Während ihrer Zeit als Leiterin war Christa Bartel stets eine Kämpferin und setzte sich beharrlich für die bestmöglichen Rahmenbedingungen ein. Der Umzug aus den Kellerräumen der Kapuzinerstraße ins Kulturhaus im Jahr 1992 war ein Meilenstein, den sie mit unermüdlicher Energie vorantrieb. Ebenso entschlossen trat sie gegen Ausleihgebühren ein, für Kinder und Jugendliche bis heute mit Erfolg. Mit fachlichem Weitblick auf eine moderne Bibliotheksarbeit engagierte sie sich permanent für ausreichende Zuschüsse, gegen Personalabbau sowie für die Stärkung einer hauptamtlichen und fachlich ausgebildeten Büchereileitung.
Unter ihrer Führung begann die Entwicklung der Stadtbücherei Jülich zu einem „Dritten Ort“. Christa Bartel betonte immer wieder, dass eine Bücherei mehr sei als reine Büchersammlung. Sie verstand „ihre“ Einrichtung vielmehr als Portal zu Wissen aller Art sowie als Vermittlerin von Informations- und Medienkompetenz. Zudem sollte sie ein Raum der Begegnung sein – offen für alle Generationen und als Forum für Veranstaltungen, Freizeit und Austausch genutzt.
Eine Fokussierung auf bestimmte Zielgruppen erwies sich schon zu ihren Dienstzeiten als zielführend, da die finanziellen Mittel damals wie heute nicht dazu ausreichten, allgemeinen Ansprüchen nachzukommen. Für Christa Bartel stand fest, dass sie dort Prioritäten setzen wollte, wo sie die größte Wirkung sah. Somit richtete sie das Angebot der Stadtbücherei unter ihrer Leitung vor allem auf Kinder und Familien sowie Menschen in Ausbildung und Studium aus.
1983 initiierte Christa Bartel maßgeblich die Gründung des Fördervereins Stadtbücherei Jülich, um der Bücherei eine stärkere Stimme zu geben und ihr den Weg (nicht nur) aus dem Keller zu ebnen. Auch nach ihrer Pensionierung 2008 bleibt sie dem Verein eng verbunden, übernahm Vorstandsämter und unterstützt die Bücherei weiterhin ehrenamtlich – besonders beim SommerLeseClub, der ihr sehr am Herzen liegt.
Sie hat 2008 eine Einrichtung übergeben, die nicht nur funktioniert, sondern lebt. Immer offen für den Austausch und bereit, ihr langjähriges Wissen weiterzugeben, ermutigt sie aber auch, in ihrer Nachfolge eigene Wege zu gehen und freut sich ehrlich, wenn neue Ideen entstehen, über die sie sich stets berichten lässt.
Christa Bartel hat etwas geschaffen, das weit über ihre (aktive) Zeit hinaus wirkt. Vieles von dem, was heute selbstverständlich scheint, trägt ihre Handschrift. Die Stadtbücherei Jülich wäre ohne ihr Vorbild und ihre Inspiration nicht das, was sie heute ist – ein attraktiver, lebendiger und zukunftsorientierter Ort der Teilhabe und des Miteinanders.



















