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„Hambi“ darf wild werden

Was auf vielen Transparenten gefordert wurde - nämlich "Hambi muss bleiben" - wurde nun per Unterschrift besiegelt.

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Aus der Luft betrachtet. Foto/Archiv: RWE Power AG
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Nach jahrzehntelangem Kampf gegen den Braunkohlentagebau Hambach und für den Erhalt der wertvollen Bürgewälder begrüßt der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die jetzt unterzeichnete Verständigung zum Schutz des Hambacher Waldes, so der Verband in einer Pressemitteilung.

Die von Land, Region, RWE Power und BUND gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen zur großflächigen Waldvernetzung im südlichen Teil des Tagebaus Hambach und zum dauerhaften Erhalt des Hambacher Waldes seien ein wichtiger Beitrag zur endgültigen Befriedung der Region. Gleichzeitig mahnt der BUND eine zügige Umsetzung der vorgelegten Empfehlungen an und benennt offene Fragen. Holger Sticht, BUND-Landesvorsitzender: „Mit der heute unterzeichneten gemeinsamen Erklärung besteht die Chance, die ökologische Wiederbelebung der durch die Tagebaue geschundenen Region einen wichtigen Schritt voranzubringen. Wir freuen uns, dass der BUND-Vorschlag, den Hambacher Wald als Wildnisentwicklungsgebiet zu sichern, auf eine solch breite Zustimmung fiel. Jetzt gilt es, die Empfehlungen zügig umzusetzen. Damit kann ein wichtiger Beitrag zur endgültigen Befriedung der Region geleistet werden.“

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Im Kern sieht die Verständigung vor, den Hambacher Wald zeitnah als Wildnisgebiet zu behandeln und ihn sich damit einer ungestörten ökologischen Entwicklung zu überlassen. Im zweiten Schritt soll er dann bis spätestens 2035 auch formal als Wildnisentwicklungsgebiet gemäß Paragraf 40 Landesnaturschutzgesetz ausgewiesen werden. Damit stünde er auch automatisch komplett unter Naturschutz. Über zwei neu zu schaffende 250 Meter breite Ökokorridore soll die Wiedervernetzung mit dem bereits geschützten Waldgebiet der Steinheide und dem Merzenicher Erbwald hergestellt werden. Letzterer soll zudem als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Die Überführung der Bürgewälder und Vernetzungskorridore in öffentliches Eigentum soll deren dauerhaften Schutz sichern. Dirk Jansen, BUND-Landesbeauftragter für das Rheinische Revier: „Der Hambacher Wald gilt weltweit als Symbol eines erfolgreichen gesellschaftlichen Widerstands gegen Naturzerstörung und für Klimaschutz. Jetzt ist es Zeit, dass der ‚Hambi‘ wieder nur Wald sein darf. Das bedeutet auch, ihn sich ungestört von jeglichen Nutzungen als Wildnis entwickeln zu lassen. Das schließt alle Zweckentfremdungen und auch ‚harte‘ touristische Infrastruktur im Wald und seinem Umfeld aus.“

Mit Sorge betrachtet der BUND daher einige der im Rahmenplan Neuland Hambach angedachten touristischen Erschließungsmaßnahmen. So dürfe der geplante Radrundweg „Hambach Loop“ nur naturverträglich geplant und ökologisch gebaut werden. Die in Manheim-Alt geplante Kultur- und Eventfläche müsse in besonderer Weise die vorrangigen ökologischen Funktionen des Vernetzungskorridors zwischen dem Hambacher Wald und der Steinheide beachten und dürfe diese nicht beeinträchtigen. Das Motto „Natur Natur sein lassen“ muss nach Ansicht des BUND nicht nur für den Hambacher Wald gelten, sondern auch für die Vernetzungskorridore. Die Naturschützer lehnen dort deshalb forstliche Maßnahmen ab und wünschen sich eine freie, natürliche Entwicklung. „Mehr Natur, weniger Mensch muss die Devise sein. Wildkatze, Bechsteinfledermaus und Co. werden es uns danken“, so der BUND.


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