
„Ich bin froh, dass ich hier mitgemacht habe. Vieles wusste ich gar nicht“, stellte eine Teilnehmerin nach dem Rollator-Training auf dem Kirchplatz fest.
Los ging es auch hier, genau wie beim Pedelec-Training zwei Tage zuvor, mit einer technischen Überprüfung und Einweisung. Guido Dillmann vom Sanitätshaus Koczyba nahm erst mal Maß und half dabei, die korrekte Höhe einzustellen. „Sonst tut es schnell in den Schultern und Armen weh“, mahnte der Fachmann. Auch Bremsen und Bereifung galt ein prüfender Blick, bevor die Teilnehmerinnen sich an den kurzen Testweg wagten – interessanterweise waren auch hier mehr Frauen anwesend.

Über „Stock und Stein“ mussten mit dem Rollator diverse Hindernisse überwunden werden: ein simulierter Gullydeckel, eine Rasenfläche, Steigungen und Kanten, und schließlich ging es noch einen „Abhang“ hinunter. War die Wegstrecke, begleitet von den hilfreichen Tipps der Hauptkommissarinnen Birgit Breuer und Bianca Pohl, geschafft, stand mit dem Einstieg in einen Bus die größere Herausforderung an.
Deswegen sei sie hauptsächlich hier, berichtete eine weitere Teilnehmerin, dass es ihr vor allem darum ginge, gefahrlos in den Bus einsteigen zu können. Hier lautete der erste Tipp: Unbedingt den blauen Knopf neben der Tür drücken. Dieser informiert die Fahrer, dass ein Mensch einsteigt, der eventuell länger braucht. Busfahrerin Maren Schießl erläutert, dass der Bus ein wenig abgesenkt werden könne; weiß aber, dass der Einstieg für Rollator-Nutzer eine echte Hürde ist. „Ich fahre erst, wenn der Fahrgast wirklich sitzt“, berichtet Schießl und ergänzt: „Wir werden alle mal alt, und dann möchten wir auch, dass man Rücksicht nimmt.“

Ist das Einsteigen schon nicht ganz einfach, so erweist sich das Aussteigen als fast noch schwieriger. „Am besten geht es rückwärts“, erläutert Busfahrerin Maren Schießl. „Wer das nicht möchte, kann auch erst den Rollator drehen, dann die Bremsen anziehen und selbst aussteigen“, fügt ihre Kollegin hinzu. Klingt einfach, ist es aber nicht. Ist die Gehhilfe aus dem Weg gedreht, vergisst man schnell, die Bremsen wirklich hinunter zu drücken und auf diese Weise festzustellen. Und schwupps, macht sich der Rollator selbstständig – eine gefährliche Situation, die schnell zum Sturz führen kann.
Darum lautete der allgegenwärtige Rat nicht umsonst: Immer die Hände an den Bremsen halten. Diese helfen übrigens auch beim Lenken, verrät Birgit Breuer: „Ziehen Sie mal nur an der linken Bremse.“ Gesagt, getan. Überraschend für die ungeübte Nutzerin vollführt der „Gehwagen“ eine elegante Kurve, ganz ohne Kraftaufwand. Glücklicherweise sind die vierrädrigen Hilfsmittel recht leicht, denn ein wenig angehoben werden muss das Gerät doch häufig. Hier kommt die „Ankipphilfe“ ins Spiel. Ein Tritt auf eine Art Hebel neben jedem Rad, und der Rollator hebt sich ein wenig. Für niedrige Hindernisse wie etwa ein Kabel oder einen im Weg liegenden Wasserschlauch reicht das.
Muss ein hoher Bordstein überwunden werden, unterstützt ein kräftiger Tritt auf die Ankipphilfe ebenfalls. Dann empfiehlt es sich allerdings, erst den Rollator hochzuschieben, dann wieder die Bremsen festzustellen und erst zum Schluss selbst hinaufzugehen. Eben alles eine Frage der Technik. Und diese lässt sich glücklicherweise erlernen, wie eine sichtlich zufriedene Teilnehmerin am Ende des Probelaufs festhält: „Ich fand das sehr gut. Es hat mir wirklich sehr viel gebracht.“
Das Rollatortraining von Polizei und Rurtalbus GmbH wird in regelmäßigen Abständen angeboten. Meist sind die Polizistinnen drei Stunden vor Ort. Wer teilnehmen möchte, muss aber keinesfalls so viel Zeit einplanen. Für Technik-Check, einen Gang über den Parcours und einmal Ein- und Aussteigen beim Bus reicht eine halbe Stunde. Wer länger bleiben und Übungen wiederholen möchte, darf das gerne tun, betonen die Beamtinnen.
Für weitere Informationen können sich Interessierte an die Verkehrsunfallprävention der Kreispolizei Düren wenden. Sie ist per Email an VUPO.Dueren@polizei.nrw.de erreichbar.


















