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Reformen für langfristige Perspektiven gefordert

Politik, Gesellschaft und Wirtschaft im Spannungsfeld der Sicherheitspolitik: Die Vereinigten Industrieverbände (VIV) haben auf ihrer Jahreshauptversammlung akute gesamtgesellschaftliche Fragen diskutiert.

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(v.l.n.r.): Dr. Stefan Cuypers (Geschäftsführer VIV), der diesjährige Gastredner Generalleutnant a.D. Jürgen-Joachim von Sandrart und Dr. Heinrich Spies (Vorsitzender VIV). Foto: Melanie Fredel / VIV
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Mit deutlichen Worten hat der Vorsitzende Heinrich Spies auf der Jahreshauptversammlung der Vereinigten Industrieverbände (VIV) darauf hingewiesen, dass dringend konsequente Reformen für den Erhalt des Wirtschaftsstandorts Deutschlands erforderlich sind. So der Wortlaut der Pressemitteilung.

Zuvor war der Dürener Familienunternehmer von der Mitgliederversammlung erneut für zwei Jahre zum Vorsitzenden der Vereinigten Industrieverbände gewählt worden. Erstmalig hatte er das Amt im Jahr 2024 übernommen.

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Spies wandte sich gegen eine Politik kurzfristiger Eingriffe ohne langfristige industriepolitische Perspektive. Deutschland dürfe seine wirtschaftliche Substanz nicht als selbstverständlich voraussetzen. „Eine starke Industrie ist kein Luxus. Sie ist Teil unserer nationalen Resilienz und der Stabilität unserer Gesellschaft“, betonte er vor mehr als 120 Gästen aus Wirtschaft und Politik. Die energiepolitischen Entlastungen für Unternehmen seien zwar grundsätzlich richtig, blieben jedoch in Wirkung und Zeithorizont hinter dem zurück, was für verlässliche Investitionsentscheidungen erforderlich sei. Mit Blick auf die aktuelle Debatte über Steuererhöhungen stellte Spies unmissverständlich klar: „Steuererhöhungen sind keine Reform“. Notwendig seien vielmehr strukturelle Reformen, die konsequent an der Ausgabenseite des Staates ansetzten. Dieser müsse sich wieder stärker als Treuhänder der von Bürgern und Unternehmen erwirtschafteten Mittel verstehen und entsprechend verantwortungsvoll handeln.

Mit Generalleutnant a.D. Jürgen-Joachim von Sandrart stand ein herausragender Kenner internationaler Sicherheitsarchitekturen und geopolitischer Konfliktlagen als Gastredner am Rednerpult der Veranstaltung. Als ehemaliger Befehlshaber des Multinationalen Korps Nordost der NATO in Stettin brachte von Sandrart umfassende Einblicke in die sicherheitspolitischen Herausforderungen Europas und vermittelte zugleich ein eindrucksvolles Bild der engen Verflechtung von politischer Stabilität, gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Sicherheit reiche heute weit über militärische Fragen hinaus und umfasse ebenso industrielle Stärke, funktionierende Lieferketten und unternehmerische Resilienz.

Mit analytischer Schärfe skizzierte von Sandrart, welche sicherheitspolitischen Aspekte Unternehmen künftig stärker in ihre Planungen einbeziehen müssen. Dabei gehe es nicht nur um geopolitische Risiken, sondern ebenso um die Verantwortung von Unternehmen für Stabilität und Vorsorge: „Unsere industrielle Basis im Allgemeinen, aber die Verteidigungsindustrie im Besonderen sind nicht länger nur Zulieferer“, so von Sandrart und ergänzte: „Sie und Ihre Branchen sind ein strategischer Garant unserer Sicherheit in Frieden, Selbstbestimmung und Wohlstand.“


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