Im Pfarrheim gleich neben der hübschen kleinen Kirche St. Maurii in Bourheim wohnt schon lange kein Pfarrer mehr. Inzwischen ist auch das Gebäude nicht mehr im Besitz der Kirche. Der große Haken an der Sache für die Nutzer der Kirche sind die mit dem Verkauf verlorenge-gangenen sanitären Anlagen. Auch ein Pfarrer, der von einer Gemeinde zur nächsten Messe unterwegs ist, würde sich über eine Toilette freuen. Gleiches gilt für die Besucher von Ver-anstaltungen unterm Kirchendach, etwa von Konzerten oder dem beliebten Whisky-Tasting, oder auch die Küsterinnen zögen ein herkömmliches WC dem Versteck „hinter der Hecke“ doch eindeutig vor, weiß Ortsvorsteher Dietmar Müller mit Sicherheit. Abhilfe musste also dringend her.
Die Idee, sich einen Geldgeber zu suchen, kam mit dem Leader-Projekt des Coffeebikes quasi von selbst. Jemand machte den Vorschlag, das „Kleinprojekt“ barrierefreier WC-Container ebenfalls über Fördermittel finanzieren zu lassen. Gesagt, getan: Auf den Cent genau 15.912 Euro hat der Förderverein der Bourheimer Kirche bei der Lokalen Akti-onsgruppe LAG der Leader-Region Rheinisches Revier an Inde und Rur beantragt. 80 Prozent gibt es „geschenkt“, 20 Prozent muss der Verein selbst stemmen. Auch wenn der Geldgeber der gleiche ist, ist der Bourheimer Sanitär-Container kein Leader- sondern ein Kleinprojekt. Beide unterscheiden sich vor allem in der Fördersumme, die bei Kleinprojekten maximal 20.000 Euro betragen darf.
Eine „Muskelhypothek“ als Teil der Eigenleistung wäre auch möglich gewesen, erklärt Diet-mar Müller, doch man habe bei Antragstellung leider nicht mit Sicherheit sagen können, dass genügend Muskelkraft zum Bau des Containers zur Verfügung stehen würde. Was al-lerdings bereits vor Antragstellung geregelt war, war die Baugenehmigung. Müller lobt an dieser Stelle ausdrücklich die reibungslose, sehr gute Kooperation mit der Stadt. Auch die Pfarrgemeinde als Eigentümer von Grund und Boden sei von Anfang an im Boot gewesen. Der Container ist bei einem regionalen Anbieter aus Düren bestellt worden, maßgeschnei-dert und per Rampe barrierefrei zugänglich. „Kleinkram“ wie die Mithilfe bei der Befestigung von Rampe und hölzerner Außenverkleidung wurde dann letztlich doch von Mitgliedern des Vereins erledigt. Jetzt gilt es nur noch die Frage der Zugänglichkeit zu regeln. Aktuell ist der Container per Schlüssel verriegelt, doch damit künftig auch zum Beispiel Pilger auf dem Jakobsweg – Bourheim zählt zu den Stationen, an denen es einen Stempel in den Pilgerpass gibt – die Anlage nutzen können, ist ein Zugang per Code angedacht. Ob und wie das konk-ret umgesetzt wird, ist noch nicht ganz klar. Dass beim nächsten Whisky-Tasting am 14. März und auch zum 250. Geburtstag der Kirche im September eine funktionierende Toilette zur Verfügung steht, hingegen schon. Einem gelungenen Fest steht zumindest aus dieser Sicht also nichts entgegen.























