Der Festungsexperte Park Hyunuk Park aus Seoul ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der GyeongGi Cultural Foundation (GGCF), einer Stiftung der Provinz Gyeong Gi-do. Diese liegt in der entmilitarisierten Zone der Republik Korea nahe der Hauptstadt Seoul und betreibt dort mehrere kulturelle Einrichtungen wie Museen und archäologische Ausgrabungen sowie die beiden Festungen Bukhansanseong (17. Jahrhundert) und Namhansanseong (16. Jahrhundert) und die Festungsstadt Hwaseong (18. Jahrhundert). Gerade die beiden Letzteren sind vielbesuchte UNESCO-Welterbestätten. In Südkorea nehmen die historischen Festungsanlagen in der Wahrnehmung der traditionsbewussten Bevölkerung eine besondere Stellung ein und gelten als wirkmächtige Symbole der an kriegerischen Ereignissen reichen Geschichte der geteilten Halbinsel.

Zunächst fand im September 2022 in Seoul der internationale Kongress „Capital Defense System and Military Heritage” mit zahlreichen Experten statt, der live im Fernsehen übertragen wurde. Dort stellte Andreas Kupka als Präsident des IFC und einziger deutscher Referent die Festungen in Jülich, Köln und Nürnberg vor. Hauptthemen waren Erforschung, Erhaltung und Inwertsetzung von Wehranlagen im internationalen Vergleich. Die koreanischen Kollegen besuchten in der Folge Festungsstädte in England, Frankreich und den Niederlanden. Zum diesjährigen Internationalen Museumstag in Jülich fand sich zum ersten Mal am 17. Mai eine kleine Delegation in Deutschland ein. Nach der Begrüßung bei der Eröffnungsveranstaltung in der Schlosskapelle durch das Museumsteam um Marcell Perse führte Museumsmitarbeiter Andreas Kupka die koreanischen Gäste durch die Museumsbereiche im herzoglichen Schloss und die Festungsanlagen der Zitadelle. Nach einem Mittagsimbiss am Cateringstand mit Bratwurst und Hot Dog folgte am Nachmittag eine ausführliche Visite der Rurfestung im Brückenkopf-Park. Am Ende eines langen Besichtigungstages zeigten sich die Gäste aus Ostasien beeindruckt von den aktuellen Aktivitäten des Museums wie auch von den Jülicher Festungsanlagen, die gerade im Vergleich zu den völlig anders konstruierten Wehranlagen in ihrem Heimatland für sie besonders spannende begehbare Denkmäler darstellen.



















