In der jüngsten Sitzung des Sportausschuss stand die Übernahme der „Nutzungsgebühren des Jülicher Wassersportvereins, der DLRG sowie der Behinderten Sportgemeinschaft für die Nutzung von Hallenbädern benachbarter Kommunen für das Jahr 2026“ auf der Tagesordnung. Die gute Nachricht für die Vereine vorweg: Der Beschlussvorlage wurde ohne Gegenstimmen und Enthaltungen zugestimmt.
Ein wenig Diskussionsbedarf herrschte im Jufisss, dem Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport, dennoch. Hier richtete sich der Blick in die Zukunft. Die zentrale Frage lautete dabei, wie künftig mit der Kostenübernahme verfahren werden kann und soll. Für die CDU formulierte Frank Radermacher, dass es „sehr wichtig sei, den Vereinen zu signalisieren, dass sie für 2026 mit Unterstützung rechnen können.“ Planungssicherheit für die kommenden Jahre sei ebenfalls wichtig, mit Blick auf andere Sportvereine solle aber eventuell ein Stufenmodell in Betracht gezogen werden, sprich, die Kostenübernahme durch die Stadt könnte schrittweise gesenkt werden.
Für den Stadtsportbund stieß Ralf Gottaut ins selbe Horn: „Es ist fundamental wichtig, für dieses Jahr 100 Prozent zu geben. Wir dürfen den Schwimmsport in Jülich nicht verlieren.“ Ähnlich äußerte sich Dr. Jennifer Lopez-Barrilao (SPD), die zum einen festhielt, man könne die Eigenbeteiligung der Vereine zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren, und zum anderen darauf verwies, dass die Schwimmvereine nun mit einem deutlich höheren Aufwand konfrontiert seien, weil die Sportstätten allesamt außerhalb der Stadtgrenzen liegen würden.
Seit das Jülicher Hallenbad geschlossen werden musste, müssen die Schwimmsportler auf andere Bäder ausweichen, nach Linnich, Titz und Düren. Dafür fallen Nutzungsgebühren an, je nach Kommune in unterschiedlicher Höhe, festgelegt durch die jeweiligen Gebührensatzungen.
Als Gastredner schilderte Marco Steinbusch vom Jülicher Wassersportverein JWSV seine Sicht der Lage. Die finanzielle Lage des Vereins sei schlecht, so die schlichte Feststellung. Gründe dafür sind die fehlenden Einnahmen aus Wettkampfveranstaltungen, der Mitgliederschwund und dass es nicht mehr im gewohnten Umfang möglich sei, Schwimmkurse anzubieten. Im letzten Jahr habe der JWSV ein Defizit von 4000 Euro verzeichnen müssen, glücklicherweise habe es viele Spenden gegeben. Um die steigenden Kosten ein wenig aufzufangen, denkt der Verein aktuell über die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nach. Ein „Stufenmodell“ für die künftige Finanzierung der Nutzungsgebühren könne der JWSV derzeit nicht zusagen, so Steinbusch. Er schlug zudem vor, die Nutzung des Dürener Hallenbads auszuweiten, denn dort sind die Kosten die geringsten. Der Aufwand sei zwar deutlich größer, aber gerade die Leistungssportler seien dazu gerne bereit, wenn es helfen würde.
Ein wenig Entlastung für die Vereine kommt aktuell bereits von den Stadtwerken Jülich, die sich bereit erklärt hätten, alle drei mit zu unterstützen, so Bürgermeister Axel Fuchs auf Nachfrage.
Unter dem Strich hielt Dezernent Thomas Mühlheims fest, dass jetzt erst einmal Sicherheit für 2026 geschaffen sei. Danach könne man sich zusammensetzen und „vernünftige Gespräche führen“.



















