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Schön war es im Park

Kunsthandwerk macht gesellig und entspannt. So könnte man die diesjährige Auflage des Kunsthandwerkerinnen-Marktes beschreiben, die baustellenbedingt vom Schlossplatz in den Brückenkopf-Park verlegt werden musste. Rund 16.000 Gäste nutzten die Gelegenheit trotz Eintrittsgeld – und zwar von Anfang an. Deutliche Schlangen bildeten sich an den Eingängen. Wohl dem, der vorher auf die ausgelegten Pläne geguckt hatte und den Seiteneingang an Gut Nierstein kannte.

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Foto: Dorothée Schenk
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Für die Ausstellerinnen handelte es sich ja nicht um einen völlig neuen Ort: Bereits 2021 und 2022 fand coronabedingt das Markttreiben im Park statt. Allerdings in diesen Jahren wegen der Abstandsregel verteilt auf das Lindenrondell und den Stadtgarten. Diesmal wurden die über 220 Stände rund um das Lindenrondell auf dem Areal zwischen „Kind und Kegel“ bis hinter den Themengärten aufgebaut. Diese Konzentration wurde von Gästen wie Standbetreiberinnen ausdrücklich begrüßt – und der Ausweichort für gut befunden. Die Geschäfte liefen zufriedenstellend, war der allgemeine Tenor auf Nachfrage des HERZOGs. Eine Ausstellerin geriet schier ins Schwärmen. Wo der Kunsthandwerkerinnen-Markt stattfände, sei eigentlich egal. „In Jülich wissen die Besucher, dass sie Geld ausgeben wollen. Das ist toll“, zeigte sie sich begeistert.

An einigen Stellen sei die Standaufstellung etwas problematisch gewesen, denn… Wetter ist immer… die Windschneisen am Lindenrondell ließen die Zelte der Ausstellerinnen fast zu Flugobjekten werden. Lösungsorientiert wurden daher für zwei Ausstellerinnen neue Standorte gefunden. Auch genießen sowohl Ausstellerinnen als auch das Publikum die „Stammplätze“, weil man ja schließlich im Jahr 32 schon weiß, was genau man auf jeden Fall auch im Jahr 33 schon wieder sehen möchte. In diesem Jahr, so die bescheidene Meinung nach dem Selbstbesuch, war die Qualität des Gezeigten ausgesprochen hoch. Bedenkenswert ist halt immer die Dopplung der Gewerke: Braucht es wirklich dreimal Schmuck aus ausrangiertem Besteck? Schmuck war überhaupt wie auch Kleidung sehr stark vertreten. Alleinstellungsmerkmale hatten die Saxoflöten, die schon von weitem zu hören waren, die eisernen Öfen mit Anmutung an Cortenstahl (halt Rost, wie mancher sagen würde) und auch die ungewöhnlichen Keramikdesigns zogen die Blicke auf sich.

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„Es gibt wie immer ein für und wider“, sagte Julia Huneke, Leiterin des Stadtmarketing-Amtes und betraut mit Organisation und Umsetzung des Kunsthandwerkerinnen-Marktes. Es sei ein schönes „Gastspiel“ im Brückenkopf-Park und natürlich sei dort eine andere Aufenthaltsqualität. Was man aber nicht unterschätzen dürfe sei das Markttreiben als Instrument zur Innenstadtbelebung. Zwar sei der Schlossplatz inzwischen „fast zu klein“ für das große Interesse am Kunsthandwerkerinnen-Markt, aber bei Regen habe der Park den Nachteil, dass es keine Ausweichmöglichkeiten gebe. „Normalerweise nutzen die Besucherinnen und Besucher dann das gastronomische Angebot der Innenstadt“, weiß Huneke aus Erfahrung, „und kommen dann zurück auf den Schlossplatz.“ Wegen der nicht enden wollenden Regengüsse im September 2022 seien die Menschen vom Platz geströmt – und nicht wiedergekommen. „Wir haben in diesem Jahr den Markt schon um 16 Uhr geschlossen“, erinnert sie sich.

Wäre, hätte, sollte – in diesem Jahr konnte das Publikum jedenfalls nicht nur das Treiben durch die komfortabel breiten Budengassen genießen, sondern sie nutzten auch die vielen kleinen Nischen und Verweilorte im Brückenkopf-Park, um Verschnaufpausen zu machen. Ein charmantes Bild, das einfach auch schön fürs Auge war und die Vorzüge des Parks bestens hervorhob. Dennoch: Das klare Mehrheits-Votum wurde für eine Rückkehr in die Innenstadt ausgesprochen. Die wird es auch geben, denn nur knapp verfehlte der Kunsthandwerkerinnen-Markt die Eröffnung des Schlossplatzes. Zum Weinfest vom 9. bis 12. Juli wird der Schlossplatz mit einem gleichfalls für Jülich publikumswirksamen Event sein „Softopening“ erfahren.


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