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Frühschoppen mit dem Landrat

Schon seit gut einem Jahr geht die CDU am letzten Sonntag im Monat auf Tuchfühlung mit Interessierten. Diesmal war zur Sonntagsrunde Landrat Ralf Nolten zu Gast - im Interview mit seinem zweiten Stellvertreter, dem Jülicher Achim Maris.

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Antworten auf Fragen der Gäste: Landrat Ralf Nolten (r) und Achim Maris (l). Foto: Dorothée Schenk
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200 Tage ist Ralf Nolten jetzt Landrat. Etwa 30 Termine in einer 65- bis 70-Stunden-Woche – zuzüglich Wochenend-Veranstaltungen –, hunderte Unterschriften wöchentlich und rund 8500 gefahrene Kilometer liegen hinter ihm. So hat es als Moderator Achim Maris im Vorzimmer des neuen Landrates recherchiert. Der einstige Landtagsabgeordnete Nolten winkt ab: „Das war vorher auch nicht anders“. Will sagen: Ob Landratsamt oder Landtag, das macht laut Amtsinhaber zumindest beim Arbeitsaufwand keinen Unterschied.

Vor allem nahbar präsentierte sich Ralf Nolten in seiner neuen Rolle als Oberhaupt des Kreises Düren und der Kreisverwaltung: Vertrauen schaffen, Teamgeist stärken und auch Glaubwürdigkeit gewinnen sind wohl die wichtigsten Botschaften, die er vermittelte. Ansonsten gab es für aufmerksame Mediennutzer wenig Neues zu erfahren: Es ging ums Defizit und Sparen. Beispielhaft nannte er 23,5 Stellen, die im Kollegium des 1400-Menschen-starken Kreishauspersonal entfallen sollen. Da macht er auch im eigenen Stab, etwa bei der Pressestelle, nicht halt. Zum letzten Mal würden aus Kostengründen auch die Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften U14 im Kreisgebiet ausgetragen. Über die Zusammenlegung von KiTa-Standorten dachte Nolten laut nach. Mit neun Millionen Euro beziffert er das Defizit. Viele KiTa-Gebäude seien sanierungsbedürftig. Auf 800 bis 1000 Euro müssten die Elternbeiträge steigen, wolle man die Unterdeckung auffangen. Dass das indiskutabel ist, machte Nolten selbstredend auch klar.

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Nicht sparen will er an Museen oder Schulen. Ein Seitenhieb auf den ausgeschiedenen, vom Landesministerium verordneten Vertreter, der den Rotstift im Haushalt angesetzt hatte. Im Klartext: Wenn die privaten Träger von Schulen beim Kreis den Schlüssel abgeben würden und die Bezirksregierung diese Standorte für relevant hielten, müsse der Kreis vollständig einspringen. Da würde er doch lieber den Zuschuss aufbringen.

Den Anschluss verpasst, so Nolten, habe der Kreis in Sachen Wasserstoff. Zweiter Seitenhieb. Hier sei ein Jahr lang nichts passiert. Allerdings schätzte der Landrat die Lage auch so ein, dass „die Wasserstoff-Euphorie durch“ sei. Nachholbedarf formulierte er auch in Richtung Rurtalbus: Mit 3 Euro je gefahrenem Kilometer subventioniere der Kreis die Rurtalbus. Insgesamt würden pro Jahr 8 Millionen Kilometer gefahren. Ein Rechenexempel. Leerfahrten oder Linien, die am Sonntagnachmittag nur von einem Fahrgast genutzt würden, müssten auf den Prüfstand – auch wenn es schmerzhaft sei.

Zu anstehenden Projekten äußerte sich Ralf Nolten nicht, „sonst weckt man Erwartungen“. Aber vom guten Kontakt zu den Bürgermeistern plauderte er, von seinen vertrauensbildenden Maßnahmen im eigenen Haus, die offenkundig bis zum Reinigungspersonal und der Hausmeisterei reichen. Ein Landrat zum Anfassen.

Handverlesen war das Publikum, das an diesem Sonntag der CDU-Einladung gefolgt war. Nach dem Wahlergebnis vor 200 Tagen lag es wohl nicht an der Zustimmung zur Person, sondern vermutlich mehr am sommerlichen Sonntagswetter, das Petrus extra zur Kommunionsmesse in der Propsteikirche vorbereitet hatte.

Zur nächsten Sonntagsrunde Ende Mai wird Strukturwandelmanagerin Petra Dören-Delahaye erwartet.


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