Um Neues zu schaffen, müssen manchmal die Grundlagen geändert werden. So stand auf der Tagesordnung des letzten Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses eine Änderung des Flächennutzungsplans für den Wanderparkplatz an der Sophienhöhe in Stetternich.
Hintergrund dafür ist die Planung, im Rahmen des Umbaus des Rheinischen Reviers in einen Natur-, Freizeit- und Erholungsraum die touristische Infrastruktur zu stärken. Dazu gehört auch ein Anschluss an den sogenannten „Hambach Loop“, einen geplanten Radweg durch die Region.
In der Vorlage heißt es außerdem, dass die bestehenden Wanderparkplätze rund um die Sophienhöhe in Zustand, Gestaltung und Funktionalität – beispielsweise aufgrund fehlender Markierungen, unzureichender Flächenorganisation oder baulicher Mängel – nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Das gelte auch für die Verkehrssicherheit.
Zudem sei der Parkplatz in Stetternich schon jetzt stark frequentiert. Darum wolle man zukunftsorientiert und „mit Blick auf die steigenden Besucherzahlen“ eine dem Bedarf entsprechende Erweiterung anstreben.
Des Weiteren solle der Parkplatz für eine mögliche Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr vorbereitet werden sowie verschiedene touristische Elemente und Informationen geschaffen werden. Das Vorhaben ist der Vorlage zufolge Teil des Förderprojekts „Naturerlebnis Sophienhöhe“. Eine Visualisierung des künftigen Parkplatzes ist der Vorlage zu entnehmen.
In der Sitzung begrüßte zunächst Christian Klems (UWG JÜL) die Vorlage ausdrücklich. Mit der Sophienhöhe habe Jülich ein Naherholungsgebiet vor der Türe, das sich großer Beliebtheit erfreue. Mit dem Anschluss an den Hambach Loop entwickle sich etwas, von dem man noch „in vielen Jahren“ profitiere.
Er selbst als Mountainbikefahrer, auch auf der Sophienhöhe, könne aus eigener Erfahrung von einer sonntäglichen Besuchsquote berichten, nach der sich der Parkplatz „mit Sicherheit rentieren“ werde. Auch für die Aufenthaltsqualität und mit Blick auf die Förderkulisse sei es ein Gewinn.
Anders sah es SPD-Fraktionsvorsitz Harald Garding. Er hinterfragte den Bedarf und Mehrwert der Neuauflage, selbst mit ansprechenderer Neugestaltung. Schließlich gebe es bereits einen nutzbaren Wanderparkplatz. Ob es nicht Projekte gebe, bei denen Fördergelder sinnvoller eingesetzt würden?
Bürgermeister Axel Fuchs erklärte, dass der „Hambach Loop“ das Gesamtkonzept sei, von dem der Stetternicher Wanderparkplatz ein Bestandteil sei. Diese Radwegeverbindung um die Sophienhöhe und zusätzlich – so betonte der Verwaltungschef ausdrücklich – auch um den künftigen Hambacher See habe als Gesamtkonzept eine Förderfähigkeit. Diese sei aber nur dann gegeben, wenn auch Vorhandenes ertüchtigt werde, das besser sein sollte.
Er glaube, dass es eine sinnvolle Fördergeldnutzung sei, denn diese Förderungen seien für Naturentwicklung und Entwicklung rund ums Tagebauumfeld vorbehalten. Außerdem sei die Höhe des Eigenanteils der Stadt zu bedenken und eine künftige Änderung der Beteiligungen und Beteiligungsquoten von Neuland Hambach. Fuchs empfahl, ein deutliches Zeichen zu setzen und in der Entscheidung des Ausschusses den Hambach Loop zu unterstützen.
Die Vorlage erhielt auch Unterstützung von Felix Brandt (CDU). Er sei gebeten worden, sich im Namen des Stetternicher Ortsvorstehers Lambert Schmitz (CDU) für den neuen Wanderparkplatz einzusetzen. Es sei ausdrücklicher Wunsch aus dem Dorf, den Parkplatz zu ertüchtigen.
Die Erwartung der gesamten landschaftlichen Neugestaltung liege auch darin, dass der aktuell gut ausgelastete Parkplatz perspektivisch vergrößert werden müsse. Ebenso könne im Sinne eines Nach-Vorne-Schauens ein „Das hat bisher immer funktioniert“ kein Argument sein. Eine sinnvolle Aufwertung sah auch Christine Klein (Bündnis 90 / Die Grünen) und unterstrich insbesondere die geplante Trennung des Radverkehrs.
Auf Anregung des sachkundigen Einwohners Maik Boltes, ob man den Parkplatz nicht umplanen könnte, um keine zusätzlichen Bäume zu fällen und zusätzlich Photovoltaik-Anlagen aufstellen zu können, entgegnete Bürgermeister Fuchs, dass man in den Planungen und Gesprächen mit dem Fördermittelgeber und der Bezirksregierung zu weit sei, um noch Änderungen einbringen zu können.
Der Beschluss wurde einstimmig angenommen.





















