Start Stadtteile Bourheim So geht Kaffeetrinken künftig in drei Dörfern

So geht Kaffeetrinken künftig in drei Dörfern

Ein ganz besonderes Fahrrad ging in Kirchberg jetzt offiziell an den Start: Das nostalgisch aussehende Lasten-E-Bike mit voll ausgestatteter Kaffeemaschine soll künftig die Bewohner dreier Orte durch eine gute Tasse Kaffee vernetzten. Das LEADER Projekt Nach*Bars Coffee ist eine Initiative aus der Mitte der Dörfer Kirchberg Bourheim und Schophoven.

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Das Coffee-Bike hat seine Jungfernfahrt absolviert und Station in Kirchberg gemacht. Foto: Sonja Neukirchen
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Zahlreiche Menschen haben sich auf dem Dorfplatz in Kirchberg versammelt. Die Stimmung ist heiter und ausgelassen. Kaffeeduft liegt in der Luft und die Sonne scheint. Eine schöne Szenerie, die sich ab sofort regelmäßig wiederholen und einen Vorgeschmack bieten soll auf das Indesee-Zeitalter: Künftig verkehrt das Coffee-Bike regelmäßig zwischen den drei Dörfern Kirchberg, Bourheim und Schophoven. An diesem sonnigen Mittag feiern die Dorfbewohner seine Einweihung, zu der auch prominente Gäste erschienen sind.

„Das Besondere an dem Projekt ist, wie viele sich daran schon beteiligt haben. Wir wünschen dem Projekt viel Erfolg“, erklärte Axel Fuchs, Vorsitzender der LEADER-Region „Rheinisches Revier an Inde und Rur“, die das Projekt unterstützt hatte. Als Bürgermeister der Stadt Jülich erwähnte Fuchs auch dankend den Bauhof, der sich unter anderem beim Aufstellen der Möbel auf den drei Dorfplätzen beteiligt hatte. Diese gehören in allen drei Dörfern mit zum Projekt.

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So wie an diesem fast malerischen Mittag bei der Einweihung hatten sich die Gründer der Initiative Nach*Bars Coffee das einmal gedacht, als sie vor zwei Jahren die Idee aus der Taufe hoben und einen Antrag dafür bei LEADER stellten. Das ist ein Europäischer Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Doch der Weg zum Ziel war steinig und kein leichter, erinnert sich Projekt-Initiatorin Heike Rieger vom Dorfverein Zukunft Kirchberg e.V., die an diesem Tag besonders strahlte und das zurecht:

„Ich bin total positiv, beeindruckt und überrascht“, sagte sie. Sie hatte die zündende Idee und hat dann Unterstützer in Kirchberg, Bourheim und Schophoven gewinnen können, um den größeren Rahmen zwischen den Dörfern zu stecken – und sie zu vernetzen, schon im Hinblick auf den Indesee. Es habe in der Zeit auch viele Bedenkenträger gegeben, blickt sie zurück. Der gelungene Start war sicher eine schöne Belohnung für ihren unermüdlichen Einsatz.

„Der Tourismus beginnt nicht erst, wenn der See voll ist“, blickt Benno Esser von der Co-finanzierenden indeland GmbH in die Zukunft. Das Projekt passe auch gut in die Pläne für die Zwischenlandschaft und bringe auch nach Schophoven Leben. So sieht es auch Indens Bürgermeister Stefan Pfennings, der insbesondere auch die „großartige Leistung der ehrenamtlichen Beteiligten“ lobte, und was sie auf die Beine gestellt hätten. Gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister von Schophoven, Mathias Hahn und Bourheims Orstsvorsteher Dietmar Müller stießen sie zur mittäglichen Stunde mit einem Kaffee auf das gemeinsame Projekt an.

Auch andere Gäste aus den drei Orten plauderten munter und verglichen dabei ihre Muster im Milchkaffee. Dabei bestaunten sie das edel und etwas nostalgisch aussehende Bike, das trotz allem sehr modern ist und mit einer hochwertigen Siebträgerkaffeemaschine sowie einem Motor ausgestattet ist. Es wiegt stolze 140 Kilogramm.

Finja Kronholz, 15 Jahre jung und aus Kirchberg, kam an diesem Mittag kaum hinterher, alle Kaffeewünsche zu bedienen. Sie gehört mit zum Barista-Team – einer Gruppe von ehrenamtlichen Helfern, die künftig für den rollenden Kaffeeservice sorgen. Auch Gästeführer werden noch gesucht, um das Projekt zu erweitern. „Es macht super viel Spaß was fürs Dorf zu machen“, findet Finja. Die Milchmuster zu erzeugen, das mache ihr besonders viel Freude. Kaffee sei schon in der Antike ein Band zwischen den Menschen gewesen, weiß Jochen Heyartz aus Jülich, der sich ebenfalls als Barista ausbilden ließ und künftig in die Pedale treten möchte.

Dorfgemeinschaft soll mit diesem niederschwelligen Angebot, sich zwanglos zu treffen, neu entstehen – so lautete die Gründungsidee. Natürlich sollten auch Neubürger davon angesprochen werden. Ein einheitliches Mobiliar in dem „Kaffee-Dreieck“ der Dörfer wertet gleichzeitig die Plätze auf.

Am kommenden Samstag, 9. September soll das Coffee-Bike auf den Dorfplatz gegenüber der Pfarrkirche St. Barbara in Schophoven einladen, und zwar anlässlich eines Konzertes. Ab 16 Uhr stehe es dort. Anschließend soll es jeden Sonntag von 13 bis 16 Uhr in einem der Dörfer zum Nach*Bars Coffee einladen, erklärt Initiatorin Rieger. Und sie hat auch noch eine Überraschung:

Künftig erhält die „Kaffee-Gemeinschaft“ auch eine eigene Röstmischung, und zwar von der Kaffeerösterei von Tina Hofmann – bekannt als „Beans and Friends“. Beim Erwerb der Kaffeemischung „Nach*Bars Coffee“ werde ein kleiner Teil der Einnahmen dem ehrenamtlichen Projekt zu Gute kommen, so Rieger. Termine und Neuigkeiten sind künftig unter www.nachbars-coffee.de zu finden.


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