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Mit Motor und Helm

Geparkte Autos waren an diesem Morgen in Koslar kaum zu sehen, stattdessen eine lange Reihe Fahrräder - Pedelecs um genau zu sein. Denn bei diesem besonderen Fahrsicherheitstraining ging es um die richtige Handhabung der motorisierten Zweiräder.

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Wo der passende Knopf für die Schiebehilfe ist, findet Fachmann Michael Weniger heraus. Foto: Britta Sylvester
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Lauter bunte Hütchen, paarweise aufgestellte rot-weiße Pylone und ein Paar lange blaue Seile zierten den Asphalt – ein wenig sah der Verkehrsübungsplatz in Koslar aus, als wäre er für einen Kindergeburtstag vorbereitet. Aber die „Gäste“ an diesem Morgen waren dem Kindergarten längst entwachsen. Auf Initiative des Seniorenbeirats trafen sich zehn Erwachsene, die meisten von ihnen Frauen und alle altersmäßig jenseits der 50 Jahre, auf dem Platz.

Doch bevor die Radlerinnen endlich aufsteigen und ihr fahrerisches Können im bunten Parcours testen durften, stand ein bisschen Theorie auf dem Stundenplan. Mit welcher Art Gefährt sie eigentlich hier seien, wollte Polizeihauptkommissarin Bianca Pohl von ihren „Schülerinnen und Schülern“ zunächst einmal wissen. Die richtige Antwort, einstimmig gegeben: „Mit dem Pedelec.“ Ein nicht ganz unwichtiges Detail, denn nicht alles, was einen Motor besitzt, ist ein E-Bike. Ganz im Gegenteil sind die meisten motorisierten Zweiräder, denen man im Straßenverkehr so begegnet, sogenannte „pedal electric bicycles“, kurz Pedelecs. Im Unterschied zu einem „echten“ E-Bike, das nur von seinem Motor angetrieben wird, dient der Elektroantrieb eines Pedelecs ausschließlich zur Unterstützung der Muskelkraft. Und bei einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde ist Schluss damit. Ein S-Pedelec hingegen schafft 45 km/h in der Spitze. Wer ein solches Rad fahren möchten, benötigt zwingend einen Helm und muss das Schmucksstück zudem Haftpflicht versichern – gleiches gilts fürs E-Bike. Einen Helm brauchen Pedelec-Fahrer qua Gesetz zwar nicht, sie würden ihn dennoch dringend empfehlen, so die Kommissarinnen. Denn die beiden Fachfrauen sind bei der Polizei nicht nur für die Präventation von Unfällen zuständig, sondern sehen sich im Alltag immer wieder auch mit den Folgen von Unfällen konfrontiert.

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Folgerichtig warnten Birgit Breuer und Bianca Pohl gleich eingangs, man sei schon beim Absteigen oder Bremsen schnell umgefallen. Wären die Verletzungen dabei meist nicht so gravierend, sei das im Straßenverkehr oft anders. Ob Fahrbahnkante oder Bahnschienen, so manche vermeintliche „Kleinigkeit“ würde schnell zum Stolperstein. Und träfe dann der ungeschützte Kopf den Bordstein, seien die Folgen oft schwer. Ins gleiche Horn stieß Heinz Kranefeld, der sich als Mitglied des Seniorenbeirats einen Eindruck vom Training verschaffte. Als versierter Radfahrer – „Fast immer mit dem Bio-Bike“, grinst Kranefeld – trägt er immer Helm und übte leise Kritik an all jenen, die einer gut sitzenden Frisur den Vorrang gäben. Michael Weniger, als „Fachmann für die Technik“, gab den Teilnehmenden schließlich noch den Ratschlag mit auf den Weg, einen heruntergefallenen Helm lieber schnell zu ersetzen: „Da bilden sich unter Umständen Haarrisse, dann schützt der Helm nicht mehr. Sie haben nur einen Kopf.“

Hauptkommissarin Birigt Breuer hatte noch einige zusätzliche Tipps rund um das Thema Sicherheit dabei: Stichwort „toter Winkel“. „Wenn Sie zu nahe am Lkw stehen, hat der Fahrer keine Chance. Er sieht sie nicht.“ Auch empfahl sie, bereits aus weiter Entfernung zu klingeln, damit etwa Spaziergänger die Gelegenheit bekämen, rechtzeitig zur Seite zu gehen, aber auch Hunde oder kleine Kinder aus dem Fahrweg zu nehmen. Lieber jemanden erschrecken, als das es zu einem Unfall kommt, laute hier die Devise. Derartige Hindernisse gab es beim Training für „Senioren und Einsteiger“ nicht zu bewältigen. Hier stand die sichere Beherrschung des Gefährts im Vordergrund. Und dafür brauchte es zunächst einmal eine kleine technische Einweisung. „Jedes Pedelec hat eine Schiebehilfe“, wussten die Polizistinnen, wie diese bei welchem Modell allerdings genau funktioniere, müsse man erst einmal herausfinden. Hier kam der ehrenamtliche Techniker Michael Weniger ins Spiel und gab entsprechende Schützenhilfe. Ist der richtige Knopf allerdings einmal gefunden, heißt es aufpassen und festhalten, denn das Fahrrad scheint Anlauf zu nehmen und bewegt sich von selbst. Eine Steigung hinauf ist das sicherlich hilfreich, auf ebenen Wegen sollte man aber besser drauf verzichten, will man nicht vom Zweirad überholt werden.

Nachdem theoretische und technische Details ausgiebig erklärt, gezeigt und ausprobiert wurden, ging es endlich in den Sattel und durch den Parcours. Profi Michael Weniger machte schwungvoll und ziemlich flott vor, wie es geht. „Keine Sorge, Sie dürfen auch langsamer fahren“, beruhigte das Polizistinnen-Duo schmunzelnd. Eine nach dem anderen rollten die Teilnehmenden vorbei an den bunten Hindernissen, legten sich in die Kurve und versuchten, die schmale Spur zwischen den beiden Seilen zu halten. Das erwies sich als eindeutig schwierigste Aufgabe, beinahe alle „Fahrschüler“ verließen die Bahn und rollten über die Begrenzungen. „Schauen Sie nur nach vorne und halten den Lenker ganz ruhig. Nur nich nach unten gucken“, so der Tipp von Hauptkommissarin Breuer. Zwischen den beiden Pylonen sollten die Radler bremsen, und zwar so, dass das Vorderrad genau dazwischen stehen blieb. Auch dies nicht ganz einfach, dafür umso wichtiger zu üben, schließlich kann es auch im Straßen-Alltag entscheidend sein, rechtzeitig zu stehen, bevor es möglicherweise „scheppert“.

Ob es schwierig gewesen sei, zwischen Hütchen, Seilen und Pylonen zu manövrieren? „Geht so,“ grinste ein Teilnehmer und warf langjährige Erfahrungen als Motorradfahrer in den Ring. Weniger Geübte hingegen befanden die Aufgaben teils „gar nicht so einfach“. Zwischenfazit: Übung macht auch auf dem Pedelec den Meister und der fällt ja bekanntlich nicht vom Himmel. Also: Helm richten, wieder aufsteigen und weiterfahren.

Die Polizei bietet in regelmäßigen Abständen Pedelec-Trainings an. Weitere Informationen dazu sind bei den Hauptkommissarinnnen von der Verkehrsunfallprävention der Kreispolizei Düren erhältlich. Sie sind per Email an VUPO.Dueren@polizei.nrw.de erreichbar.

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinischen Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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