Taufen sind Familienfeste und das gilt auch für die „Doof“ vom Lazarus, zu der alljährlich am 2. Samstag im Januar von der gleichnamigen Historischen Gesellschaft geladen wird. In diesem Jahr galt das insbesondere, denn der Täufer, Jörg Bücher, war der dritte Spross in der Familiengeschichte, dem diese Ehre zuteil wurde. 22 Jahre nach seinem Vater Heino Bücher und fast 50 Jahre nach seinem Schwiegervater Egbert Samans wählte ihn die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus zum Patthüm und damit Träger des Hexenturmordens 2026. „Ich fühle mich sehr, sehr geehrte“ sagte Taufpate Jörg Bücher, gab der Hoffnung Ausdruck, dass er dem Amt gewachsen sein werde und man im Nachhinein nicht sagen müsse „er hat sich stets bemüht“.
Wie es gute Tradition ist, gab Vorjahres-Ordensträger Uwe Groteklaes warme Worte mit auf den Weg. Es war hörbar, wie sehr ihn dieses Amt immer noch bewegt. Im Klartext formulierte der Pate von „Lazarus Auvenius“ wie sehr er die Session genossen habe und dass es „etwas mit einem macht“. Was, das sei kaum in Worte zu fassen. Zumindest über den Taufpaten wird er aber einige Worte finden müssen, denn – auch das ist Tradition – wenn Patthühm Jörg Bücher am Tulpensonntag als äußeres Zeichen seiner Patenschaft den Hexenturmorden erhält, wird die Laudatio vom Vorjahres-Paten gehalten.
Unter den gekrönten närrischen Häuptern, die sich als Festgäste eingefunden haben, waren selbstredend auch die Regenten Prinzessin Anastasia und Prinz Philipp – dem die Gesellschaft zum 11. Geburtstag sogar ein Ständchen brachte – samt Pagen Ben und Felix Schröder. Im Gefolge des närrischen Prinzenpaares, das sich in diesem Jahr aus dem Jubiläums-Verein Stadtgarde Jülich rekrutiert, brachten sie ihre Garde mit, die zu „Konfetti in der Luft“ die Tanzbeine in ebendiese schwangen.
Wie es sich gehört, gab es auch „gute Unterhaltung“. Krätzchen at it’s best lieferten mit viel Wortwitz „Zwei Hilije“. Die Cousins Bernd und Wolfgang Löhr hatten ihren Hit „Kastenwagen“ mitgebracht hatten und damit Tipps für alle, die zum Zoch „keinen Bock auf Kastentragen haben“. Phillip Godart präsentierte stimmungsvoll Kölsches, während die Party-„Backes-Band“ abschließend zum Schwofen animierte.
Natürlich sind Familienfeiern ohne Rituale undenkbar. In gekonnter Manier führte deren Präsident David Ningelgen durch den feierlichen Akt, und wenn ihm mal die Worte fehlten soufflierte Senatspräsident Linus Wiederholt. Ohne „Vorsagen“ können nicht nur die aktiven Lazarusbrüder das Nationallied anstimmen, sondern inzwischen auch die Gäste, die kräftig mitsangen. Eine gute Vorbereitung auf den Umzug, der am Veilchendienstag ab 9 Uhr wieder durch die Straßen der Herzogstadt ziehen wird – diesmal auch mit Station im Nordviertel beim Patthühm Jörch – „dä Männ“, wie Präsident Ningelgen freundschaftlich schloss.
Taufname im Jahre 2026 auf Latein
Ad imaginem figurae veteris societatis creatum, sub oculis vigilantis summi ordinis administratoris, et in fabrica catenae praesidentialis duratum, honoratus repraesentativus eorum qui stulto praeda facti sunt.
Etiam post decennia successuum, numquam aliud quam se ipsum esse voluit, et e luce publica societatis altae tempore opportuno se subtraxit.
Non artifex, sed legenda artis suae nomine patriae.
Agricola, nomine litteratus, tamen pullos in agro viridi sequitur, animo fortasse magis rubro et albo homo est, molestias et querelas vitat, amicus benignus et iocosus est.
Filius patris, fratribus animo et statura circumdatus,
Vir amorem flagrantem custodiens, et progenitor duorum, pater curae plenus trium.
Crinibus fluentibus volans, baculum rerum curiosarum mire ornatum sequens, et tandem stultitiam mundi in splendore rogi expians,
Lazarus Strohmanus Georgius
Taufname im Jahre 2026 auf “Hochdeutsch“
Als Ebenbild der Galionsfigur der alten Gesellschaft, unter dem wachsamen Auge der hochrangigen Executive erschaffener, im Schmiedefeuer der präsidialen Kette gehärteter, geehrter Repräsentant derer die dem Narren verfallen.
Auch nach erfolgreichen Dekaden nie mehr als er selbst sein wollender, und zur rechten Zeit aus dem Lichtkegel der gehobenen Gesellschaft tretender.
Nicht betreibender sondern im Namen des Landes Handwerk-legender.
Dem Namen nach belesener (Landwirt),
und dennoch beim grünen Felde den Fohlen folgender, im Herzen wohl eher Rot und Weißer, Ärger und Gemecker umschiffender, herzensguter, ulkiger Freund.
Durch Brüder flankierter Sohn des Vaters in Geiste und Statur,
Die flammende Liebe hütender Mann, und Erzeuger Zweier, sorgsamer Vater Dreier.
Mit wallendem Haar hochfliegender, dem bizarr verzierten Marotten-Stab folgender und zu guter Letzt für die Torheit der Welt im Scheine des Freudenfeuers büßender,
Lazarus Strohmanus Georgius
Doofnam em Johr 2026 in der Muttersproch
Wie en Nohbildung vum Wappedier de ählsten fastelovends kumpaneieschaff,
unger dä aachjevvende Ooge vum ranghuhe Schotzmann usjestoppde,
in dä Jlot vum Kette-Schmed afjehärdete, nu ad jeehrde (afjedankte) Vürdänzer vun denne die jet an de föös han.
Noh die lang Zick an de Spitz nit unnüdich avhevende
Räächziggich us däm Lichkejel erustredende,
Villeich met zwee unnötz Häng usstaffierte un doröm ne Blöh jewordene
Däm Nom noh ne belesene (Buur)
on trotzdäm dä Päädsdötzjere bes zor grün Wies nohjaloppeerende, ihter Rud un Wies im Hätze, met keene Sinn för Knaatsch on Knütterei, ävver ene hätzensjoode on ulkige Fründ.
Beienand met de Bröder esu gewitz wie de Pap
…on uch wie he – jet kuut jerodene,
Sing Flamm; sing adrett Hätzensleevje behödende Kääl,
un sorjender Vater vun Drei Pänz.
Däm Takt vum Jeckestav pareerende,
me’m wallende Hoor huchflegende,
un zum jode Eng – zum Zappestrich för dä Sünd vun ons Minsche – im bonte Fonke speuende Füürsching bößende,
Lazarus Strohmanus Jörch







































































