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Ein Seelsorger, der zu Jülich gehörte

Konrad „Konny“ Keutmann ist gestorben. Über Jahrzehnte war der katholische Priester in Jülich tätig. Mit ihm verliert die Stadt einen Seelsorger, der den Wandel der Kirche vor Ort lange begleitet hat – und vielen Menschen vor allem durch seine freundliche, zugewandte Art in Erinnerung bleiben wird.

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Konrad "Konny" Keutmann (1959-2026). Foto: Dorothée Schenk
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„Gut, dass Du da bist!“ So hat es Konny Keutmann als Pfarrer einmal in einem Weihnachtsgruß geschrieben. Dieser Satz war seine Haltung zu seinem Glauben und zu den Menschen, denen er sich verbunden fühlte.

Genau das beschreibt sicher auch die Haltung der Menschen im Jülicher Land gegenüber ihrem Seelsorger, der über seinen Tod hinaus im Leben vieler Spuren hinterlässt. Seine zugewandte und sensible Art, seine persönliche Ansprache sind es, die ihn ausmachten. Am Montag, 28. September, ist er im Alter von 67 Jahren gestorben.

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Über 35 Jahre war Konny Keutmann ein Teil der Stadt Jülich. Besonders prägend wurde er für St. Rochus im Heckfeld – und das Heckfeld für ihn. 2002 übernahm Keutmann dort den Dienst als Pfarrer. Von 2006 bis zur Auflösung der eigenständigen Pfarrei 2013 war er zudem Pastor von St. Martinus in Stetternich. Nach der Fusion der Jülicher Gemeinden zur Pfarrei Heilig Geist blieb er als Seelsorger in Jülich.

In diesen Jahren erlebte Keutmann einen tiefgreifenden Wandel der katholischen Kirche. Gemeinden wurden zusammengelegt, Mitgliederzahlen gingen zurück, und Kirchengebäude wurden aufgegeben.

Besonders der Verkauf von St. Rochus 2022 traf einen Ort, mit dem Keutmann über viele Jahre eng verbunden gewesen war. Er selbst bezeichnete den Verkauf damals als „großen Einschnitt“.

Als Propst Josef Wolff 2022 die Leitung von Heilig Geist abgab, übernahm Keutmann zusätzliche Verantwortung. In der vierköpfigen Steuerungsgruppe der Pfarrei war er für Liturgie und Sakramente zuständig.

Im selben Jahr wurde er zum Präses der Kolpingsfamilie Jülich gewählt. Schon zuvor war er als Präses mit den St.-Rochus-Schützen verbunden.

Doch Ämter erzählen nur einen Teil seiner Geschichte. Vieles geschah abseits der Öffentlichkeit: bei Gottesdiensten und Seelsorgegesprächen, in der Begleitung kranker und älterer Menschen oder bei den „Exerzitien im Alltag“, die er über Jahre mitgestaltete. Gerade die Seniorenseelsorge blieb ihm bis zuletzt ein Anliegen.

Auch die Ökumene gehörte selbstverständlich zu seiner Arbeit. Über viele Jahre feierte Keutmann gemeinsame Gottesdienste mit evangelischen Kolleginnen und Kollegen.

Kirche verstand er als Ort des Gesprächs, des Zuhörens und des voneinander Lernens. Dass dabei auch Humor seinen Platz hatte, zeigte eine ökumenische Veranstaltung 2022. Auf die Frage nach Pfarrerinnen in der katholischen Kirche antwortete Keutmann trocken: „Wir arbeiten noch daran.“

Bis zuletzt war Konny Keutmann als Pfarrvikar Teil des Pastoralteams. Zum 1. Oktober sollte er offiziell in den Ruhestand treten und anschließend als Subsidiar insbesondere in der Seniorenseelsorge weiterwirken.

Ein Abschiedsgottesdienst soll am Donnerstag, 15. Oktober, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Jülich stattfinden. Seine Familie, so teilt die Pfarrei Hl. Maria Magdalena mit, habe entschieden, dass er in seiner Heimat im Grab seiner Eltern in Hückelhoven-Baal im Kreis von Angehörigen und Freunden beigesetzt werden soll.


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