Auf einem Berufsinfo-Markt sammeln sich schnell viele Eindrücke. Aber dass speziell der Polizeistand sehr im Fokus der Neugierigen stand, fiel selbst einigen befragten Jugendlichen auf, die sich selbst nicht für dieses Berufsfeld interessieren. Auf Nachfrage, warum der Job beziehungsweise ihr Infostand wohl so so beliebt sei, antwortete ein Polizist ein wenig überrascht, aber mit einem Schmunzeln, dass der Stand der Polizei wohl öfter ein starker beliebter Anlaufpunkt sei. Ein zentraler Fokus, der für die Aufmerksamkeit sorge, würde dabei die Uniform darstellen. Außerdem berichtete der Beamte, dass das Interesse an diesem Job durch viele Serien wie zum Beispiel “Brooklyn Nine-Nine“ oder “The Rookie” sehr verstärkt werden würde und gerade junge Menschen solche Serien schauen.
Die drei 18-jährigen Abduhllan, Anastasia und Sidra fanden es auf dem Markt „echt super“. Der Markt würde einen guten Überblick verschaffen und – auch das solle gesagt werden – das mitghebrachte Beispiel-Essen an den Ständen sei sehr empfehlenswert. Den dreien war übrigens auch aufgefallen, dass vor allem der Polizeistand sehr beliebt war. Manche Besucher sind schon einen Schritt weiter, so wie Miguel (17) und Jason (18), die derzeit das Berufskolleg besuchen, aber bereits eine Ausbildungsstelle sicher haben. Sie ergänzten, dass auch der Zollstand an diesem Tag gut besucht sei.
Der Berufsinfomarkt war gut besucht. Verschaffen konnte man sich einen Überblick trotzdem mehr als gut. Die Veranstaltung präsentierte auch weniger bekannte Berufe und ließ diese dadurch viel realer beziehungsweise greifbarer wirken. Besonders gut war, dass viele Infostände auch kleine Give-aways auf ihren Tischen liegen hatten. So haben sich auch eher schüchterne Schüler getraut, auf die Stände zuzugehen und Fragen zu stellen. Rolf Sylvester, von seiten der Stadtverwaltung zuständig für die Organisation des Berufsinfomarktes, betonte, dass die Veranstaltung schon ein Erfolg sei, wenn nur einige Schüler den Markt später verlassen und mit konkreteren Zukunftsplänen nach Hause gehen können. Der Informationsmarkt bot ein vielfältiges Angebot von Ständen für Ausbildungen aus jeder Branche, Studiengänge, aber auch Informationen über freiwillige Jahre. So war der Stand der biologischen Station für ein freiwilliges ökologisches Jahr zum Beispiel zum ersten Mal vor Ort.
Tihomir und Ahment, beide 15 Jahre alt und wissenschaftlich orientiert, waren ebenfalls auf dem Markt zu Besuch. Ihnen gefiel vor allem der Stand des Forschungszentrums. Die beiden interessieren sich sehr für Physik und Chemie. Leonie, Leonie, Marlena und Katie, alle 17 Jahre alt, empfanden den technischen-wissenschaftlichen Bereich im Gegensatz zu Tihomir und Ahment eher uninteressant. Ihnen gefiel dafür der Stand der Bäclerei Schneider besonders gut. Die Mädchengruppe wollte sich vor allem einen Überblick über verschiedene Berufe verschaffen.
Jonas (19) und Emiel (18) gefielen besonders die praktischen Sachen, wie zum Beispiel der vorgestellte Tischlerberuf. Die beiden waren vor allem gekommen, weil sie noch nicht genau wissen, was sie mal machen möchten und sie deshalb ein paar Informationen sammeln wollten. Doch nicht nur Ausbildungen waren im Fokus: Ein 17-jähriges Mädchen berichtete, dass sie vor allem aufgrund der vorgestellten dualen Studiengänge hergekommen sei.
Heva, Jina, Milena, Mosa und Jaha, interessierten sich vor allem für die technischen Berufe, aber auch über das Lehramt, Architektur, Design und den Dachdeckerberuf haben sie sich informiert. Die 15- bis 17-jährigen waren gemeinsam mit ihrer Schule auf der Ausbildungsbörse.
Stefan Theißen von der Jugendberatungsstelle des Sozialwerks Dürener Christen betonte noch einmal, was für eine wichtige Chance das Ganze für Jugendliche darstellen würden. Auch er meinte, es sei viel los, allerdings wäre mehr Platz zum Rumlaufen und Fragen stellen als beim Berufsinfomarkt in der Kreis Arena in Düren. Die Jülicher Veranstaltung stelle somit eine gute Gelegenheit zur Informationssuche und Bildung dar.
Der Berufsinfomarkt im Berufskolleg bot nicht nur zahlreiche Stände, sondern auch Workshops und Einblicke in Werkstätte an. So konnte man Workshops zu den Themen “Dos and Don’ts im Vorstellungsgespräch”, Selbstpräsentation und Selbstanalyse belegen und in die Werkstätte der Tischlerei und der KFZ-Mechatronik hineinschauen. In diesen konnte man dann den Profis bei der Arbeit über die Schulter schauen. Zusätzlich war es in den Räumen der Sanitärtechnik möglich, VR-Brillen aufzusetzen und durch ein illustriertes Badezimmer zu laufen.
Die Jugendlichen liefen insgesamt gut gelaunt und neugierig durch die Flure. Die Aussteller wirkten mehr als freundlich, offen und gesprächsbereit. Die Atmosphäre trug sicherlich dazu bei, dass sich viele trauten, auf die Aussteller zuzugehen. Der Berufsinfomarkt bietet eine große Chance, sich zu informieren, Eindrücke zu gewinnen, aber auch neue Verbindungen zu knüpfen, zum Beispiel mit Gleichaltrigen, die sich für dieselben Themenbereiche interessieren. Der Berufsinfomarkt ist eine vielfältige Veranstaltung, die Chancen aufzeigen kann und vor allem für diejenigen sinnvoll ist, die noch keine Anhaltspunkte für ihre Zukunftsorientierung haben und gerne etwas ausprobieren, Kontakte knüpfen und Gespräche führen möchten. Inspirationen und Möglichkeiten sind zahlreich gegeben.



















