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Duale Ausbildungsverträge sinken

2025 wurden nach vorläufigen Ergebnissen 5,4 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr, so der Landesbetrieb IT.NRW. Dabei sei die Zahl der Azubis im dualen System auch insgesamt rückläufig. Der stärkste Rückgang der neuen Ausbildungsverträge ist im Bereich "Industrie, Handel u. a." zu verzeichnen.

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Ausschnitt aus dem Titelbild der Statistik der Agentur für Arbeit
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Im Jahr 2025 wurden 99.246 Ausbildungsverträge im dualen System in NRW neu abgeschlossen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, lag die Zahl der neuen Ausbildungsverträge damit erstmals seit Beginn der Erhebung der Berufsbildungsstatistik in den 1970er Jahren unter 100.000. Im Jahr 2015 hatten noch 115.956 Azubis eine Ausbildung in NRW begonnen. Damit sank die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Zehnjahresvergleich um 14,4 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2024 hat die Zahl der Neuabschlüsse um 5,4 Prozent abgenommen. Im Zeitvergleich wurde der zweitniedrigste Wert der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zu Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 erreicht; damals wurden 103.188 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen.

Insgesamt befanden sich zum 31. Dezember 2025 laut vorläufiger Ergebnisse 263.511 Personen in NRW in einem dualen Ausbildungsverhältnis; das waren 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

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Mit Blick auf die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge gab es im Jahr 2025 im Ausbildungsbereich Industrie, Handel u. a. mit 55.677 die meisten neuen Azubis. Damit sank die Zahl der Neuabschlüsse im größten Ausbildungsbereich des dualen Systems im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent und im Zehnjahresvergleich um 21,4 Prozent. Mit 27.474 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr 2025 war das Handwerk der zweitgrößte Ausbildungsbereich im dualen System. Im Vergleich zu 2024 wurden im Handwerk 2,2 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen; im Zehnjahresvergleich sank die Zahl der Neuabschlüsse um 4,8 Prozent.

Der drittgrößte Ausbildungsbereich Freie Berufe, zu dem unter anderem medizinische Fachangestellte sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte zählen, verzeichnete im Jahr 2025 mit 10.674 Neuabschlüssen einen Rückgang von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in diesem Ausbildungsbereich hingegen um 1,1 Prozent. Im Bereich Landwirtschaft wurden im Jahr 2025 laut vorläufiger Ergebnisse 2.241 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen; im öffentlichen Dienst begannen 3.117 Azubis ihre Ausbildung. Weitere 66 Ausbildungsverträge wurden im Bereich Sonstige (Hauswirtschaft) neu abgeschlossen.

Die Zahlen der Berufsbildungsstatistik zum 31. Dezember 2025 sind vorläufig und können von den – voraussichtlich Mitte Juni vorliegenden –
endgültigen Ergebnissen abweichen, da sie teilweise aus Vorjahresdaten geschätzt und noch nicht vollständig plausibilisiert wurden. Mit Veröffentlichung der endgültigen Daten sind auch Ergebnisse für Städte und Gemeinden verfügbar. Alle Daten wurden aus Gründen der Geheimhaltung auf ein Vielfaches von drei gerundet.

Es ist einordnend zu beachten, dass im Langzeitvergleich nicht nur die Zahl der neuen Azubis, sondern auch der Schulabgängerinnen und -abgänger von allgemeinbildenden Schulen gesunken ist. Dagegen stieg die Zahl der Studienanfängerinnen und –anfänger deutlich an; 2024 starteten ungefähr gleich viele Menschen ins Studium wie in eine duale Ausbildung.
Mehr Hintergrundinformationen finden sich in der Pressemitteilung vom 23. Januar 2026 unter https://www.it.nrw/bildungsstandort-nrw-2024-starteten-ungefaehr-gleich-viele-menschen-ins-studium-wie-eine-duale.


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