitern auch hier in der Region mehrere Veransstaltungen pro Jahr anbieten könnte“, gibt sie die Hoffnung noch nicht ganz auf, wohlwissend, dass es „viel Engagement“ braucht, wenn es auch in Zukunft wieder Springturniere am Jülicher Rurufer geben soll.



















