Was würde geschehen, wenn Frauen ihre Partner auch und vor allem nach wirtschaftswissenschaftlichen Kriterien aussuchen würden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Corinne Low in ihrem Buch Femonomics. Hierbei geht es nicht um die klassische Versorgerehe, weit gefehlt. Die junge amerikanische Professorin widmet sich dem Thema, als ginge es um ein wirtschaftswissenschaftliches Projekt. Stellen wir Frauen bei der Partnerwahl vielleicht einfach nur die falschen Fragen?
„Wir haben geglaubt, wir könnten zu Hause und bei der Arbeit alles erreichen, aber für viele von uns mündet das vor allem in Erschöpfung“, so benennt sie das Problem in ihrem Buch. Würden wir wie Ökonominnen denken, auch das eigene Leben betreffend, so würde sich der Blickwinkel ändern, und Frauen hätten unter Umständen weniger durch das patriarchale System gemachte Probleme. Dabei ist der Autorin durchaus bewusst, dass dies eher eine theoretische Möglichkeit bzw. Herangehensweise ist, spielen schließlich auch Zuneigung und Liebe eine (hoffentlich) entscheidende Rolle bei der Partnerwahl. Low rät selbst: „Sehen Sie dieses Buch als ein grundlegendes Wirtschaftslehrbuch für das Leben als Frau – aber eines das hoffentlich etwas mehr Spaß macht als andere Wirtschaftslehrbücher.“ Dies gelingt ihr sehr gut.
Das Buch ist trotz einer eher wissenschaftlich geprägten Sprache und Herangehensweise gut und angenehm zu lesen. Welche Schlüsse frau daraus ziehen möchte und wird? Es muss ja nicht gleich so radikal sein, wie bei der Autorin selbst, die im Spaß schreibt, dass sie ihre Partner nun nur noch gleichgeschlechtlich sucht aufgrund ihrer Erkenntnisse.
Für alle, die das Thema Feminismus und Struktur gemachte Probleme gerne einmal wirtschaftswissenschaftlich betrachten möchten.
BUCHINFORMATiON
Corinne Low: Femonomics – Wie Daten uns Frauen helfen, kluge Entscheidungen für Arbeit und Alltag zu treffen | Piper Verlag | geb. 306 S. | ISBN 10 3492074189 | 22 Euro



















