Im Islam nimmt das Fasten einen besonders wichtigen Platz ein. Es findet im Monat Ramadan statt – und das nicht zufällig: Im Koran ist das Fasten ausdrücklich vorgeschrieben. Nach islamischer Überlieferung gehörte es auch in anderen abrahamitischen Religionen fest zum religiösen Leben.
Der Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender und verschiebt sich deshalb jedes Jahr um etwa zehn Tage nach vorne. Während dieses Monats verzichten Muslime täglich von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang vollständig auf Essen und Trinken – auch auf kleine Snacks oder Wasser.
Doch das Fasten beschränkt sich nicht nur auf den Verzicht auf Nahrung. Es geht um weit mehr. In religiösen Kreisen wird der Ramadan als ein „komplettes Programm“ beschrieben. Neben dem täglichen Fasten gehören zusätzliche Gebete, gemeinsames Lesen – etwa im Koran – und Treffen in der Moschee dazu. Besonders wichtig ist das gemeinschaftliche Fastenbrechen am Abend, meist im Kreis der Familie oder gemeinsam mit anderen, auch mit Bedürftigen. In diesem Jahr lud die muslimische Gemeinde zum gemeinsamen Fastenbrechen in die Saleskirche ein.
Ein zentraler Gedanke des Fastens ist es, Hunger bewusst zu erleben. Wer selbst spürt, was es heißt zu verzichten, entwickelt Mitgefühl für Menschen, die nicht genug haben. Teilen und Hilfsbereitschaft spielen daher eine große Rolle. Das gemeinsame Essen am Abend ist nicht nur Tradition, sondern Ausdruck von Gemeinschaft und Solidarität.
Zugleich gilt der Ramadan als Zeit der Selbstdisziplin. Gläubige sollen sich in diesem Monat besonders darum bemühen, sich von schlechten Gewohnheiten fernzuhalten und sich bewusst gut zu verhalten – auch wenn ein respektvolles und gutes Benehmen grundsätzlich immer angestrebt wird.
Als besonders schwierig wird vor allem die Umstellung zu Beginn empfunden. Statt morgens, mittags und zwischendurch zu essen, gibt es nur noch Mahlzeiten in einem begrenzten Zeitfenster – in der Regel vor der Morgendämmerung und nach Sonnenuntergang. Auch der völlige Verzicht auf Trinken tagsüber fällt anfangs schwer. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper jedoch daran, und der neue Rhythmus wird für viele zur Normalität.
Das Fasten im Ramadan ist damit nicht nur ein Verzicht auf Nahrung, sondern eine Zeit der inneren Einkehr, der Gemeinschaft und der bewussten Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen, fasst es der Imam zusammen.



















