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Stellungnahme des Gymnasiums Zitadelle

Zum Tagesordnungspunkt Westgebäude Gymnasium Zitadelle: Abriss oder Sanierung des letzten Stadtrates vor der Sommerpause hatte Stefan Rüping, Konrektor am Gymnasium Zitadelle Jülich, eine Stellungnahme vorbereitet. Auf Bitten des Gremiums verlas er sie.

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Stefan Rüping. Foto: Dirk Neumann | 2020
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Das Westgebäude ist kein kleines, unwichtiges Nebengebäude, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Gymnasiums. Dort werden derzeit 276 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 unterrichtet. Mit 11 Klassenräumen und drei Fachräumen deckt es den Raumbedarf dieser Jahrgänge nahezu ideal ab. Auf diese Kapazitäten kann weder verzichtet werden, noch lassen sie sich an anderer Stelle ersetzen.

Trotz der bekannten technischen Mängel ist das Westgebäude aus schulorganisatorischer und pädagogischer Sicht ein großer Gewinn. Die Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe haben dort ihren eigenen Lern- und Lebensraum. Dieser geschützte Übergang von der Grundschule zum Gymnasium hat sich über viele Jahre bewährt und wurde auch im Rahmen der jüngsten Qualitätsanalyse ausdrücklich als pädagogische Stärke hervorgehoben. Zugleich ist das Westgebäude eng in den gesamten Schulbetrieb eingebunden. Die Schülerinnen und Schüler nutzen gemeinsam mit der Einführungsphase die Fachräume im Erweiterungsbau, den Schulhof am Propst-Bechte-Platz sowie die benachbarte Turnhalle.

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Das Gebäude ist damit kein isolierter Standort, sondern ein funktionaler Bestandteil unseres Schulcampus. Für uns steht bei der Frage „Sanierung oder Neubau“ daher nicht die Bauform im Mittelpunkt, sondern die Sicherstellung eines funktionierenden Schulbetriebs. Entscheidend ist, dass der Standort für die Erprobungsstufe dauerhaft erhalten bleibt. Während einer Bauphase werden sich Übergangslösungen nicht vermeiden lassen. Nach der Rückkehr zu G9 sind die räumlichen Reserven im Hauptgebäude jedoch ausgeschöpft. Provisorien – etwa in Containern – müssen deshalb eng mit der Schule abgestimmt und auf den unbedingt notwendigen Zeitraum begrenzt werden, damit der Schulbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird. Ob das Westgebäude künftig in seiner bisherigen Hülle saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird, ist für uns nachrangig.

Maßgeblich sind aus unserer Sicht vier Prioritäten:

  • Erstens die Standortsicherung: Der Schulstandort für die Erprobungsstufe muss an dieser Stelle dauerhaft erhalten bleiben.
  • Zweitens die Funktionalität: Die Lösung muss den heutigen pädagogischen Anforderungen entsprechen sowie modern und technisch zuverlässig sein.
  • Drittens eine kurze Bauzeit: Die Bauphase und damit notwendige Übergangslösungen sollten so kurz wie möglich gehalten werden.
  • Viertens die Wirtschaftlichkeit: Angesichts der angespannten Haushaltslage und der weiteren Investitionsbedarfe in der Zitadelle sollte die gewählte Lösung zugleich wirtschaftlich vertretbar sein.
  • Zum Artikel Spagat zwischen Denkmalschutz und Schulbetrieb


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