Start Stadtteile Jülich Von Energie, Kohle und einem Skiurlaub

Von Energie, Kohle und einem Skiurlaub

Von der ersten Idee, einer Absichtserklärung, stetem Wachstum, neuen Technologien, viel Innovationsgeist und einer augenzwinkernden Empfehlung für eine leckere Stärkung reichte das dicht gepackte Informationspaket, das Brainergy-Botschafter Heinrich Stommel seinen Gästen schnürte.

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Der ehemalige Bürgermeister Heinrich Stommel führt als Botschafter durch den Brainergy Park. Foto: Britta Sylvester
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Zwischen „Ist das der Solarturm?“ und „Was genau sieht man denn dort?“ wies Heinrich Stommel vom Dach des Startup Village einmal rundherum über den gesamten Brainergy Park, „sein Kind“, wie der ehemalige Bürgermeister Jülichs nicht ohne Stolz in seinen Vortrag einflocht.
Seit inzwischen vier Jahren amtiert Heinrich Stommel gemeinsam mit seinem einstigen Amtskollegen Herrmann Heuser aus Niederzier als „Brainergy Botschafter“. In dieser Funktion haben die beiden „Mit-Gründungsväter“ – der Titzer Kollege Jürgen Frantzen, der den initialen „Letter of Intent“ ebenfalls unterschrieb, ist noch im Amt – nun bereits hundert Mal Menschen durch den Park geführt. Oder genauer: In einer detaillierten Präsentation erhalten die Gäste einen ziemlich tiefen Einblick in die Idee dahinter, ins Werden und Wachsen des interkommunalen Gewerbegebiets auf der Merscher Höhe.

Die Besuchergruppe erhielt einen Rundum-Einblick ins Gewerbegebiet. Foto: Britta Sylvester

An diesem Samstagvormittag waren sieben Menschen gekommen, die nicht nur im Vorbeifahren die immer neuen Baustellen betrachten, sondern es genauer wissen wollten. Um es vorwegzunehmen: Ehrlicher Beifall und lobende Worte bewiesen am Ende, dass der Altbürgermeister den Erwartungen gerecht wurde. Angefangen von einem Rückblick hin zu den „36 Antennen der Deutschen Welle“, dem wachsenden Flächenbedarf von Industrie und Wirtschaft und einem kurzen Einblick in die „Bürokratie dahinter“, gab Heinrich Stommel detailreiche Auskunft zu verschiedensten Firmenansiedlungen und warf abschließend noch einen Blick in die nähere Zukunft – Rathaus-Neubau und Brainergy Hub inklusive. Im Skiurlaub habe er mit Herrmann Heuser erste Gedankenspiele zur kommunenübergreifenden Zusammenarbeit gewagt, verriet der Ex-Bürgermeister. 2014 saßen Heuser, Stommel und Frantzen gemeinsam symbolträchtig unter einem Bau auf mehr oder minder freiem Feld und unterschrieben eine erste Absichtserklärung. „Es hilft schon, wenn man sich mit den Bürgermeistern der Nachbarkommunen gut versteht“, so die lächelnde Erklärung, warum die Zusammenarbeit so gut angelaufen sei.

Viele Details gab es für die Zuhörer zu entdecken. Foto: Britta Sylvester
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Rund eine Stunde lang referierte Stommel über das geplante ringförmige Versorgungsnetz des Parks, das Modellcharakter habe, berichtete von verschiedenen Fördertöpfen, von Strukturwandel, erneuerbaren Energien, Digitalisierung, Entwicklung, Forschung und davon, dass der „vorverlegte Kohleausstieg den Handlungsdruck“ auf die Kommunen deutlich erhöht habe. Mit mehrfach deutlich gemachter Dankbarkeit betonte Stommel die Rolle der beiden Nachbarkommunen, ohne die der Brainergy Park nicht hätte entstehen können.
Mit dem kleinen, aber sehr interessierten Publikum entwickelte sich ein reger Gedankenaustausch, auch über die Brainergy-Grenzen hinweg zu den Anfängen der Landesgartenschau und der Renovierung der Zitadelle. „Es ist schon beeindruckend, was hier geschaffen worden ist. Und das alles in dem kleinen Jülich“, befand ein Gast anerkennend, bevor die Gruppe dem Startup Village aufs Dach stieg, den Blick schweifen ließ und versuchte, die beschriebenen Unternehmen wiederzufinden.

Auf einzelnen Grundstücken, so Stommels abschließender Tipp, gäbe es Beton-Stelen mit QR-Codes, hinter denen sich weiterführende Informationen zu künftigen Planungen versteckten. Fazit: Für alle, die mehr über das Geschehen im Brainergy Park wissen möchten, sind diese samstäglichen anderthalb Stunden gut, weil informativ und erkenntsreich, investierte Zeit. Bleibt den Brainergy-Botschaftern Heuser und Stommel nur zu wünschen, dass kurzfristig verhinderte Interessenten sich auch wieder abmelden. Denn er habe sich auch schon mit nur zwei Besuchern wiedergefunden, berichtet Heinrich Stommel, was natürlich schade, wenn auch kein Grund für eine Absage sei. „Wer da ist, wird auch bedient“, schmunzelt Botschafter Stommel und schiebt noch hinterher, dass sich das Angebot einer grundsätzlich guten Resonanz erfreue.


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