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Bridgeclub Juliacum

Coeur oder Treff

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Fotos: B.Sylvester | Artwork: Kristina Schadowski
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Erst wird der Gegner gereizt, dann geht es darum, möglichst viele Stiche zu landen. Klingt martialisch? Ist es aber keinesfalls. Denn hier geht es nicht
um Kriegskunst, sondern um Logik, Kombinatorik und Spannung – das Spiel heißt Bridge und folgt strengen Regeln. Regeln, die jeden Laien bei erster Begegnung mit dem Spiel ziemlich ratlos stehen lassen. Aber keine Sorge, man kann es lernen, sogar ziemlich schnell, meint jedenfalls Eva Holland, als Schatzmeisterin des Jülicher Bridgeclubs Juliacum eine echte Fachfrau.
Drei Mal in der Woche, immer dienstags, mittwochs und donnerstags, treffen sich die Spielerinnen und Spieler in der „Vereinswohnung“ in der Wiesenstraße zum Turnier. Neulinge sind gerne willkommen, so Frau Holland, doch ohne Vorkenntnisse geht es nicht. „Als Anfänger muss man erst einmal Unterricht nehmen“, sagt die Bridgeexpertin, denn alleine die „Reizung“ zu Spielbeginn hat ihre eigene „Sprache“. Um interessierten Bridgefans in spe den Einstieg zu erleichtern, bietet der Jülicher Bridgeclub regelmäßig Kurse an. So läuft auch aktuell, seit dem 19. September, ein „Mini-Bridge-Kurs“ in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS). Und auch wenn das jetzt alles fürchterlich kompliziert klingt, abschrecken lassen sollte sich niemand, meint jedenfalls die Expertin: „Nach zehn Minuten können Sie Ihre erste Hand spielen.“
An einem kleinen quadratischen Tisch sitzen sich je vier Spieler gegenüber. Auf der grünen Decke liegen nach genauen Vorgaben angeordnete Karten – ob die Spieler die Karten waagerecht oder senkrecht vor sich ablegen, verrät etwa, ob ein Stich gewonnen oder verloren worden ist. In jeder Tischecke steht ein Plastikgestell mit bunt bedruckten Karten – mit diesen Karten ist vorher gereizt worden. Auch ein kleiner hellgrauer Kasten gehört zur Ausstattung auf dem Tisch. Seine Bedeutung bleibt dem unbedarften Beobachter zunächst vollkommen schleierhaft.
Während der allwöchentlichen Turniere herrscht gespannte Ruhe in den Vereinsräumen an der Wiesenstraße. Blitzschnell liegen die Karten auf dem Tisch, genauso schnell werden sie als gewonnene oder verlorene Stiche beiseitegelegt. Lange dauert ein einzelnes Spiel nicht, nach rund acht Minuten haben die vier Spieler – die übrigens paarweise spielen – eine Runde abgehakt. Pro Tisch werden zwei sogenannte Hände gespielt, dann steht der Wechsel an den nächsten Tisch an. Eva Holland gibt das Kommando dazu. Eine Stoppuhr braucht sie dafür nicht. „Wenn das Gerede anfängt, dann weiß ich, dass die Spiele alle beendet sind“, schmunzelt die Turnierleiterin, steht auf, ruft „Wechsel!“ in die Runde und eilt in den Nebenraum. Dort steht ein Laptop mit einem eigens ausgeklügelten Bridgeprogramm. Hier werden alle einzelnen Ergebnisse gesammelt, so dass die Teilnehmer am Ende eines jeden Turniers einen exakten Überblick erhalten. Die Ergebnisse werden in den „Bridgemate“ eingetippt, flugs via Server an den Laptop gesendet und dort aufgelistet. Gewissenhaft werden die Turnierergebnisse auf der vereinseigenen Homepage unter www.bridgeclub-juelich.de gepflegt und können dort eingesehen werden. „Wer besonders fleißig ist, sieht sich die Ergebnisse genau an und versucht dann, einzelne Spiele noch einmal nachzuvollziehen“, verrät Eva Holland. Die Bundesligaprofis täten das auf jeden Fall. Bundesliga? Es gibt tatsächlich eine Bridge-Bundesliga? „Ja, es gibt tatsächlich eine Bundesliga“, bestätigt Eva Holland lächelnd und verrät, dass es im Bridge eine ganze Reihe verschiedener Leistungsklassen gibt, ganz genau wie beim Fußball. Und, den genauen Grund kann sich auch Fachfrau Holland nicht erklären, je höher die Leistungsklasse, desto mehr Männer sind vertreten. An diesem Dienstagnachmittag sind es in erster Linie Frauen, die an den grünen Tischchen in der Wiesenstraße um Stiche und Punkte spielen, ein einzelner Mann sitzt dazwischen – „unser Alibimann“ scherzen die Damen zwischen zwei Spielrunden.
1981 ist der Jülicher Bridgeclub Juliacum gegründet worden – dieses Jahr steht das 35. Jubiläum des Vereins an. 16 Bridgefans waren es, die den Verein einst aus der Taufe hoben. Inzwischen hat der Jülicher Club rund 100 Mitglieder, auch von den Gründungsmitgliedern sind noch einige dabei und spielen aktiv. 100 Mitglieder sind nicht gerade wenig, dennoch: „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied“, betont Eva Holland und lässt durchblicken, dass auch Jülichs Bridgeclub Nachwuchssorgen nicht fremd sind. Die aktiven Spielerinnen und Spieler treffen sich dienstags und mittwochs jeweils um 15 Uhr und donnerstags um 19 Uhr in der Wiesenstraße 2 in Jülich. Wer die Sprache des Spiels schon spricht, die Regeln kennt und schon das eine oder andere Mal gespielt hat, darf einfach vorbeikommen. „Wenn jemand keinen Partner hat, finden wir einen“, ist sich Eva Holland sicher. Auch erwartet Jülichs Bridgeclub kein bestimmtes Niveau, Anfänger und Profis sind gleichermaßen herzlich willkommen. Und wer es noch nicht kann, der wirft am besten einen Blick in das jeweils aktuelle VHS-Programm – „Mini-Bridge-Kurse“ werden regelmäßig angeboten.

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