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Silbercamp ist ein Volltreffer

25 Jahre Zehner-Camp – gestern wurde die Eröffnung zum Silberjubiläum mit über 100 Kindern im Karl-Knipprath-Stadion begangen. Natürlich gehörte wie immer das Lied „Schön ist es, auf der Welt zu sein“ dazu. Schließlich lautet die wichtigste Textzeile im Klassiker von Roy Black: „Das Schönste im ganzen Jahr, das sind die Ferien.“ Für die Gründer Hans Scheiba und Peter Kosprd ist das Jubiläum vor allem Anlass, auf die Anfänge zurückzublicken.

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Fußball gehört seit 25 als fester Bestandteil zum Zehnercamp. Foto: Oliver Garitz
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25 Jahre ist das jetzt her, dass Peter Kosprd und Hans Scheiba im Karl-Knipprath-Stadion zum ersten Mal auf Kinder warteten, um ihnen ein Feriencamp zu bieten, das es zu der Zeit im Jülicher Land noch gar nicht gab. Der Meisterschaftsspieler Kosprd hatte den Jugendwart Scheiba in einem halbstündigen Gespräch wortreich überzeugt, wie ersterer grinsend zu Protokoll gibt. Eine Anmeldepflicht gab es nicht. Und da saßen die Herren nun, und 20 Minuten vor 10 Uhr kamen fünf Kinder. Fünf Minuten später weitere zwei und dann lange niemand mehr. „Das war’s dann wohl“, war die schulterzuckende Erkenntnis. Weit gefehlt! „Als hätten sich alle verabredet kamen um 10 Uhr so viele Kinder, dass es hinterher 80 waren“, erinnert sich Hans Scheiba lachend. Seither ist das Sommercamp auf dem Zehnerplatz ein Volltreffer. Zu Spitzenzeiten waren 190 Kinder und Jugendliche angemeldet.

„Wir hatten damals drei Säulen“, erinnert sich Scheiba. „Der Sport am Vormittag, die Freizeit und die soziale Komponente.“ Fußball stand zwar im Mittelpunkt, doch ebenso wichtig waren gemeinsame Erlebnisse, Bewegung und das Miteinander. „Es war nicht früher alles besser“, ergänzt Kosprd. „Aber anders.“ Die Grundidee ist aber seit 25 Jahren dieselbe geblieben: Der selbstgestellte Auftrag ist, Kindern, deren Familien keine großen Ausflüge machen oder in Urlaub fahren können, ein unvergessliches Ferienerlebnis zu ermöglichen. Gleichzeitig wird im Camp gelebt, was zum 20-Jährigen als Slogan auf den Betreuer-Shirts stand: Rassismus Nein – Integration ja. Das Miteinander ist der große Gewinner des Camps. „Heute ist das Camp das Juwel unseres Vereins“, betont Michael Lingnau, Vorsitzender des SC Jülich 1910/97. Er ehrte die „Pioniere“, wie er Peter Kosprd und Hans Scheiba anlässlich der Eröffnung des Silbercamps bezeichnet.

