In Altenburg versammelten sich am Veilchendienstag die blau-weißen Jecken aus Selgersdorf, um wie jedes Jahr zu precken. Trotz Wind, Regen und kalten Fingern flogen der große und der kleine Lazarus durch Altdorf, Daubenrath und Selgersdorf, bevor die KG den Strohmann am Abend feierlich dem Feuer übergab.
Ehrenpräsident Dietmar Krauthausen hat nach 45 Jahren im geschäftsführenden Vorstand ein ausgeprägtes Stimmorgan und das „Attacke!“ bekam die ganze Straße mit. Mehrfach hielt die KG bei Freunden an und abwechselnd flogen die Strohmänner, gepreckt von den Großen, sowie dem Nachwuchs. Der Wind sorgte trotz großzügiger Bewirtung mit Zielwasser für teils eher mäßige Erfolge beim Auffangen. Die weiße Hose des kleinen Lazarus, dem vom Nachwuchs mit dem kleinen Springtuch das Fliegen gelehrt wurde, kam auch nicht ohne Flecken davon.
Unter dem durchsichtigen Regenponcho bliebe das Prinzenkostüm besser geschützt, erklärte Prinz Walter während des ersten Umzuges in Altenburg. Immerhin habe es mehrere tausend Euro gekostet. Gemeinsam mit Jungfrau Marcy und Bauer René führte der Prinz Karneval die KG durch die Ortschaften. Allerdings nur symbolisch, denn angeführt wurde die Prozession von einem Ensemble der Musikschule Niederzier. Die Planung und Organisation hatte Natalia Bugalska für ihre Musiker übernommen und David Borscak die musikalische Führung überlassen.
Ein eigens angemieteter Bus brachte die KG Strohmänner von der einen zur nächsten Ortschaft und sorgte ebenso für eine eindrucksvolle Eskorte. Jedes Jahr buche man solch einen Bus, so Prinz Walter. „Wir bekommen auch immer die gleiche Busfahrerin“, fuhr er glücklich fort. Nach der Ankunft zu Hause im Selgersdorfer Festzelt gab es zunächst Erbsensuppe, gesponsort von dem Catering Service Freyaldenhoven, bevor man sich auf den Weg zu weiteren Bekannten machte. Bei Einbruch der Dämmerung erwiesen die Selgerdorfer Jecken ihrem Lazarus die letzte Ehre. KG Präsident André Hennes bedankte sich für eine aufregende und emotionale Session, bevor Prinz Walter bei den traditionellen letzten Worten ebendiese zuerst noch im Hals stecken blieben. Dann übergab das Dreigestirn, dass von Herbert „Hennesche“ Hilgers bis zu diesem Punkt durch die Session geführt worden war, ihren Strohmann den Flammen.


































