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Vom Leben eines Bonbonmachers

Birgit Kasberg, Leiterin der Stadtbücherei Jülich, hat sich diesmal einer "süßen" Lektüre gewidmet.

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Foto: Verlag
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„Haribo – So schmeckt das Glück“ von Katharina von der Lane (hinter dem Namen stehen die beiden Autorinnen Christiane Omasreiter und Kathrin Polz) ist ein historischer Roman über die Entstehungsgeschichte der Firma Haribo und das Leben ihres Gründers Hans Riegel. Im Mittelpunkt stehen vor allem Leidenschaft, Durchhaltevermögen und der Traum, Süßigkeiten zu schaffen, die den Menschen Freude bereiten.

Gegründet wird Haribo im Dezember 1920 in Bonn (Hans Riegel Bonn). Die Romanhandlung setzt jedoch bereits 1908 ein, mit dem Schulabschluss von Hans. Sein Vater wünscht sich, dass der Sohn in seine Fußstapfen tritt und Bauarbeiter wird, mit Landwirtschaft im Nebener­werb. Hans jedoch brennt schon früh für die Bonbonmacherei. Sein größter Wunsch ist es, Bonbonkocher zu werden, alles über die Herstellung von Süßwaren zu lernen und eines Tages ein eigenes Unternehmen zu führen.

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Schon bald beginnt er als Arbeiterjunge bei Kleutgen & Meier und saugt alles Wissen, das ihm Meister Willibald über das Bonbonkochen vermittelt, wie ein Schwamm auf. Später wechselt er mehrfach die Arbeitsstelle, sammelt Erfahrungen in verschiedenen Betrieben und sieht nach dem Ersten Weltkrieg schließlich keinen anderen Weg mehr als sich selbst­ständig zu machen und seinen Traum von eigenen Bonbons und Süßwaren zu verwirklichen.

Unterstützt wird er dabei von Gertrud Vianden, zunächst seine beste Freundin, dann enge Vertraute und schließlich Ehefrau.

Die Anfänge der jungen Firma sind schwierig. Hans und Gertrud leben auch als Ehepaar noch bei den Eltern auf dem Hof, da das Geld für ein eigenes Haus fehlt. In der ehemaligen Wasch­küche wird experimentiert, getüftelt und produziert. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist angespannt, die politische Situation im Umbruch, und die Konkurrenz schläft nicht.

Doch trotz aller Widrigkeiten verlieren die beiden nie den Glauben an ihren Traum. Und tatsäch­lich zahlt sich die jahrelange harte Arbeit aus: Das junge Ehepaar baut ein eigenes Wohnhaus mit angrenzender Produktionshalle und treibt unermüdlich die Entwicklung neuer Süßigkei­ten voran. So legen sie gemeinsam den Grundstein für ein Unternehmen, das bis heute – im wahrsten Sinne des Wortes – in aller Munde ist.

Dem Autorinnenduo gelingt eine ausgewogene Mischung aus Firmen- und Familienge­schichte, bei der die Fakten rund um Haribo niemals trocken im Vordergrund stehen, son­dern sich organisch in den Alltag, die Arbeit, das Familienleben und die Freundschaften der Figuren einfügen.

Im Nachwort erläutern die Autorinnen, dass sie sich eng an die historischen Eckdaten gehal­ten haben. So stimmen etwa die Ausbildung von Hans Riegel, seine Heirat, die Firmengrün­dung und die Geburt der Kinder mit der Realität überein. Umso klarer wird dadurch erkenn­bar, was historisch belegt ist und was der erzählerischen Freiheit entspringt – ein gelungener Auftakt der neuen Haribo-Saga.

BUCHINFORMATION
Katharina von der Lane: Haribo – So schmeckt das Glück | Goldmann Verlag | 464 S. | ISBN 978-3-442-49693-8 | 13 Euro


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