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Für einen guten Start

31 Frauen engagieren sich kreisweit im Babybegrüßungsdienst. Die Jülicherin Thea Kempen ist eine von ihnen. Sie hat dem HERZOG erzählt, was diese Aufgabe bedeutet.

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Foto: Pexels/pixabay
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Mit einer großen Tasche unter dem Arm steht Thea Kempen vor Haustüren in und rund um Jülich. Sie besucht frischgebackene Eltern und ihre Neugeborenen. Im Gepäck hat die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Babybegrüßungsdiensts vor allem Informationen.

Einen dicken Ordner haben Koordinatorin Annalena Schäfer und ihr Team vollgepackt mit wichtigen Telefonnummern, mit den Adressen von Anlaufstellen wie etwa dem Frühförderzentrum Rur, mit einem kleinen Geschenk und zahlreichen Gutscheinen. Je nachdem, in welcher Stadt die 31 Frauen unterwegs sind, gibt es unterschiedliche Bons. In der Jülicher Tasche ist zum Beispiel ein Gutschein für den Brückenkopf-Park, aber auch einer für freien Eintritt im Wildpark Schmidt dabei.

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Thea Kempen engagiert sich seit drei, vier Jahren ehrenamtlich im Babybegrüßungsdienst des Kreises Düren – so genau wisse sie das gar nicht mehr, lacht die Pensionärin. „Ich wusste schon vor meinem Ruhestand, dass ich irgendetwas Ehrenamtliches machen möchte“, blickt Kempen zurück. Was genau es sein sollte, stand allerdings in den Sternen. Nur sollte es auf jeden Fall etwas Neues sein.

Nach einer Beratung zum Thema Ehrenamt stolperte Thea Kempen auf der Internetseite der Stadt zufällig über den Babybegrüßungsdienst auf der Suche nach Verstärkung. „Wow, klasse, das ist es“, habe sie in dem Moment gedacht. „Das war eine ganz neue Zielgruppe für mich. Junge Eltern und ’neue‘ Babys“, strahlte Thea Kempen bis heute die anfängliche Begeisterung aus.

Im Berufsleben habe sie als „Teil des Leitungsteams an einem Berufskolleg“ viel Konzeptarbeit gemacht. Da verwundert es kaum, dass sie auch gleich einen Blick in das Konzept hinter dem Babybegrüßungsdienst geworfen hat. Und auch hier Begeisterung: „Ich finde das wirklich klasse“, lobt Thea Kempen „Elternstart NRW“. Das Projekt, an das sich der Begrüßungsdienst anlehnt, unterstütze nach dem Prinzip „helfen, wo Hilfe nötig ist“ präventiv und nicht erst dann, wenn es zu spät ist.

Bei den Familien kommen die ehrenamtlichen Besucherinnen gut an, sind sich Koordinatorin und Ehrenamtlerin einig. „Die Eltern freuen sich über das Angebot“, weiß Thea Kempen aus Erfahrung. Sogar auf der Straße gebe es manchmal Lob, erzählt sie schmunzelnd.

Und manchmal reicht Kempens Engagement auch über den einen persönlichen Besuch hinaus. Etwa wenn sie beim Einkaufen zufällig eine Mutter trifft, die von einem Problem berichtet. Dann könne sie auf ihr Wissen aus dem Ehrenamt zurückgreifen und die passende Anlaufstelle nennen. Im berichteten Beispiel habe die junge Mutter schnelle unbürokratische Unterstützung gefunden, lächelt Kempen und betont einmal mehr, dass sie „die Arbeit wirklich schön findet.“

Etwa 120 Babys würden jeden Monat im Kreis Düren geboren. In Jülich sind es ungefähr 20 Neugeborene im gleichen Zeitraum. Rund 80 Prozent aller Familien würde das Angebot des Kreises erreichen, ordnet Koordinatorin Annalena Schäfer den Erfolg des Programms in Zahlen ein. „Eingetütet“ vom Ex-Landrat Wolfgang Spelthahn und von Anfang an unterstützt durch Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs sei der Babybegrüßungsdienst aus ihrer Sicht ein echtes Erfolgsmodell, betont Thea Kempen.

Auch in anderen Kommunen des Landes gibt es vergleichbare Angebote, so Schäfer. Dass im Kreis Düren die Quote so hoch ist, liege daran, dass „wir alle Eltern anschreiben und einen Termin vorschlagen“, erklärt Schäfer weiter. Diesen Termin können die Familien annehmen, müssen es aber nicht. Manche kämen auch „nur“ die Tasche abholen, aber auch damit sei schon etwas gewonnen. Denn dann sind immerhin die wichtigsten Informationen „ausgeliefert“.

Etwas mehr als eine Stunde dauert es, wenn Thea Kempen eine Familie mit ihrem Baby besucht. Meist sind die Kinder zu diesem Zeitpunkt etwa acht Wochen alt.

Besonders nette Szenen entstünden, wenn es schon ältere Geschwister gibt: „Manchmal sitzen die Geschwister versteckt hinter einem Sessel und hören ganz still zu. Sie kommen raus, wenn es um das Stofftier geht“, lacht Kempen und findet das ganz verständlich. Schließlich habe das Baby ja vorher schon die ganzen Broschüren und Informationen bekommen.

Eine Broschüre findet die Ehrenamtlerin vor allem für Jülicher Familien sehr sinnvoll: Kurz&Knapp heißt die Sammlung, in dem sich ein Flyer der mehrsprachigen Erziehung von Kindern widmet. Und das kommt in der Herzogstadt wohl überdurchschnittlich häufig vor.

In Jülich sind gerade vier Frauen für den Babybegrüßungsdienst aktiv, berichtet Annalena Schäfer und wünscht sich noch eine weitere Freiwillige. Männer dürften sich selbstverständlich auch bewerben, aber das sei in der ganzen Zeit tatsächlich nur ein einziges Mal passiert, stellt Schäfer fest.

Eine besondere Ausbildung oder pädagogisches Wissen muss niemand mitbringen. Wichtig sei die Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Menschen und ihre jeweilige Lebenssituation einzulassen. „Eine gewisse Offenheit, Ruhe und Verständnis sollte man besitzen und ein bisschen Mut und Zuversicht vermitteln können“, findet Thea Kempen.

Wer Lust und Zeit hat, sich in das Jülicher Team des Babybesuchsdienstes einzureihen, kann sich an Annalena Schäfer wenden. Sie ist per Email an babybegruessung@kreis-dueren.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0241 / 221041000 zu erreichen.

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinischen Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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