Es hat sich wohl einiges verändert. Nicht nur, dass die Präsidenten Axel Fuchs und Uwe Mock mittlerweile stimmlich von David Ningelgen und Claudio D’Orsaneo unterstützt werden, sondern auch durch steigendes Alter und außer-karnevalistische Ämter hat sich mittlerweile manche (Selbst-)Wahrnehmung verschoben. „Ist schon komisch, wenn ein Bürgermeister und ein Sozialarbeiter in der Band sind und plötzlich nicht mehr singen“, kommentierte so Mock zur Liedzeile „… ist poppen kein Problem“. Und auch überraschend: diesmal gab es im Publikum sogar Platz zum Tanzen.
Nach 40 Jahren auf der Bühne zeigt sich aber auch: Personell wächst und ergänzt man sich – und das trotz Doppelbesetzungen. Wenige Musiker verbrachten den Abend durchgängig auf derselben Position, es wurde etwa munter zwischen der Hauptband Les 6 Kölsch 1 Cola und der Band der Prinzengarde getauscht. Und selbst das Dreigestirn sprang zwischenzeitlich musikalisch ein. Dass Prinz Ole (Schlüter) I. dabei auch vielfach in Liedern wie „Prinz Prinz“ am Bass eingesetzt wurde, war ein nettes Schmankerl, das sich durch den Abend zog.
Insgesamt gilt: Die Liebe zum Verein war allenthalben spürbar. Bei den ausgewählten Erkennungsliedern des Dreigestirns glänzten Prinz und Deftigkeit (Denis) Etzkorn I. mit Hymnen darüber, Prinz der CCKG zu sein und etwa in der KuBa-Kneipe zu feiern. Heraus stach dabei Jungfrau Patricia I. (Pasqual Werth) mit der Italo-Ballade „Felicità“. Doch auch der Auftritt der Bühnen-Butler bekannte sich mit „Blau, blau, blau ist eine geile Farbe“ und zeigte sich – wie schon in vergangenen Jahren mit „Kein Kölsch für Nazis“ – politisch: „F_ck die AfD“ und „Die CCKG lassen keine Nazis rein“ waren Teil des Zugabentextes. Fast wie nebenbei meisterte Fatima Abdellaoui in zwei Prüfungsteilen ihre „Butler-Prüfung“, bestehend aus Testfragen und einer Aufgabe, und wurde vom Publikum somit als Dienstjüngste offiziell aufgenommen. Vizepräsident Mock schloss den Programmpunkt mit „Du darfst demnächst in die Meisterschule gehen. Die kostet ein Heidengeld und dauert ewig, aber egal.“ Man merkt: Bei der CCKG ist es trotz allem auf der Bühne gewohnt locker im Umgang geblieben. Ebenso ein neues Gesicht im Amt: Dottore Bob, dereinst selbst Butler, dann als Bühnenarzt im Einsatz, übernahm in der Session 2026/27 die Zeremonienmeisterei.
Eine weitere Amtseinführung gab es beim Auftritt der Prinzengarde. Hauptmann Hacky Hackhausen übergab Garde-Mitglied Jona Windels, als einzigem unter 18-jährigem Gardisten, die Aufgabe des Hauptmanns der jungen Garde. Er habe schließlich schon einen Hauptmann-Geburtstag, begründete Hackhausen die Ehrerweisung und verwies auf seinen eigenen. Die Garde spielte in diesem Jahr zudem nicht nur „Alaaf’man“ (unterstützt vom Tanzquintett „Die toten Funken“) auf, sondern brachte erneut ein neues Stück mit: Mit „Bitte nur ein’n Korn“ unter dem Pseudonym „Wir sind Garde“ – auf Grundlage von „Nur ein Wort“ von Wir Sind Helden – brachten sie Stimmung in den KuBa.
Die CCKG-Tanzparts wurden vom Herrenballett der KG Rurblümchen ergänzt, mit einer Choreographie ganz im Sinne der 90’er Jahre Nostalgie und auch mit Salto-Parts. Dabei gab es bei den Blau-Weißen selbst einige personelle Einbußen: Die Mariechen waren nur zu zweit statt zu dritt und beim Fernsehballett – dieses Jahr mit dem Thema „Jahrmarkt der Unmöglichkeiten“ samt typisch mysteriösen angespielten Clowns- und anderen Figuren – fiel eine Tänzerin aufgrund von Leistenbrüchen aus. Ganz spontan war dieses Jahr der Programmpunkt „Fuss’n’Friends“ (oder diesmal vielmehr „Friend“): Laut Mock war bis mittags nicht klar, ob sie auftreten würden. Quasi das Chaos, das die CCKG seit 1986 ausmacht.
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