Peter Kosprd (v.l.) und Hans Scheiba werden vom Vorsitzenden Michael Lingnau und Zehner-Urgestein Heinz Osenberg als „Väter“ des Zehnercamps geehrt. Foto: Dorothée Schenk
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Der Blick auf die vergangenen 25 Jahre zeigt auch, welchen Veränderungen es unterworfen war. War das Zehnercamp anfangs konkurrenzlos, gebe es inzwischen zahlreiche Fußball- und Feriencamps. „Die goldenen Zeiten sind vorbei“, konstatiert Lingnau. Kaum zu glauben, zählte es im vergangenen wie auch in diesem Jahr über 100 Kinder und Jugendliche, die sich für diese Ferienfreizeit entschieden haben. Der Grund liegt, so der Vorsitzende, im geänderten Konzept, das mit der Übergabe der Verantwortlichkeit vom Duo Scheiba / Kosprd an das Nachfolgetrio Dietmar und Monika Mangels mit Vera Goeres erfolgte. Inzwischen ist ein wichtiger Bestandteil das Angebot an Aktivitäten: Neben Freibad, Brückenkopf-Park und Eisessen beim treuen Sponsor Manuele Panciera, die von jeher stattfanden, geht es inzwischen eben auch zu Bauer Marc Flatten auf den Milchhof, zur Feuerwehr und sogar zu den Wildpferden auf die Sophienhöhe. Beim Silbercamp gibt es einen ganz besonderen Ausflug, der aber streng geheim ist, wie Vera Goeres breit grinsend mitteilt. Das alles gelingt vor allem auch deshalb, weil sich immer noch ausreichend Ehrenamtliche bereit erklären, sich als Betreuungspersonen zu Verfügung zu stellen. Freigestellt werden sie von den Arbeitgebern dafür nicht. Sie setzen sogar, wie Dietmar Mangels erläutert, ihre Urlaubstage dafür ein. Auch im Catering hat sich einiges getan. Ein großes Lob spricht Monika „da Valentina“ aus, die nicht nur kindgerechtes Essen liefern, sondern auch zu einem Vorzugspreis.

Sie haben immer ein offenes Ohr für die Kinder und Jugendlichen: Das Orgateam Vera Goeres, Dietmar Mangels und Monika Mangels (v.r.). Foto: Ariane Schenk

Als Folge des neuen Konzepts nehmen inzwischen genauso viele Mädchen wie Jungen teil. Erstmals waren es 2025 sogar mehr Mädchen als Jungs. „Durch das breite Freizeitangebot erreichen wir viele Kinder, die zu einem reinen Fußballcamp gar nicht kommen würden“, sagt Lingnau. Der Zehner-Präsident hat übrigens auch noch eine wichtige Aufgabe in dieser Woche: Bei der inzwischen etablierten Übernachtung im Zeltlager mitten im Stadion wird Michael Lingnau eine Jülicher Gruselgeschichte zum Besten geben. Was drin vorkommt? „Kann ich noch nicht genau sagen, sie entsteht gerade noch“, lacht der ehrenamtliche Autor.

Dass sich das Camp weiterentwickeln musste, ist auch für die Gründer klar. Dennoch wünscht sich Peter Kosprd, dass der Fußball seinen festen Platz behält: „Es muss auch Fußball gespielt werden.“ Der Blick auf den grünen Rasen zeigt, auch wenn Fußball nicht mehr zum Pflichtprogramm gehört, ist der Sport wichtiger Bestandteil. Rund 30 Bewegungsfreudige im Trikot wuseln über den Platz und lassen sich vom ehemaligen Amateurmeister und Trainer Peter Kosprd ein paar Übungen und Tricks zeigen.

Einig sind sich am Ende alle Generationen: Das Wichtigste ist, dass das Camp weiterlebt. „Man sieht dieselben glücklichen Gesichter der Kinder“, sagt Lingnau. Und genau das sei nach 25 Jahren der größte Erfolg.


Zum Abschluss des Feriencamps steht immer seit 25 Jahren der Familientag. Er wird diesmal ab 10 Uhr gefeiert. Zunächst mit den Jungen und Mädchen im benachbarten Brückenkopf-Park. Ab 13 Uhr startet das Familienprogramm mit Gehballturnier, Tombola und Kreativangeboten. Natürlich ist auch für Stärkung reichlich gesorgt.

Familientag SA 25|07
SC Jülich 1910/97 | Karl-Knipprath-Stadion | 13 Uhr | Eintritt frei

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HERZOGin mit Leib und Seele. Mein HERZ schlägt Muttkrat, Redakteurin gelernt bei der Westdeutschen Zeitung in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Magistra Artium der Kunstgeschichte mit Abschluss in Würzburg. Versehen mit sauerländer Dickkopf und rheinischem Frohsinn.

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