Die Sängerin, die aus Lille stammt, singt keine französischen Lieder, sondern interpretiert alte traditionelle irische und amerikanische Folk-Songs. Das Konzert war ein reines Akustik-Event, gespielt wurden lediglich Gesang und Gitarre. Dennoch präsentierte die Künstlerin die Stücke in unterschiedlichen Stilrichtungen: Manche Lieder hatten einen rockigen Touch, andere klangen bluesig, keltisch oder leicht poppig. Lachend erklärte sie: „Ich probiere verschiedene Dinge aus, um es weniger langweilig zu machen.“ Organisiert wurde die Veranstaltung von Maria Zens und Thomas „Anahata“ Schwan. Die Idee für das Wohnzimmerkonzert entstand eher zufällig: Maria war früher Besitzerin eines Cafés, in dem regelmäßig Künstler auftraten. Aus dieser Zeit kannte sie auch Pollyanna, die dort bereits einmal gespielt hatte. Da die Musikerin – mit bürgerlichem Namen Isabelle Casier – aktuell auf Deutschlandtour war, schrieb sie Maria eine Nachricht und fragte, ob es möglich wäre, erneut ein solches Konzert zu veranstalten. So entstand schließlich die Idee für das Wohnzimmerkonzert in der AWO.
„Menschen zusammenzubringen ist genau unser Ding“, erklärt Organisator Thomas Schwan. „Wir finden, dass das Zusammenkommen nach Corona ein Stück weit verloren gegangen ist. Genau das möchten wir ändern und die Menschen wieder näher zueinander führen. Deshalb war das Wohnzimmerkonzert für uns eine sehr gute Idee.“ Auch Maria betont, warum die AWO der perfekte Ort für ein Wohnzimmerkonzert ist: „Die AWO hat diesen besonderen Spirit – sie ist ein echter Begegnungsort. Genau das ist für uns essenziell: dass Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zusammenfinden.“
Nach dem Konzert gab es liebevoll zubereitetes Essen von den Veranstaltern. In entspannter Atmosphäre konnten sich die Gäste untereinander austauschen oder persönlich mit der Künstlerin ins Gespräch kommen.
Was genau ist eigentlich ein Wohnzimmerkonzert? Ein Wohnzimmerkonzert ist ein musikalisches Live-Event, das in privatem Rahmen stattfindet – meist im Wohnzimmer eines Gastgebers, in diesem Fall in den Räumlichkeiten der AWO. Im Mittelpunkt stehen die unmittelbare Nähe zwischen Künstlerin und Publikum sowie eine reduzierte, intime Atmosphäre ohne große Bühnentechnik. Dadurch entsteht ein sehr persönliches Konzerterlebnis, das sich deutlich von klassischen Veranstaltungsformaten unterscheidet. Diese besondere Nähe schätzt auch die Sängerin sehr. ,,In kleineren Räumen ist die Reaktion viel unmittelbarer, sodass man beim Singen richtig mit den Menschen zusammen ist – fast wie eine Umarmung. Auf einer großen Bühne entsteht dagegen eine Art Zeitlupeneffekt: Applaus und Reaktionen brauchen länger, um zu einem zurückzukommen.
Das Ziel der beiden Organisatoren war es, Menschen zusammenzubringen – und das ist mit dem Konzert gelungen. Bei diesem einen Konzert soll es jedoch nicht bleiben. Die beiden berichten: „Aus dem Plan, ein einzelnes Konzert zu organisieren, wurde schnell die Idee, eine ganze Reihe daraus zu machen.“ In Zukunft dürfen sich Interessierte also auf weitere gemütliche Wohnzimmerkonzerte in der AWO freuen. Wer selbst einmal ein Wohnzimmerkonzert besuchen möchte, darf gespannt auf weitere Ankündigungen sein.





























