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Klärschlamm wird in Hürth verbrannt

In Hürth-Knapsack wird reichlich gebaut: Der sogenannte Massivbau der Ofenhalle ist abgeschlossen. Was das mit Jülich zu tun hat? Dort werden künftig Schlämme auch aus den Kläranlagen rund um die Herzogstadt verbrannt.

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Gruppenbild in der Baustelle. Foto: KVR GmbH/Klaus Görgen
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Die Bauarbeiten für die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage der Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH (KVR) in Hürth-Knapsack machen sichtbare Fortschritte: Der Massivbau der Ofenhalle ist abgeschlossen, der Anlagenbau hat begonnen, die ersten Bauteile vom Ofen für die Wirbelschichtverbrennung und des Kessels wurden bereits montiert.

Mit dem Neubau wollen der Erftverband und der Wasserverband Eifel-Rur die Entsorgung des Klärschlamms aus ihren Kläranlagen langfristig absichern: Ab 2029 sollen beide Wasserverbände jährlich bis zu 148.000 Tonnen entwässerten Klärschlamm nach Hürth-Knapsack liefern. RWE Power übernimmt die Logistik für den verbleibenden Anteil bis zur Anlagenkapazität von 180.000 Tonnen. Der Schlamm wird in der entstehenden Anlage der KVR thermisch verwertet – als Vorstufe zur ab 2029 gesetzlich geforderten Phosphor-Recycling-Pflicht.

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Die drei Partner haben 2024 das Tochterunternehmen KVR gegründet, um die Klärschlamm-Verwertungsanlage gemeinsam zu bauen und zu betreiben. Bisher werden die Klärschlämme – die aus dem Abwasser von etwa 1,85 Millionen Menschen sowie aus Gewerbe und Industrie in der Region entstehen – in Hürther Kraftwerken mitverbrannt. Der Energieträger Braunkohle, der bei der Mitverbrennung die erforderliche Heizenergie liefert, entfällt im Zuge des gesetzlichen Kohleausstiegs ab 2030. RWE Power will rechtzeitig von der Kohle-Mitverbrennung auf die CO2-neutrale Monoverbrennung der Biomasse umstellen und baut zwei „Linien“ für die Klärschlamm-Monoverbrennung, die 2027 beziehungsweise 2028 fertiggestellt werden sollen. Eine Anlage betreibt RWE Power selbst, die zweite Anlage in Hürth-Knapsack wird von der neugegründeten KVR betrieben. Zwei weitere Linien am Standort sind genehmigt und können bei Bedarf realisiert werden, so das Unternehmen. Die Planungen sehen vor, die Überschussenergie der Anlage als „grüne Wärme“ an benachbarte Industriepartner und die Stadtwerke Hürth zu liefern.

„Die Arbeiten gehen sichtbar voran und wir sind auf Kurs. Die Fertigstellung der Anlage ist für das Jahr 2028 vorgesehen“, betonten die KVR-Geschäftsführer Stefan Ruchay und Peter Lindemann bei einer Baustellenbesichtigung am 19. Mai 2026 mit dem Hürther Bürgermeister Dirk Breuer sowie Vertreterinnen und Vertretern der Aufsichtsgremien und Vorstände von Erftverband, Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und RWE Power.
Weitere Baufortschritte sind für dieses Jahr vorgesehen: Bis zum Sommer soll der Klärschlammbunker – der Zwischenspeicher vor der eigentlichen Verbrennungsanlage – fertiggestellt sein. Im Herbst ist der Einhub der beiden Trockner geplant. Die Trockner senken den Wassergehalt des mechanisch entwässerten Klärschlamms auf etwa 60 Prozent und zählen – wie Ofen und Dampferzeuger – zu den Herzstücken der Verbrennungsanlage.


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