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Mehr als nur Aussicht

Die Entwürfe für das Besucher- und Informationszentrum Sophienhöhe wurden vorgestellt. Nun gibt es konkrete Einblicke in die Planung und Gestaltung des Zentrums.

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Grafik: Architekturkollektiv pvma
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Am südlichen Rand der Sophienhöhe nimmt ein neuer Ort mit Weitblick Gestalt an: Auf 170 Metern Höhe mit Blick über die rekultivierte Tagebaulandschaft soll das Besucher- und Informationszentrum Sophienhöhe errichtet werden. Die jetzt vorgestellten Entwürfe zeigen, wie der Neubau als Tor zum Wandel künftig die Entstehung des Hambachersees, die neue Landschaft und die Entwicklung der Region unmittelbar erlebbar machen wird. Das Besucher- und Informationszentrum Sophienhöhe soll dabei mehr als ein klassisches Informationszentrum werden. Es solle ein zentraler Anlaufpunkt für Einheimische, Gäste, Schulklassen sowie für alle sein, die sich über den Wandel informieren oder die Sophienhöhe entdecken möchten.

„Das neue Besucher- und Informationszentrum wird ein Ort sein, der neue Perspektiven öffnet. Von hier oben lässt sich in knapp vier Jahren der entstehende Hambachsee beobachten und zugleich nachvollziehen, wie sich unsere Region vom Tagebau zur neuen Landschaft wandelt. Mit seinem gastronomischen Angebot und der Aussichtsterrasse entsteht darüber hinaus ein attraktives Ausflugsziel für Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus der gesamten Region. Durch die barrierefreie Zufahrt wird es künftig allen Menschen möglich sein, die Sophienhöhe zu erleben. Das ist mir persönlich sehr wichtig”, so Frank Rombey, Bürgermeister der Gemeinde Niederzier.
Das Besucherzentrum solle auf einem eigens angeschütteten Plateau am südlichen Rand der Goldenen Aue errichtet werden. Architektonisch verstehe sich dies als Tor zur Sophienhöhe und zudem solle es zugleich sinnbildlich für den Wandel im Rheinischen Revier stehen.
Der Entwurf des Aachener Büros Pfeiffer.Volland.Michel Architekten sieht einen flachen, dreiflügeligen Holzbau vor, der sich behutsam in die Landschaft einfügt und zugleich als Orientierungspunkt für Ankommende dient. Zwei öffentliche Gebäudeflügel sind Ausstellung und Gastronomie gewidmet, der dritte nimmt Aufenthaltsräume für Besuchergruppen und Verwaltung auf. Die öffentlich zugänglichen Bereiche orientieren sich bewusst zum Tagebau und schaffen eine direkte Verbindung zwischen Innenraum, Außenraum und Landschaft. So entstehen helle, offene Räume mit klarer Wegeführung und hoher Aufenthaltsqualität.

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Matti Wirth, Projektleiter der Neuland Hambach GmbH sagt: „Mit dem Besucher- und Informationszentrum entsteht ein neuer Aufenthaltsort mitten auf der Sophienhöhe, der Architektur, Landschaft und Strukturwandel auf besondere Weise verbindet. Das Gebäude mit seinen Außenbereichen fügt sich behutsam in die rekultivierte Umgebung ein, setzt zugleich einen markanten Orientierungspunkt und vermittelt, wie aus dem ehemaligen Tagebau eine neue Zukunftslandschaft wächst.“ Vorgesehen ist eine modulare Holzkonstruktion nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Bauteile sollen später rückgebaut und an anderer Stelle wiederverwendet werden können. Begrünte Dachflächen, transparentePhotovoltaikmodule, ressourcenschonende Materialien und eine energieoptimierte Bauweise tragen dazu bei, Emissionen zu senken und langfristig wirtschaftliche Betriebs- und Unterhaltungskosten zu sichern.

Das Besucher- und Informationszentrum Sophienhöhe soll Dauer- und Wechselausstellungen, Seminar- und Veranstaltungsräume, Gastronomie sowie großzügige Aussichtsterrassen mit Blick auf die Landschaft vereinen. Flexible Grundrisse ermöglichen eine Nutzung für unterschiedliche Formate und Anforderungen. Eine eigens auf die geologischen Bedingungen der Sophienhöhe abgestimmte Bodenplatte soll zudem für langfristige Stabilität sorgen und mögliche Setzungen minimieren.
Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum: Erholungssuchende, Familien, Schulklassen, Kita-Gruppen, Vereine, Tagungsgäste sowie Besucherinnen und Besucher mit Interesse an Natur, Energiegeschichte und Strukturwandel. Sogar ein Trauzimmer ist vorgesehen und eröffnet die Möglichkeit, an diesem besonderen Ort zu heiraten. Das Außengelände wird Teil des Erlebnisses. Die Terrassen des Gebäudes werden durch ein Großmöbel, ein südlich anschließendes Aussichtsplateau sowie weitere Aufenthaltsorte mit Blick in die Ferne erweitert. Hinzu kommen Spielangebote, eine Fläche für kleinere Veranstaltungen sowie interaktive Stationen, die das Thema der Ausstellung aufgreifen und die Landschaft im Wandel unmittelbar erfahrbar machen. Ein Grünes Klassenzimmer bietet Raum für Umweltbildung und Exkursionen. Inhaltlich widmet sich das Zentrum der Rekultivierung sowie dem Zusammenspiel von Menschen, Natur und Landschaftswandel. Die interaktive und multimediale Dauerausstellung erzählt auf rund 120 Quadratmetern die Geschichte des Tagebaus, zeigt Methoden und Erfolge der Rekultivierung und richtet den Blick auf die Zukunft im NEULAND HAMBACH. Geplant sind unter anderem virtuelle Einblicke in den Tagebau per VR-Technik, Zeitzeugenberichte sowie Live-Bilder zur Einleitung des Rheinwassers in den Tagebau Hambach. Ergänzt wird das Angebot durch ein Forum für wechselnde Ausstellungen, in dem auch lokale Vereine und Initiativen ihre Perspektiven auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft im Kontext des Strukturwandels präsentieren können.

Die Vorentwürfe wurden kürzlich im Bürgerhaus Niederzier erstmals öffentlich vorgestellt. Rund 100 Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über das Projekt zu informieren und mit den beteiligten Planungsbüros sowie Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen.
Die Starke Projekte GmbH unterstützt und koordiniert den weiteren Prozess im Auftrag des Landes. Sie begleitet die Gemeinde Niederzier und die Neuland Hambach GmbH bei der weiteren Qualifizierung und Umsetzung des Vorhabens. Die Eröffnung des Besucher- und Informationszentrums ist spätestens für Ende 2029 vorgesehen.

Grafik: Architekturkollektiv pvma

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