
Empfehlungen treffen auf große Zahlen: Der sogenannte Bürgerrat, der über den Sommer Vorschläge für das Rheinische Revier diskutiert und zuerst in Jülich getagt hat, übergab bei der Revier-Konferenz in Bergheim die Ergebnisse an die Landesregierung. Die wusste im Rahmen des Strukturwandels mit einem Resümee der Förderungen aufzuwarten: Über 950 Projekte zu insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro seien in der ersten Förderphase angestoßen worden.
Der Bericht des Bürgerrats wurde von etwa 100 Menschen, die einen Querschnitt der Region darstellen sollten, erarbeitet. Und wenn man ihn liest, stellt man Verknüpfungen fest. Unter den zehn großen Oberbegriffen befinden sich zwar viele grundsätzliche Thesen, aber auch Handlungsempfehlungen. In fast allen Fällen zeigt sich, dass die Themen nicht separat, sondern miteinander gedacht wurden – und sie mehrere Dimensionen aufweisen.
Immer wieder tauchen zum Beispiel die Themen Verständigung der Generationen und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Stärkung der Lebensqualität und insbesondere Naturschutz und Klimaanpassung auf, oftmals gleichzeitig. Klar, dazu gehört die Begrünung des Lebensraums und daraus entstehende neue Räume, aber auch der Vorschlag von Bildungsreformen am Puls der Zeit, etwa durch den Austausch mit erfahrenen Menschen und gezielte Angebote zu Erneuerbaren Energien. Ideen, von denen alle profitieren sollen.
Nicht vergessen wird dabei der wirtschaftliche Anteil. Wird etwa die Stärkung des kulturellen Angebots empfohlen, so mit Verweis auf die Wirtschaftsstärkung von klein- und mittelständischen Unternehmen. Und auch bei der Erhöhung der Bildung und Lebensqualität ist die Rede von Standortvorteilen für Firmen durch attraktive Lebensumfelder und gut ausgebildete (Nachwuchs-)Fachkräfte.
Zwischen bekannten Themen wie verbessertem Öffentlichen Personennahverkehr und Reduzierung (aber nicht Abschaffung) des Individualverkehrs, Tourismusfokus oder Nachhaltigkeit finden sich entsprechend viele Ideen und Einzelvorschläge, die sich teilweise an bestehenden Formaten anderer Regionen orientieren. Und es wird immer wieder aufgezeigt, woran die Konzepte noch haken. Mehr oder weniger überraschend ist dazwischen beispielsweise das Oberthema der „Dritten Orte“ – Begegnungsorte, die keinen kommerziellen Gewinnanspruch haben.
Die Vorschläge sind unter diesem Link im Detail einzusehen.
Unter den Beispiel-Projekten auf der Revier-Konferenz war auch der im Jülicher Königskamp angesiedelte Ableger von Synhelion aufgeführt. Dieser entwickelt synthetisches Kerosin, Diesel und Benzin aus erneuerbarer Energie, die aktuell mit fossilen Treibstoffen gemischt werden.
Auf die bestehende Demonstrationsanlage DAWN soll in Jülich eine kommerzielle Anlage gebaut werden. Diese, ist der Pressemitteilung zu entnehmen, wird vom Landesprogramm „Produktives.NRW“ aus Mitteln des zugehörigen Just Transition Funds unterstützt.


















