Endlich: lange drauf gefreut, und los geht’s. Mit Spannung wird die erste Seite aufgeschlagen: Ja, und da sind sie. All die bekannten Dorfbewohner und obendrein, hm ja, wie heißt er denn noch mal? Der Seefahrer und Kaufmann aus „Asterix als Gladiator“. Ja, jetzt, wo man es liest: Es ist Epidemias, der schlitzohrige Phönizier mit seinen rudernden „Gesellschaftern“.
Ach, wie schön, ein bekanntes, aber dennoch unerwartetes Gesicht aus (des Lesers) anderen Zeiten. Ein wenig Nostalgie. Und die Piraten dürfen natürlich nicht fehlen. Auch bei denen schlägt der Zeitgeist zu und wird wie gewohnt ironisch lateinisch kommentiert. Zumindest könnte man meinen, ist dies auch das, was Teile der Leserschaft sich wünscht. Apropos Leserschaft: Wer liest denn heute noch Asterix und wartet ungeduldig Monate, mitunter Jahre auf das nächste Heft? Nachgefragt bei mehreren Lotto- und Zeitschriftenhändlern: Es ist eher die Generation 50+. Da bleibt nur zu hoffen, dass manch ein Kind oder Enkelkind neugierig nachfragt, was Oma und Opa da für Bilderbücher lesen. Oder sie kennen unsere Gallier vielleicht noch aus Filmen. Nun ja, das braucht man eigentlich nicht wirklich. Aber zurück zum neuen Heft.
Wo geht die Reise wohl diesmal hin? Nach Lusitanien, also quasi Portugal. Das hatten wir noch nicht. Liegt bekanntlich ja auch an der Atlantikküste, nur etwas weiter südlich, bietet aber wieder mal so viel anderes, als unsere Freunde aus der Heimat kennen. Abwarten. Was passiert? Einem um Hilfe bittenden „Ausländer“, in diesem Fall, wen wundert es, einem Lusitanier namens Schnurres, (klingt jetzt eher weniger südländisch, bedient dafür vielleicht ein Klischée) wird ohne lange Diskussion selbstlos eben diese gewährt. Begleitet von den üblichen Frotzeleien um Zaubertrank und Troubadix ziehen Asterix, Obelix und Idefix los, einen bis dato Unbekannten aus der Gefangenschaft zu retten. Wenn das mal keine Anspielung auf unsere aktuelle europäische Politik ist…
Wie dem auch sei, Anspielungen auf die heutige europäische Zivilisation gibt es diverse. Themen wie Korruption, Wirtschaftskriminalität, Rente, Digitalisierung, Marketing und noch so manch ein anderer kritischer Ansatz lassen sich herauslesen. Dazu noch weitere übliche Zutaten. Obelix ist auch wieder mal unglücklich verliebt, bekommt auch obendrein kein Wildschwein, sondern Fisch und die landestypische Spezialität „Garum“. Sagen wir mal so: Es hat schon fesselndere Abenteuer gegeben. Dennoch macht es Spaß, und es bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft weitere Geschichten der Unbeugsamen geben wird. Zwei Highlights seien noch erwähnt: Cäsar, der gezeichnet ist, als habe ihn die Melancholie des Fados und seiner Untertanen befallen, und Obelix als… Aber lesen Sie selbst.
BUCHINFORMATiON
Fabcaro: Asterix in Lusitanien / Illustration: Didier Conrad | Bd. 41 | Softcover 48 S. | Egmont Ehapa Verlag 2025 | EAN 4026635901747 | 7,99 Euro



















