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Neues aus Zamonien

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Foto: Verlag
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„Qwert“ hätte der dritte oder vierte Zamonien-Roman von Walter Moers werden können, es wurde aber der zwölfte. Grund hierfür ist der Verleger Wolfgang Ferchel, dem die Probekapitel nicht gefielen und der den Autor dazu brachte, sich anderen Stoffen innerhalb des Zamonien-Universums zuzuwenden. Es spricht für den langen Atem von Walter Moers, aber auch für die fortwährend gute Zusammenarbeit mit seinem Verlag, dass mehr als 15 Jahre später „Qwert“ tatsächlich als fertiges Buch das Licht der Welt erblickt hat; wieder hervorragend illustriert vom Autor selbst und bibliophil ausgestattet. Auch wenn man dem Werk anmerkt, dass der Entstehungskontext innerhalb der Erschaffung des Zamonien-Kosmos zeitlich etwas zurückliegt, ist die Lektüre das reinste Vergnügen. Mit Qwert begegnen wir einer der Figuren des ersten Zamonien-Romans „Die 13½ Leben des Käpt‘n Blaubär“ wieder.

Der Gallertprinz Qwert Zuiopü aus der 2364. Dimension war in Folge eines unfreiwilligen Sturzes in ein Dimensionsloch nach Zamonien gekommen und gemeinsam mit dem Blaubär in Prof. Dr. Abdul Nachtigallers Nachtschule („Wissen ist Nacht!“) beschult worden. Im vorliegenden Roman tritt er nach einem erneuten Dimensionslochsturz jedoch nicht als er selbst in Erscheinung, sondern als kein geringerer als Prinz Kaltbluth – einer in Zamonien äußerst beliebten literarischen Gestalt der Unterhaltungsliteratur. Ihm zur Seite steht – die Parallele zu Cervantes Don Quijote ist offensichtlich – sein treuer Knappe Oyo Pagenherz, der ebenfalls einen Dimensionslochsturz hinter sich hat und eigentlich der Küstengnom Queekwigg von der Insel Eydernorn ist. Ihm waren wir im vorangegangenen Briefroman „Die Insel der tausend Leuchttürme“ begegnet.

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In den 43 „Aventiuren“ des Prinz-Kaltbluth-Romans – die Wiedergabe des elfzeiligen Untertitels erspare ich mir hier – steht den beiden das außergewöhnliche Reitwürmchen Schneesturm zur Seite, interessanterweise kein gewöhnliches Pferd. Letzteres ist eine Referenz an den Handlungsort: die Parallelwelt Orméa. Aus den autobiografischen Texten von Hildegunst von Mythenmetz, des größten zamonischen Dichters aller Zeiten, wissen wir, dass das „Orm“ die Voraussetzung für gute Literatur ist. Und so scheint die Welt Orméa, deren Zentrum die megalomanische Stadt Creapolis ist, nur so aus wirren literarischen Einfällen zu bestehen. Auf jeden Fall ist es ein Ort, an dem man keine Bedürfnisse nach Essen oder Schlaf verspürt, der aber zahlreiche Gefahren bereithält, die einer berühmten literarischen Gestalt wie Prinz Kaltbluth auf jeden Fall würdig sind. Deshalb lässt man sich gerne auf die Lektüre ein und genießt den wohligen Schauer bei der Begegnung mit der Doppelgesichtigen Janusmeduse, Riesengletscherzwergen, verschiedenen Rittern, Rostigen Gnomen, Kristallskorpionen, Ruinenzecken, Fliegendem Treibsand und Dornigen Tentakeln.

Zum Ende hin löst sich dann auch auf, wer der „Einsame Denker“ ist, der von einigen der Bewohner Orméas geradezu gottgleich verehrt wird. Dann bis zum nächsten Dimensionslochsturz in die fantastischen Welten von Walter Moers!

BUCHINFORMATiON
Walter Moers: Qwert | 582 Seiten geb. | Penguin Verlag | ISBN 978-3-328-60427-3 | 42 Euro

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Eine echte Muttkrat und mit unbändiger Leidenschaft für Geschichte und Geschichten, Kurator mit Heiligem Geist, manchmal auch Wilhelm V., Referent, Rezensent, Herausgeber und Schriftleiter von Publikationen, Mitarbeiter des Museums Zitadelle und weit über die Stadtgrenzen hinaus anerkannter Historiker, deswegen auch Vorsitzender der renommierten Wartburg-Gesellschaft

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