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Verkehrs-Ansichten

Mit der "Dualität zwischen individuellem und öffentlichem Personennahverkehr" beschäftigt sich in einer Leserzuschrift Martin Marquardt.

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Leserbriefe des Jülicher HERZOG Kultur- und Stadtmagazin
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Ein Einwohner unserer schönen und nicht immer ganz rund laufendem, aber dennoch funktionierendem rollendem Verkehr, bestellt sich ein platzgreifenderes, weil bequemer zu besteigendes, eingebautem Kinderspielplatz und im Verbrauch sparsameres, neues Auto. Die Vorfreude ist, wie meist bei solchen Anschaffungen groß. Bis zum Auslieferungstermin sind noch ein paar Wochen Zeit. Die vorhandene, vor 30 Jahren wie auch das Haus gebaute Garage, wird von Allem, was nicht in eine solche gehört, befreit und gefegt. Alle benötigten behördlichen Nötigkeiten wie Zulassung, Nummernschilder und Versicherungen sind abgearbeitet. Der Tag der Auslieferung steht fest. Ein netter, freundlicher Mitarbeiter, oder war es der Chef des Autohauses selbst, fährt das neue Gefährt vor und übergibt dem hier anonym bleibenden Einwohner (siehe oben) die Autoschlüssel mit einer Flasche alkoholfreiem Champagner und einem Blumenstrauss für die zukünftige Beifahrerin (oder auch Fahrerin). Nachbarn und Freunde kommen und wünschen Allzeit gute Fahrten. So weit, so gut.

Das neue Gefährt soll nun aber, da schlechtes Wetter droht, nicht gleich nass werden. Also gleich rein in die Garage. Ups! Stop! Die Garagentoreinfahrt ist zu niedrig bzw. das Auto zu hoch. Also um die Story etwas abzukürzen: Der Umbau mit einem höheren Tor war in den nächsten Wochen schnell erledigt. Also jetzt, bei besserem Wetter die Torerweiterungsfeier, ähnlich der Lieferungsfeier, Einfahrt unter Beifall der Anwesenden (siehe oben) in die Garage und: Ups. Stop! Was ist jetzt schon wieder? Da die meisten neueren Autos mit allem Schnick Schnack ausgerüsteten Autos auch mit Abstandswarnern versehen sind, deuten diese an, dass die Garagenrückwand sich nicht mit der Länge des neuen Einwohners verträgt.

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Also, jetzt wieder das Auto zurückgeben, oder die Garage verlängern? So was nennt man schlicht und einfach schlechte Planung. Wie das Problem gelöst wird, wird noch diskutiert.

Was hat nun aber diese Geschichte mit der „Dualität im öffentlichen Personennahverkehr“ zu tun?

Die Rurtalbahn als Mitbetreiberin des „öffentlichen Personennahverkehrs“ bestellt eine neue Generation von Schienenbussen und stellt anschließend fest, das damit bis jetzt mindestens drei anzufahrende Haltestellen zu kurz und zu tief sind. Die Neuen Fahrzeuge sind 70 Meter lang und dafür ist der Haltepunkt „an den Aspen“ mit 90 Metern zu kurz !? Und soll auf 155 Meter verlängert werden. Fahren zwei Züge gleichzeitig hintereinander oder voreinander? Selbst dann sind noch 15 Meter übrig. Da ist man ja schon zu Fuß fast in „Jülich Nord“. Aber diese Haltestelle soll ja in Richtung Busbahnhof verschoben werden. Vom neuen Standort wäre er auch fußläufig erreichbar.

Es ist ja nicht verkehrt Arbeitsplätze zu sichern, aber wären die verantwortlichen Planungsbevollmächtigten an weniger kostenintensiven Bauvorhaben nicht sinnvoller einsetzbar? Sollten alle, auch die hier nicht aufgeführten Maßnahmen durchgeführt werden, entstehen neben den unübersichtlichen Baukosten als Folge auch höhere Fahrpreise. Die Kosten für den P&R Parkplatz trägt selbstverständlich die Stadt Jülich. Tipp: Kosten minimieren mit Parkgebühren.

Auch die langen Wartezeiten an dem Bahnübergang an der Dürener Straße, die dadurch verkürzt werden sollen, werden als Argument angeführt. Toll, man weiß also von dem unsäglichen Verkehrshindernis. In diesem Zusammenhang sei die Frage erlaubt, wieso das Auslösesignal für die Schranken an der Haltestelle „Jülich- Nord“ aktiviert wird? Jeder Modelleisenbahner weiß, das Steuersignale nicht mehr wie zu Dampfeisenbahnzeiten über Stahldraht gelenkte Bauwerke (hier stand das Stellwerk der Jülicher Kreisbahn) bewegt werden. Kleiner Tipp an die Betreiber: Mit elektrischen Signalkontaktgebern kann man jede beliebige Entfernung realisieren und damit auch die Wartezeiten optimieren. Und ein Ratschlag für die mobil Wartenden am Bahnübergang: Benutzen Sie die Barrierefreie „Bahn – Straßenkreuzung“ an der Römerstraße, jedenfalls solange bis die Planer der Rurtalbahn andere Pläne haben. Vielleicht sind Sie dann trotz Tempo 30 auf der Wiesenstraße schneller in der Innenstadt. Für den nicht motorisierten Individualverkehr bliebe alles beim Alten. Aber man kann es eben nicht Allen recht machen.

Bis dahin: „Bleiben sie stabil“


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