Bäume regen seit ein paar Jahren immer wieder die Diskussion im Jülicher Land an. An der einen Stelle wird beklagt, dass Bäume verschwinden. An anderer möchten Bürger, dass erst keine gesetzt werden: Im vergangenen Haupt- und Finanzausschuss am 15. April folgte die Politik der Anregung von Anwohnern, in den Kirchberger Straßen Gartenweg und Niederfeld bei den Straßenarbeiten von Baumpflanzungen abzusehen. Diese Abstimmung fiel nicht ohne vorangegangene Diskussion.
Die Fraktion der CDU und UWG JÜL gab einstimmig kund, sich dem Bürgerwillen anschließen zu wollen. Schließlich sei – so Ralph Pallaß (UWG JÜL) – der weitaus überwiegende Teil der befragten Anwohnenden gegen die Bepflanzung. Julia Gruben (CDU) äußerte nur Bedenken innerhalb ihrer Partei bei zwei speziellen Bäumen. Harald Garding (SPD) zeigte sich in dem Zusammenhang vorsichtig, was genau bei der Befragung abgefragt worden sei. Tatsache sei, dass die Stadt grundsätzlich mit sogenanntem Straßenbegleitgrün plane. Bei einer Ausnahme müsse schließlich „Gleiches Recht für alle“ gelten. Kritische Worte fand auch Christine Klein (Die Grünen). Sie pflichtete bei, dass schon einmal bei einer ähnlichen Abstimmung darauf hingewiesen worden sei, dass Präzedenzfälle geschaffen würden. Außerdem sprach sie sich stellvertretend für ihre Fraktion dafür aus, der Anregung nicht zu folgen, schließlich gehe es um wenige Bäume und aufgrund der Hitzebelastung im Sommer sei es immer wichtig, Bäume zu pflanzen.
Baudezernent Robert Helgers ordnete die Einwände aus Sicht des Fachamts ein. Auch auf ihn wirke die Bürgeranregung wie eine Frage der „Gleichberechtigung“, nicht des ökologischen Wertes der Bäume. Schließlich habe man in zwei Kirchberger Straßen, Uferstraße und An der Inde, bereits auf den Bürgerwillen gehört und dort seien keine Bäume vorhanden. Entsprechend sei die Anfrage, das gleiche Recht zu bekommen wie die anderen beiden Straßen.
Der Beschluss wurde bei drei Gegenstimmen angenommen. Der Ausschuss zeigte sich größtenteils einig, dass für solchen Fragen eine Grundsatzentscheidung diskutiert werden muss. Dies soll im Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss unter Einbindung des Umweltbeirates Platz finden.





















